Di., 12.02.2019

Stadt will Programm zur Dorferneuerung für Maßnahme in Hücker-Aschen nutzen Mühle soll mit Landesmitteln saniert werden

Die Wallholländer Mühle ist zurzeit gesperrt wegen Einsturzgefahr. Die Toilette (vorn) wird demnächst wieder geöffnet.

Die Wallholländer Mühle ist zurzeit gesperrt wegen Einsturzgefahr. Die Toilette (vorn) wird demnächst wieder geöffnet. Foto: Hülsegge

Spenge (WB/gge). Die wegen Einsturzgefahr momentan geschlossene Windmühle in Hücker-Aschen könnte mit Landesmitteln saniert werden. Das hat die Verwaltung während der jüngsten Ratssitzung in Spenge mitgeteilt. Wie Fachbereichsleiter Bernd Pellmann erklärte, besteht die Chance, vom Dorferneuerungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen zu profitieren. Die Maßnahmen in einem geschätzten Umfang von 300.000 Euro könnten bei Bewilligung des Antrages, der bis zum 28. Februar gestellt sein muss, mit 65 Prozent gefördert werden. Im jetzt vorgelegten Doppelhaushalt der Kommune für 2019 und 2020 sind 90.000 Euro an Investitionsmitteln für 2019 eingestellt.

»Wir haben bereits mit der Bezirksregierung in Detmold gesprochen und sind dort mit offenen Armen empfangen worden. Wir müssen uns nur ein bisschen sputen«, sagte Pellmann im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Bis Ende Monats soll eine detaillierte Kostenermittlung vorliegen, außerdem müssen die für notwendig erachteten Baumaßnahmen beschrieben werden. »Das braucht eine gewisse Zeit«, meinte Pellmann.

Vorzeitiger Baubeginn

Die Stadt hoffe, dass sie sich nach erfolgter Antragstellung im Programm des Landes wiederfinde. Die Gespräche mit den Vertretern es Regierungspräsidiums hätten jedenfalls Zuversicht widergespiegelt. Von der Bezirksregierung wurde auch empfohlen zu beantragen, mit den Baumaßnahmen vorzeitig – also noch vor Bewilligung der Landesmittel – beginnen zu dürfen, weil die Bausubstanz erheblich angegriffen ist. Normalerweise dürfen Landesmittel erst ausgegeben werden, wenn der Bewilligungsbescheid im Rathaus vorliegt.

Kommt alles wie geplant, könnte mit den Sanierungsarbeiten noch 2019 begonnen werden. Mit einer Wiedereröffnung der Mühle rechnet Pellmann allerdings nicht vor 2020/2021.

Die Wallholländer Windmühle von 1861 auf dem Gehlenbrink war im vergangenen Jahr noch vor Weihnachten von der Stadt Spenge geschlossen worden, nachdem Experten wie der Restaurator Christoph Probst das Gebälk für so morsch eingestuft hatten, dass Einsturzgefahr bestehe. Weil auch die Toilettenanlage nicht mehr benutzt werden durfte, hatte der Heimatverein Hücker-Aschen alle an der Mühlen geplanten Veranstaltungen abgesagt. Das WC soll jedoch in Kürze wieder genutzt werden können, da dort kein Pilzbefall festgestellt wurde.

Heimatverein kümmert sich

Die »holländische« Mühle im Norden Spenges wurde vom Müllermeister Friedrich Wilhelm Dieckmann errichtet. Sie blieb bis 1955 im Dienst, obwohl die Flügel schon 1948 außer Betrieb genommen wurden. In den 1980er Jahren wurden umfangreiche Renovierungen durchgeführt und die Flügel wieder aufgerichtet. Im Inneren der Mühle kann das fast vollständig erhaltene technische Inventar bewundert werden.

Seit Jahren kümmert sich der Heimatverein Hücker-Aschen um den Erhalt der Windmühle und bietet Besichtigungen an. Regelmäßig wurden unter anderem Mühlentage durchgeführt, um den Menschen aus nah und fern die Möglichkeit zu bieten, altes Haandwerk noch einmal hautnah zu erleben.

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