Fr., 26.04.2019

An Langer Straße/Ecke Bussche-Münch-Straße entsteht Wohn- und Geschäftskomplex Bagger zerlegt Haus mit Historie

Der Bagger hat bereits ganze Arbeit geleistet. Vom Haus Bünger, in dem zuletzt der »Bäckerjunge« angesiedelt war, steht nicht mehr viel. Auch das benachbarte Wohnhaus soll dem neuen Wohn- und Geschäftskomplex Platz machen.

Der Bagger hat bereits ganze Arbeit geleistet. Vom Haus Bünger, in dem zuletzt der »Bäckerjunge« angesiedelt war, steht nicht mehr viel. Auch das benachbarte Wohnhaus soll dem neuen Wohn- und Geschäftskomplex Platz machen. Foto: Gerhard Hülsegge

Von Gerhard Hülsegge

Spenge (WB). Das Haus Bünger steht nicht mehr. Mithilfe eines Baggers hat das Abbruch-Unternehmen Wimmelbrücker aus Rietberg das historische Gebäude fast in Gänze zerlegt.

Denn in Spenges Innenstadt nahe Grundschule, Friedhof und Rathaus soll – nach dem Abriss eines weiteren Gebäudes auf dem ehemaligen Gelände Bünger – schon im Mai mit dem Neubau eines Wohn- und Geschäftskomplexes begonnen werden. »Wir rechnen mit der Baugenehmigung im Laufe des nächsten Monats«, sagt Projektentwickler Ulrich Inderwisch.

Erster Eisverkauf

Das Stadtbild prägende Fachwerkhaus Bünger, in dem zuletzt der »Bäckerjunge« beheimatet war, ließ 1824 der damalige Pfarrer Ludwig Seippel (1777-1834) für seine erste Ehefrau Friederika, geborene Wex, errichten. Sie starb aber 1826, noch bevor sie dort einziehen konnte. 1834 starb auch der Seelsorger, so dass es dessen zweiter Ehefrau Ernestine Seippel, geborene Callmeier (1782-1872) vorbehalten blieb, fast 40 Jahre dort zu wohnen. 1873 wurde das Haus an die Familie Hippe verkauft, die dort eine Gastwirtschaft und Bäckerei eröffnete. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) ging das Gebäude in den Besitz der Familie Bünger (die letzte Eigentümerin war Hanna Bünger) über.

Nach der Währungsreform 1948 wurde dort auch das erste Eis in Spenge verkauft. In der Menagerie von Gerhard Bünger gab es nicht nur Fasanen, sondern auch Affen zu bestaunen. »Einer hat mich als kleines Kind einmal in den Finger gebissen«, erinnert sich Heimatforscher Ludwig Seippel. In seinem Besitz befindet sich auch ein Foto vom Balken über der Deelentür, der Auskunft über den Ursprung des Hauses Bünger gibt. Am Donnerstag zierte es, wenn auch stark verblichen, den Eingang.

Bäckerei und Frisör

Innerhalb eines Jahres sollen zwei moderne Wohn- und Geschäftshäuser am Friedhof entstehen. Bauherr ist die Firma Bokermann aus Bielefeld. In das Gebäude parallel zum Friedhof zieht der Pflegedienst Bonitas ein. Im zweiten Obergeschoss sind barrierefreie Wohnungen geplant. Im zweiten Gebäude direkt an der Kreuzung wird es eine Bäckerei mit Außengastronomie an der Rotbuche geben. Außerdem siedeln sich ein Frisör, das Kreisjugendamt und eine psychologische Praxis im Spenger Zentrum an. Ferner entstehen Penthouse-Wohnungen im Obergeschoss.

»Mitte Mai wollen wir mit der Vermietung beginnen«, sagt Ulrich Inderwisch, der nur noch auf die Baugenehmigung durch den Kreis Herford wartet.

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