Di., 16.04.2019

Suche in sozialen Netzwerken – Aufruf 30.000 Mal im Internet geteilt Keine Spur von Reitpferden

Aus diesem Laufstall vom Bredenhof in Falkendiek wurden Kalle und Sammy in der Nacht zu Samstag gestohlen. Dagmar Schlinke-Demski warnt nun umliegende Höfe und hat in der Umgebung Flyer mit Fotos der beiden Pferde verteilt.

Aus diesem Laufstall vom Bredenhof in Falkendiek wurden Kalle und Sammy in der Nacht zu Samstag gestohlen. Dagmar Schlinke-Demski warnt nun umliegende Höfe und hat in der Umgebung Flyer mit Fotos der beiden Pferde verteilt. Foto: Christina Bode

Von Christina Bode

Herford (WB). Drei Tage sind Kalle und Sammy nun verschwunden – und noch immer fehlt von den Reitpferden jede Spur. Dagmar Schlinke-Demski setzt ihre größte Hoffnung jetzt auf das Internet, wo der Suchaufruf schon mehr als 30.000 Mal verbreitet wurde.

2000 Pferdefreunde sprechen den Besitzerinnen über die sozialen Netzwerke Mut zu und geben Tipps, wo nach den Tieren gesucht werden könnte. »Ein entscheidender Hinweis war bislang noch nicht dabei«, sagt die 47-Jährige aus Spenge.

Ihr 24 Jahre altes Pferd Kalle – ein Paint-Pinto-Mix – ist eines der beiden Tiere, die in der Nacht zu Samstag aus dem Laufstall am Bredenhof in Falkendiek entwendet wurden. 1000 Euro Finderlohn setzen sie und Saskia Voß, die Besitzerin des elf Jahre alten Schimmels Sammy, für einen zielführenden Hinweis aus.

Suche nach Fotos vom Pferdemarkt

Unter anderem suchen die Reiterinnen nach Fotos vom Pferdemarkt in Lingen. »Vielleicht sind unsere Pferde zufällig auf einem Bild zu sehen«, hofft Dagmar Schlinke-Demski. Kalle könne an einem Brandzeichen auf der linken Pobacke identifiziert werden. Es zeigt ein Kreuz in einem Schild und den Nummernbrand 80. Dass die Pferde gewinnbringend verkauft werden, kann sie sich kaum vorstellen. »Kalle ist mit seinen 24 Jahren bereits im Rentenalter. Selbst der Schlachtpreis läge vermutlich kaum über 250 Euro«, vermutet sie.

Mehr als zu warten und die Reiter auf den umliegenden Höfen zu warnen, bleibt den beiden vorerst nicht übrig. »Auf diesen Hof wird so schnell niemand mehr kommen, um Pferde zu stehlen«, vermutet Schlinke-Demski. Andere Hofbesitzer könnten vielleicht Schlimmeres verhindern, indem sie Kameras oder Bewegungsmelder aufhängen, meint sie. Schließlich sei es nicht der erste Pferdediebstahl in den vergangenen Wochen.

Parallele zum Fall in Hiddenhausen

Wie berichtet, waren Anfang März drei Pferde von einem Hiddenhauser Hof gestohlen worden, die später in Polen auftauchten. Hier war es den sozialen Medien zu verdanken, dass der neue Besitzer, an den die Tiere verkauft wurden, ausfindig gemacht werden konnte. Die Hiddenhauser unterstützten am Samstag bei der Suche und halfen mit ihren bereits vorhandenen Kontakten aus.

»Aber das ist ja wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen«, sagt Dagmar Schlinke-Demski. Sie habe sich zunächst nur schwer vorstellen können, dass ihr Kalle freiwillig auf einen Anhänger geht. Deshalb habe sie noch Hoffnung gehabt, dass er irgendwo rund um den Hof angeleint steht. Aber alle Suche war bislang vergebens.

Polizei fehlen konkrete Hinweise

Auch die Polizei konnte noch keinem konkreten Hinweis nachgehen. »Wir ermitteln in beiden Fällen, haben aber noch keinen Täter gefasst«, sagt Polizeisprecher Uwe Maser. Es werde geprüft, ob die Fälle in Zusammenhang stehen.

Die Staatsanwaltschaften aus Bielefeld und Polen stünden in engem Kontakt. Maser bittet Zeugen, die möglicherweise in der Nacht zu Samstag etwas gesehen haben, sich unter 05221/88 80 zu melden.

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