Sa., 15.12.2018

Unfall auf Bielefelder Straße in Spenge: Rentner (90) beklagt Raserei Mit Karacho in den Vorgarten: 10.000 Euro Schaden

Heinz Strunk (90) in seinem zerstörten Vorgarten vor seinem Haus an der Bielefelder Straße in Lenzinghausen. Im Hintergrund das kleine Hühnerhaus, in dem noch zwei Tiere leben. Vier Hühner wurden notgeschlachtet.

Heinz Strunk (90) in seinem zerstörten Vorgarten vor seinem Haus an der Bielefelder Straße in Lenzinghausen. Im Hintergrund das kleine Hühnerhaus, in dem noch zwei Tiere leben. Vier Hühner wurden notgeschlachtet. Foto: Gerhard Hülsegge

Von Gerhard Hülsegge

Spenge (WB). Für die Polizei war es ein Routine-Einsatz, für Heinz Strunk ist eine mittlere Katastrophe: Sein Vorgarten wurde von einem Autofahrer »zerlegt«, die Reparatur soll 10.000 Euro kosten und vier seiner sechs Hühner leben nicht mehr.

»Ich musste sie notschlachten, weil ich sie nicht mehr sicher halten kann«, sagt der 90-jährige Rentner aus Lenzinghausen. Vor vier Wochen ist seine Ehefrau gestorben. Jetzt hat er Post vom Verkehrskommissariat der Polizei in Bünde bekommen. Er soll sich zum Vorfall vom 7. Dezember äußern.

Polizei weckt Rentner

»Ich bin nachts von der Polizei geweckt worden. Die Beamten sagten, es sei jemand in meinen Garten gefahren«, erzählt der Senior, noch sichtlich mitgenommen vom Ereignis. Der Fahrer eines Geländewagens, auf der Bielefelder Straße in Lenzinghausen in Richtung Spenge unterwegs, hatte die leichte Kurve nicht gekriegt und war in Höhe des Hauses mit der Nummer 81 zunächst gegen den Zaun und dann gegen die Anpflanzungen (kleine Bäumchen) geprallt.

»Nachbarn haben den Vorfall beobachtet und den Fahrer darauf hingewiesen, dass er am Unfallort bleiben müsse«, berichtet Heinz Strunk. Sie wollen beobachtet haben, dass der Fahrer versucht habe, zurückzusetzen. Wäre er geflüchtet (wie die Hühner), hätte man seine Identität freilich auch später feststellen können. Denn das bei dem Alleinunfall vom Auto abgetrennte Nummernschild blieb im Garten zurück. Laut Polizei hat sich der Unfall gegen 0.35 Uhr ereignet. Der Fahrer aus Wallenbrück stand vermutlich unter Alkoholeinfluss und konnte auch keine gültige Fahrerlaubnis vorweisen.

Hühner verlieren Zuhause

Die Unfallstelle wurde inzwischen provisorisch gesichert, zwei seiner ehemals sechs Hühner hat Strunk im kleinen Stall auf seinem Grundstück untergebracht. »Frei laufen lassen kann ich sie ja nun nicht mehr«, meint der Spenger. Auch ist er der Meinung, dass auf der Bielefelder Straße viel zu schnell gefahren werde und viele Autofahrer die Kurve unterschätzten.

Schließlich ist es schon das zweite Mal in wenigen Jahren, dass ein Fahrzeug in seinem Garten landete. »Man kann nur unter Lebensgefahr den Bürgersteig reinigen, es ist eine einzige Jagerei«, schimpft der Rentner.

Um den zerstörten Doppelstabmattenzaun, den Maschendrahtzaun und die Randsteine zu ersetzen, hat er sich ein Angebot eingeholt. Die Fachleute beziffern den Schaden auf besagte 10.000 Euro. »Da wird wohl auch noch ein Gutachter kommen, ehe die Versicherung bezahlt«, mutmaßt Strunk.

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