Verunreinigung des Bursieksbachs in Rödinghausen – Staatsanwaltschaft ordnet Laboruntersuchung an
Verursacher ist ermittelt

Rödinghausen (WB) -

Gewässerverunreinigung ist ein Straftatbestand. Daher ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft in Sachen Verschmutzung eines Nebenlaufs des Bursieksbachs, der in der Nähe des Rödinghauser Freibads liegt. Nach Informationen des Kreises Herford ist der Verursacher seit Freitag ermittelt. Weitergehend wollte sich Pressesprecher Patrick Albrecht allerdings nicht äußern.

Freitag, 20.11.2020, 20:47 Uhr aktualisiert: 23.11.2020, 10:56 Uhr
Nach einer Verunreinigung durch Silage haben sich Abwasserpilze – eine gallertartige Masse – auf dem Bursieksbach in der Nähe des Rödinghauser Freibads gebildet. Die Feuerwehr hat eine Sperre installiert, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann.
Nach einer Verunreinigung durch Silage haben sich Abwasserpilze – eine gallertartige Masse – auf dem Bursieksbach in der Nähe des Rödinghauser Freibads gebildet. Die Feuerwehr hat eine Sperre installiert, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann.

Nach Informationen dieser Zeitung soll möglicherweise eine in der Nähe liegende Biogasanlage für die Verunreinigung durch Silage verantwortlich sein. Bei dem Bach hatte es in der Vergangenheit – in den Jahren 2008 und 2011 – schon wiederholt ähnliche Verschmutzungen gegeben.

Am vergangenen Samstag hatten Passanten die Verunreinigung – eine schleimige, gallertartige Masse – entdeckt, fauliger Geruch machte sie auf einen so genannten Abwasser-Pilz aufmerksam. Sie informierten umgehend den Kreis Herford. Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde rückten aus und machten sich vor Ort ein Bild. Erste Proben wurden entnommen.

Im Bursieksbach und in fortlaufenden Nebengewässern ist nach einer Begehung ein Abwasserpilz gefunden worden. „Der Umfang der durch Silage hervorgerufenen Verunreinigung ist noch nicht abschließend aufgearbeitet“, sagt Patrick Albrecht, Pressesprecher des Kreises Herford auf Anfrage.

Einen langfristigen Schaden wird es im Gewässer wohl nicht geben. „Der Schaum und der biologische Rasen werden innerhalb von ein paar Tagen verschwinden, weil keine Nährstoffe mehr folgen, da die Einleitung jetzt abgestellt ist“, erklärt Albrecht.

Bereits am Wochenende war auch die Feuerwehr an der besagten Stelle im Einsatz und hat eine Sperre, wie sie auch bei Verunreinigungen mit Öl auf dem Wasser angebracht wird, installiert. „Diese Sperre sollte dafür sorgen, dass sich der oberflächliche Pilzbefall nicht weiter verbreitet und wurde bereits wieder entfernt“, erläutert Albrecht. Seit drei Tagen sei die Ursache behoben, es gelange nichts mehr in den Bach.

Wiederholt wurden Proben aus dem Gewässer entnommen – bereits am Montag, zuletzt am Mittwoch. „Die Staatsanwaltschaft lässt die Proben in einem speziellen Institut untersuchen“, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, von welchem Betrieb die Gewässerverunreinigung stammt.

Abwasserpilze sind eigentlich eine Kolonie verschiedener Bakterienarten, die sich besonders in dauerhaft verschmutzten Gewässern entwickeln. Sie kommen nicht selten in der Nähe von Biogasanlagen vor.

Der Pilz wird vor allem durch den unsachgemäßen Umgang mit Silage hervorgerufen, aber auch der nicht ordnungsgemäßer Umgang mit Gülle, Festmist, Kompost und Jauche kann als Ursache in Frage kommen. Vor allem kalte Temperaturen und ein hoher Nährstoffzufluss sorgen für einen niedrigen Sauerstoffgehalt im Wasser. Das wiederum führt dazu, dass das Bakterien-Wachstum begünstigt wird.

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