Fr., 31.05.2019

Starke Polizeipräsenz verhindert Ausschreitungen zum »Vatertag« am Hücker Moor Strafanzeigen und Platzverweise

Mehr als 60 Einsatzkräfte der Polizei waren am Donnerstag am Hücker Moor stationiert, um die zum Großteil angetrunkenen Vatertagsausflügler in Schach zu halten.

Mehr als 60 Einsatzkräfte der Polizei waren am Donnerstag am Hücker Moor stationiert, um die zum Großteil angetrunkenen Vatertagsausflügler in Schach zu halten. Foto: Dembert

Von Daniela Dembert

Spenge (WB). »Eine insgesamt ruhige und friedliche Veranstaltung«, so das Fazit der Polizeipressestelle über den Einsatz am Hücker Moor zu Christi Himmelfahrt. Zwei Strafanzeigen (eine wegen Körperverletzung, eine wegen Beleidigung), zwei Platzverweise und eine Ingewahrsamnahme sind die positiv zu wertende Bilanz der Präsenz von mehr als 60 Einsatzkräften der Polizei.

Auch das Kreisjugendamt war vor Ort und bot den jungen Vatertags-Ausflüglern einen Anlauf- und Ruhepunkt mit Kaffee und Mineralwasser außerhalb der abgesperrten Partymeile.

Wilhelm Füroff (von links), Sebastian Huep, Daniel Niestradt, Daniel Buschmann und Karsten Leonardt sammeln säckeweise Flaschen und Getränkebecher aber auch größeren Unrat ein. Foto: Dembert

Etwa 500 Jugendliche, also weitaus weniger als in den Vorjahren, hatten sich am Donnerstag auf der Moorstraße versammelt. »Das liegt sicher auch daran, dass wir im Vorfeld in der Presse deutlich kundgetan haben, wie wenig wir diese Veranstaltung schätzen« , meinte Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Dieter Lorenz.

Strenger gegen Ausschweifungen vorgegangen

Nachdem es in den Vorjahren immer wieder zu Ausschreitungen, Verletzungen des Jugendschutzgesetzes, Zertrampeln der Ackerflächen und einer erheblichen Vermüllung entlang der Moorstraße gekommen war, haben Stadtverwaltung und Polizei beschlossen, strenger gegen diese Ausschweifungen vorzugehen.

Um die geschäftsschädigende Situation für die Ausflugslokale entlang des Hücker Moores zu entschärfen, hatte man auf der für den Autoverkehr gesperrten Moorstraße nur das erste Drittel ab Einmündung Torfstraße für die Vatertagsausflügler abgesteckt. Der Weg in Richtung Gastronomie war den zumeist stark alkoholisierten Feiernden verwehrt.

Bauhof sammelte 2018 400 Kilogramm Müll auf

Als Repräsentanten des Ordnungsamts waren Bürgermeister Bernd Dumcke und Bernd Pellmann zugegen. »Wir haben für diese Veranstaltung überhaupt kein Verständnis«, meinte das Stadtoberhaupt. »Nahezu der komplette Bauhof ist den kommenden Tag im Einsatz, um die Müllberge zu beseitigen. Im letzten Jahr waren das 400 Kilogramm Unrat«, so der Chef von Rat und Verwaltung. Trotzdem sehe man sich seitens der Verwaltung verpflichtet, die Veranstaltung, die ja faktisch keine sei, in sichere Bahnen zu lenken.

Das Gelände wurde abgesperrt, ein Toilettenwagen aufgestellt und zusätzlich zum Polizeiaufgebot wurden vier Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr abgestellt. Dumcke sieht dies als »eine Gratwanderung« und konstatierte: »Auf keinen Fall stehen wir hier als Veranstalter.«

Kreisjugendamt kontrolliert

Jan Brockelt und Jan Müller vom Kreisjugendamt haben in regelmäßigen Abständen eine Patrouille durch die feiernde Menge gemacht und konnten, was den Jugendschutz angeht, weitestgehend Entwarnung geben: »Wir haben nur wenige Teilnehmer gesehen, die wir direkt als Minderjährige identifizieren würden.« Auch sei die Stimmung gut und friedlich gewesen.

Ihr Konzept sehe vor, sich als Ansprechpartner allen, aber besonders den jungen Besuchern, anzubieten. »Besser ist, die Polizei muss sich gar nicht erst kümmern«, erklärte Brockelt.

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