Di., 18.06.2019

Hospizgruppe des Lukas-Krankenhauses gestaltet Projektwoche in Grundschule Ziel: Kindern Angst vor dem Tod nehmen

Die Kinder der Klasse 4b der Grundschule Spenge-Land erlebten mit der Hospizgruppe eine spannende, informative und auch fröhliche Woche zu den Themen Sterben, Tod, Trauer und Trost.

Die Kinder der Klasse 4b der Grundschule Spenge-Land erlebten mit der Hospizgruppe eine spannende, informative und auch fröhliche Woche zu den Themen Sterben, Tod, Trauer und Trost.

Spenge (WB). Grundschülern die Themen Sterben, Tod und Trauer näherbringen, ihnen Angst nehmen und einen natürlichen Umgang beibringen: Darum geht es bei dem Projekt »Hospiz macht Schule«, das jetzt von fünf Ehrenamtlichen der Hospizgruppe am Bünder Lukas-Krankenhaus an der Grundschule Spenge-Land durchgeführt wurde.

»Ich fand’s toll, dass wir heute mit Fingerfarben malen durften«, sagt ein Mädchen am vierten Tag auf die Frage der Tagesleiterin danach, was heute besonders gut war. Einer der Jungen fand besonders gut, »dass wir heute Blumen gepflanzt haben«.

Offene Haltung in Krisenzeiten

Das Projekt wurde vor etwa zwölf Jahren von der Bundeshospizakademie entwickelt und seither schon knapp 800 Mal mit Erfolg an vielen verschiedenen Grundschulen Deutschlands durchgeführt. Eine Woche lang werden die Kinder in einem gut aufgebauten Konzept durch die Thematik geführt, wobei spielerische und erlebnisbezogene Methoden der Themenerarbeitung den Vorrang vor einer theoretischen Wissensvermittlung haben. Es beginnt mit dem ersten Tag: »Werden und Vergehen«, am zweiten Tag ist das Thema »Krankheit und Leid« dran, es folgen Einheiten mit den Titeln »Sterben und Tod«, »Vom Traurig-Sein« und »Trost und Trösten«.

Kindern soll die Durchführung der Projektwoche eine präventiv vorbereitende Unterstützung bei Erfahrungen von Tod, Trauer und Abschied bieten. »Jetzt habe ich keine Angst mehr vor dem Tod«, berichtete ein Mädchen einer Ehrenamtlichen ganz erleichtert.

Auch die Schulverantwortlichen stehen in der Situation von Krankheit und Tod von Großeltern oder gar Eltern oft vor der Frage: Sprechen wir das Geschehene offen an oder ist es besser, von Tod, Trauer und Abschied nicht zu sprechen? Insofern soll dieses Angebot der Hospizdienste auch eine Unterstützung der Grundschulen in ihrem pädagogischen Konzept bedeuten, eine offene Haltung in Krisenzeiten zu bewahren und damit Bewältigungs- und Lebenspotenzial zu gewinnen.

Eltern-Gespräche am Buffet

In einem kleinen Abschiedsfest am letzten Tag wurden den Eltern die von den Mädchen und Jungen erarbeiteten Ergebnisse der Woche einschließlich eines kleinen Tanzes präsentiert. Beim anschließenden Buffet hatten die Eltern dann auch noch Gelegenheit, mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Hospizgruppe ins Gespräch zu kommen.

Die Frage einiger Kinder: »Kommt Ihr mal wieder?« zeigt denn auch, dass die »Hospizler« gern gesehene Gäste waren, die auch selbst im nächsten Jahr sicherlich gerne wieder mit dem Projekt in die Schule zu Besuch kommen.

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