Fr., 06.04.2018

Fluchtwagen in Melle-Hoyel entdeckt – Sprengung mit Luft-Gas-Gemisch – Zeugin gesucht Automaten-Knacker erbeuten Bargeld

Die Überreste des Geldautomaten: Laut Polizei ist es den Tätern tatsächlich gelungen, das Gerät zu knacken. Wie viel Bargeld genau entwendet wurde, dazu schweigt die Polizei. Der Fluchtwagen wird derzeit auf Spuren untersucht.

Die Überreste des Geldautomaten: Laut Polizei ist es den Tätern tatsächlich gelungen, das Gerät zu knacken. Wie viel Bargeld genau entwendet wurde, dazu schweigt die Polizei. Der Fluchtwagen wird derzeit auf Spuren untersucht.

Von Jan Gruhn

Spenge (WB). Wie die Polizei am Donnerstag bestätigte, haben die Täter den Geldautomaten an der Langen Straße erfolgreich geknackt. Zur Höhe der Summe wurden keine Angaben gemacht. Der Fluchtwagen wird derweil von der Spurensicherung untersucht.

Wie bereits exklusiv berichtet, hatten Polizisten das Fahrzeug an der Grenze zu Niedersachsen entdeckt. Es handele sich um einen dunklen Audi, der im Dorf Hoyel bei Melle abgestellt worden sei, heißt es von der Kreispolizei Herford. Der Wagen soll niederländische Kennzeichen haben und im Nachbarland als gestohlen gemeldet sein. Bestätigen wollte das die Herforder Behörde aber nicht.

Zwei Personen auf dem Video zu sehen

Sicher sei mittlerweile allerdings, dass für die Sprengung des Geldautomaten ein Luft-Gas-Gemisch verwendet worden sei, erklärte Polizeisprecher Steven Haydon. Eine Methode, die laut Landeskriminalamt (LKA) häufig von professionellen Spreng-Banden aus den Niederlanden genutzt wird.

Zudem bestätigte die Kreispolizei, dass Überwachungsvideos aus der Brandruine

Haus ist zu retten

Bei der Sprengung des Geldautomaten wurde das sogenannte Seippel-Haus zwar massiv beschädigt. Allerdings wäre es laut dem Spenger Architekten Jürgen Wellmann durchaus möglich, den Bau wieder bewohnbar zu machen. »Abgerissen werden muss es wohl nicht.«

gerettet wurden. »Sie zeigen zwei männliche Personen«, erklärte Haydon. Weitere Details wollte er nicht nennen. Allerdings zeigt das Material nach Informationen dieser Zeitung aus mehreren Blickwinkeln, wie die Täter die Sprengung auf dem Bürgersteig vor dem Haus vorbereiten.

Zudem soll zu sehen sein, dass die Täter nach der ersten Explosion in ängstliche Hektik verfallen – das Überwachungssystem soll zunächst unbeschadet weitergefilmt haben. Erst nach der zweiten Detonation stoppe die Aufnahme, heißt es. Haben hier Profis womöglich einen Fehler begangen?

Geldscheine gefunden

Ob die Automaten-Knacker auch Beute im zerstörten Uhren- und Schmuckgeschäft Hellmann gemacht haben, ist laut Polizei weiter unklar. Fest stehe nur, dass sie das im Automaten enthaltene Bargeld mitgenommen hätten. Auch wenn die Polizei zu den genauen Zahlen schweigt – es dürfte sich dabei um mehrere tausend Euro handeln.

Allerdings haben die Täter scheinbar nicht alle freigesprengten Geldscheine einsammeln können: Unbestätigten Angaben zufolge soll in der Nähe des zerstörten Selbstbedienungsautomaten Geld gefunden worden sein. Von einer Summe von 21.000 Euro ist die Rede.

Zeugin gesucht

Laut Zeugenangaben soll sich eine etwa 45-jährige blonde Frau zur Tatzeit in der Nähe des Gebäudes befunden haben. »Sie ist keine Verdächtige«, betont Polizeisprecher Haydon. Sie werde allerdings gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter Telefon 05221/8880 zu melden, weil sie möglicherweise Hinweise liefern könne.

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