Mo., 27.05.2019

Höhere Wahlbeteiligung als im Jahr 2014 – AfD erreicht 9,9 Prozent auf Kreisebene »Katastrophales Ergebnis für die SPD«

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Herford (WB/ram/pjs/man/hr). Die SPD stürzt ab auf 22,9 Prozent, herbe Verluste auch bei der CDU – deutliche Zuwächse hingegen für die Grünen und die AfD: Bei der Europawahl im Kreis Herford hat sich das Stimmenverhältnis gegenüber 2014 stark verschoben. Mit 25,9 Prozent votierten gestern die meisten Wähler für die CDU.

SPD-Kreisvorsitzender und Bundestagsmitglied Stefan Schwartze bezeichnete das Ergebnis als »unglaublich schmerzhafte Niederlage für die SPD«. Es setze auch den Trend von Wahlniederlagen fort. Vom erwartet schlechten Abschneiden der SPD sprach Bürgermeister Tim Kähler (SPD). Die Themen Klimaschutz und Klimawandel seien im Wahlkampf beherrschend gewesen. Das erkläre auch das gute Abschneiden der Grünen in Deutschland. »Die SPD muss sich nach einer Reihe schlechter Wahlergebnisse fragen, ob sie die richtigen Inhalte mit den richtigen Personen transportiert. Unsere Spitzenkandidatin Katarina Barley nehme ich da ausdrücklich heraus. Sie hat aus meiner Sicht einen tollen Wahlkampf geliefert«, betonte Kähler.

Tief enttäuscht über das schlechte Ergebnis der SPD ist auch Landrat Jürgen Müller (SPD). »Das Resultat in Deutschland spiegelt das Gesamtbild der Partei auf Bundesebene wider«, so Müller. Das katastrophale Ergebnis seiner Partei müsse auch personelle Konsequenzen in Berlin nach sich ziehen.

Sorgen über den »rechten Block«

Zwar sind die Christdemokraten auf Kreisebene stärkste Kraft geworden. Dennoch sieht Dr. Tim Ostermann, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Herford, nur kleine Lichtblicke. »Das Ergebnis auf Kreisebene freut uns, ebenso die gestiegene Wahlbeteiligung.« Auf Bundesebene stelle sich das Ergebnis der CDU aber desaströs dar. Der Wähler habe die GroKo abgestraft, betont Ostermann.

Mit Blick auf die Ergebnisse in Deutschland, aber auch im Kreisgebiet, zeigte sich Herbert Even (Die Grünen) sehr zufrieden. »Auf europäischer Ebene haben wir Grünen natürlich das Problem, dass wir in einigen Ländern noch nicht wirklich Fuß gefasst haben.«

Sorge bereite ihm der »rechte Block«, der sich in Europa verfestige. »Wir alle sind aufgerufen, noch mehr auf die Errungenschaften, die die Europäische Union vorzuweisen hat, hinzuweisen«, sagte der Grüne.

Höchste Wahlbeteiligung in Spenge

In allen Städten und Gemeinden des Wittekindskreises Wahlergebnisse oberhalb der fünf Prozent – aus Sicht von Stephen Paul (FDP) ein Grund zur Freude. »Das stimmt uns hoffnungsvoll für die Kommunalwahl im nächsten Jahr«, so der Liberale. Bei den Jung- und Erstwählern liege man sogar vor der SPD und AfD. Deshalb wolle die FDP mit Blick auf die Kommunalwahl verstärkt auf die Bedürfnisse junger Wähler eingehen.

Die Wahlbeteiligung lag mit 59,3 Prozent knapp 6,5 Prozentpunkte über der im Jahr 2014. Die höchste Wahlbeteiligung gab es mit 64,3 Prozent in Spenge, die niedrigste mit 56,6 Prozent in Herford.

Die Wahlergebnisse. Foto: Votemanager.de

Kommentare

Ausgewogene und neutrale Berichterstattung !?

In dem Artikel werden Vertreter (3xSPD, 1xCDU, 1xGrüne) der drei am besten abgeschnittenen Parteien und ein Vertreter der an 5. Stelle stehenden Partei (FDP) zitiert. Und wo bleibt ein Vertreter der an 4. Stelle stehenden Partei (AfD), die genauso wie die vorgenannten Parteien demokratisch gewählt wurde? Was hat das mit ausgewogener und neutraler Berichterstattung zu tun, wenn dreimal ein Vertreter der SPD (an 2. Stelle, mit den stärksten Verlusten) und nicht einmal ein Vertreter der Partei an 4. Stelle zitiert wird?

1 Kommentare

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