Do., 08.11.2018

Leben in der ehemaligen Heideschule: Vereine erneuern die Heizung Auf dem Weg zum Bildungszentrum

Manfred Vielhauer (von links), Julius Schüler, Rüdiger Brameyer, Henning Kleineberg, Lena Stangenberg, Norbert Aschoff, Aliya Paulini und René Rakowski haben gemeinsam die Heizungsanlage des Vereinszentrums Westerenger wieder in Gang gesetzt und einen Unterverteiler (Bildmitte Hintergrund) installiert.

Manfred Vielhauer (von links), Julius Schüler, Rüdiger Brameyer, Henning Kleineberg, Lena Stangenberg, Norbert Aschoff, Aliya Paulini und René Rakowski haben gemeinsam die Heizungsanlage des Vereinszentrums Westerenger wieder in Gang gesetzt und einen Unterverteiler (Bildmitte Hintergrund) installiert. Foto: Dembert

Von Daniela Dembert

Enger (WB). Jetzt kann der Winter kommen! In vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben Mitglieder der Westerengeraner Vereinslandschaft die Heizungsanlage im Vereinszentrum an der Westerengerstraße 237 wieder in Gang gesetzt.

Die Sanierungsmaßnahmen waren wegen eines Bruchs der im Fußboden verlegten Rohre notwendig geworden. »Wir haben die defekten Leitungen abgeklemmt und oberirdisch neu verlegt. Das ist kostengünstiger und besser zu warten«, sagt Rüdiger Brameyer.

Als Hausmeister des Komplexes hat er den Überblick in Sachen Gebäudezustand und anstehende Arbeiten. Die Zeit, die er in die Heizungsanlage investiert hat, ist aber Brameyers ehrenamtlichem Engagement im Seniorenclub der Arbeiterwohlfahrt geschuldet.

Viel Praktisches gelernt

Nicht anders bei Norbert Aschoff, der als Vorstandsmitglied der Sängergemeinschaft Westerenger und der Imker Spenge-Enger mitgearbeitet hat. Auch Manfred Vielhauer vom Zentrum für Elektronik, Telekommunikation und Informationstechnik (Zetis) und fünf seiner technikbegeisterten Jugendlichen haben mit angepackt.

»Das ist hier ganz im Sinne von Zetis. Die Jugendlichen haben eine Menge Praktisches gelernt«, versichert Vielhauer. Und obendrein waren die fünf eine echte Bereicherung, betonen Brameyer und Aschoff: »Deren Hilfe hat uns einige Laufmeter und damit eine Menge Zeit gespart.«

Trotzdem haben die Arbeiten volle sieben Tage in Anspruch genommen. Mehr als 70 Meter Rohr sind verlegt und auch ein Unterverteiler für etwaige Gebäudeerweiterungen ist gesetzt worden. »Ausmessen, zuschneiden, entgraten und verpressen; das war schon eine Menge Arbeit«, sagt Julius Schüler von Zetis, der die Arbeitsschritte offenbar bestens verinnerlicht hat.

Lehr-Bienenstand geplant

Im März diesen Jahres konnte das Vereinszentrum in den einstigen Räumen der Heideschule Eröffnung feiern. Für das Herrichten der Räume waren die Nutzergruppen verantwortlich. »Das ist mit der Stadt so abgemacht. Sie stellt das Material, wir die Man-Power«, sagt Norbert Aschoff.

Manfred Vielhauer zeigt sich begeistert von der Zusammenarbeit der Vereine untereinander, lobt den freundschaftlichen Austausch und das Voneinander-Lernen: »Das entwickelt sich hier noch zu einem richtigen Bildungszentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene«, sagt der ehemalige Naturwissenschaftslehrer auch mit Blick auf den Lehr-Bienenstand, den die Imker vor Ort errichten möchten.

Wegweiser in Arbeit

Zwar zähle das Domizil in der ehemaligen Heideschule schon mehr als 80 Nutzungen von zahlreichen Vereinen und Institutionen, ganz fertig sei es aber noch nicht, räumt Rüdiger Brameyer ein. Vor der Heizung habe man die Sanitäranlagen mit sparsamen Spülvorrichtungen ausgestattet.

Nächste Projekte seien eine Fluchttür im Gemeinschaftsraum, Pflasterungen im Außenbereich, das Anbringen eines Briefkastens und einer Hinweistafel und die Ertüchtigung zweier Werkstätten für die städtischen Hausmeister. »Und wir werden einen Wegweiser aufstellen«, so Aschoff.

Kommentar

Es mag Menschen geben, die der ehemaligen Förderschule auf der Grenze zwischen Enger und Spenge nachtrauern. Ihre Schließung hat der Inklusion schließlich nicht sogleich den reibungslosen Weg geebnet. Dass nun die Vereine in Westerenger ein Domizil gefunden haben, in dem sie sich wohlfühlen, ist gleichwohl zu begrüßen. Noch erfreulicher ist es, dass ihre Mitglieder mit anpacken und – wie jetzt geschehen – sogar die Heizungsanlage selbst erneuern. Die Stadt Enger spart Geld, sollte das Engagement durch Hilfen etwa bei der Pflasterung und beim Funk-Antennenbau honorieren.

– Gerhard Hülsegge

 

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