Sa., 16.03.2019

Rückgang der Anmeldezahlen von Spenger Kindern sorgt an Gesamtschule für Frust »Ein Schlag für alle Kollegen«

Die Regenbogen-Gesamtschule (links) in Spenge ist eine Baustelle – auch was die jüngsten Anmeldezahlen betrifft.

Die Regenbogen-Gesamtschule (links) in Spenge ist eine Baustelle – auch was die jüngsten Anmeldezahlen betrifft. Foto: Gerhard Hülsegge

Spenge (WB/gge). Katerstimmung in der Regenbogen-Gesamtschule (RGeS): Die Lehrerschaft kann sich nicht erklären, woran es gelegen hat, dass so viele Eltern aus Spenge zum Beginn des neuen Schuljahres 2019/2020 ihre Kinder an der Realschule und am Widukind-Gymnasium (WGE) in Enger angemeldet haben. Nur 24 Neuanmeldungen von Spengern verzeichnete die RGeS diesmal, im Vorjahr waren es noch 51.

»Das ist schon eine Nummer und ein Schlag für alle meine Kollegen. Und wir haben keine handfeste Erklärung dafür, dass sich die Eltern so entschieden haben«, meinte Gesamtschulleiter Hartmut Duffert in der jüngsten Sitzung des Schul-, Jugend- und Sportausschusses in der Gesamtschul-Mensa. Deshalb gehe man momentan noch davon aus, dass es sich um ein singuläres, also einmaliges Ereignis handele. »Trotzdem nehmen wir die Sache sehr ernst und schauen, was wir falsch gemacht haben«, sagte Duffert.

Stadt will Werbung betreiben

Dass 43 Grundschüler aus Spenge im Sommer zur Realschule nach Enger und 38 ans dortige Gymnasium wechseln, hat auch in Spenges Stadtverwaltung sowie bei den politischen Parteien für Verwunderung gesorgt. »Wir haben uns nach Bekanntwerden der Zahlen sofort mit den Leitern der Gesamtschule und der Grundschulen zusammengesetzt«, erklärte Bürgermeister Bernd Dumcke. Übereingekommen sei man darin, künftig mehr Werbung auch als Schulträger für die Gesamtschule zu betreiben.

Duffert betonte, dass die RGeS sowohl vom pädagogischen Konzept als auch von den Räumlichkeiten her und als Vorreiter beim digital gestützten Unterricht viel vorzuweisen habe. Zumal alle Bildungsabschlüsse inklusive Zentralabitur möglich seien.

CDU vermisst Heideschule

Probleme gibt es lediglich bei der Inklusion. Ab Sommer werden 30 Schüler mit Förderbedarf in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 unterrichtet. Stellenmäßig sei man aber schon jetzt zu 50 Prozent unterbesetzt, so Duffert. Gymnasien müssten dagegen nur Kinder aufnehmen, die »zielgleich« unterrichtet würden. »Es ist ein Trauerspiel, dass die Heideschule ausgelaufen ist«, sagte Ausschussvorsitzender Uwe Brinkmann (CDU).

Reinhold Hübers (CDU) meinte, nun zeige sich, dass die Stadt Spenge mit der Schließung der Realschule nicht die Rettung der Gesamtschule beschlossen habe. Alexander Luttermann (SPD) will »die Füße still halten«.

Kommentare

Kein Wunder !

Ich kann die Eltern verstehen.
Ich würde mein Kind dort auch nicht hinschicken.
Inklusion hilft weder den zu fördernden Kindern noch
den leistungsfähigen und -bereiten.
Über- oder Unterforderung sind an der Tagesordnung.
Besser ist die klassische Gliederung in Gymnasium, Realschule
und Sonderschule mit entsprechend geschulten Sonderpädagogen.
Und zum Schluss, polemisch und zuspitzend...:
Hätten Sie gern ein Abschlusszeugnis auf dem Regenbogen-
Gesamtschule steht ?

1 Kommentare

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