Mo., 24.06.2019

Spenger Löschgruppen arbeiten zusammen – Vorgehen mit Bodycams gefilmt Feuerwehr probt den Ernstfall

Von Menschenrettung bis Gebäudekühlung: Während der Übung bei der Firma Wolf PVG proben die Einsatzkräfte gleich mehrere Kompetenzbereiche.

Von Menschenrettung bis Gebäudekühlung: Während der Übung bei der Firma Wolf PVG proben die Einsatzkräfte gleich mehrere Kompetenzbereiche. Foto: Daniela Dembert

Von Daniela Dembert

Spenge (WB). Beim Eintreffen an der Einsatzstelle wird den Feuerwehrkräften sehr schnell klar, dass es sich hier nicht um eine Fehlalarmierung einer Brandmeldeanlage handelt. Eine Frau steht mit rußverschmiertem Gesicht am Tor der Firma Wolf PVG und ruft um Hilfe. Vier Menschen werden in den verrauchten Sozialräumen, in denen ein Feuer ausgebrochen ist, vermisst.

Zum Glück handelt es sich nur um ein Übungsszenario, zu dem die Löschgruppen Wallenbrück, Hücker-Aschen und Bardüttingdorf sowie der Einsatzleitwagen des Löschzugs Spenge-Mitte am Freitagabend ausgerückt sind. Geprobt wird unter realistischen Bedingungen. Daher ist auch die Notfalldarstellung des DRK mit vier Mimen vor Ort.

Einsatz unter Atemschutz

Menschen, die um Hilfe schreien und unter Schock unberechenbar agieren sind Stressfaktoren, die ebenso auf die Einsatzkräfte einwirken wie die Ungewissheit der Lage, in die sie sich begeben. »Obwohl es nur eine Übung ist, steht man unter Adrenalin«, erzählt Julian Büsching. Voll ausgerüstet mit Atemschutz, Schutzkleidung und einem Schlauchtragekorb –Gesamtgewicht 40 bis 50 Kilogramm – gehört er zum Rettungstrupp, der sich auf die Suche nach den Vermissten macht.

Vermisste werden »gerettet«, Foto: Dembert

Hier und da ist im dichten Rauch orangefarbener Lichtschein erkennbar – die simulierten Brandherde. Wie sich während der Übung herausstellt, erweisen sich die Helmlampen als wenig hilfreich. Wirksames Hilfsmittel zur Orientierung sind die Wärmebildkamera, die Personen und Glutnester erkennen lässt und die bereits verlegten Schläuche.

Der Einsatz unter Atemschutz ist genau getaktet. Lars Scheer kontrolliert und dokumentiert die Zeit. »Ich informiere die Kameraden über verbleibende Atemluft in den Geräten. Die Rückweg muss ja auch einkalkuliert werden«, sagt Scheer. Parallel laufen die Lösch- und Kühlungsarbeiten, für die eilig diverse Meter Schlauch verlegt werden.

Mit Bodycams gefilmt

Nachdem das Gebäude planmäßig abgesucht und alle Vermissten gerettet sind, geht es an die Entrauchung. Vor der Eingangstür wird ein Gebläse aufgestellt, das den Rauch aus den zuvor geöffneten Fenstern des Gebäudetraktes drückt. Für die spätere Analyse wird das Vorgehen im Übungseinsatz mit Bodycams gefilmt.

Ersonnen hat das Szenario Wallenbrücks Löschgruppenführer Tim Tegelhütter, an dessen Arbeitsplatz die Übung stattfindet. »Wir sind darauf angewiesen, dass im Ernstfall alles klappt. So eine Übung gibt auch uns Sicherheit«, kommentiert Markus Seele, Werksleiter und Brandschutzbeauftragter der Firma Wolf.

Einsatzkräfte aus mehreren Einheiten

»Gerade für die kleineren Löschgruppen, die nicht über so viel Equipment wie die größeren Löschzüge verfügen, ist es wichtig, sich im Umgang mit allem zu schulen«, so Tegelhütter. Der geprobte Einsatz umfasst mehrere Kompetenzbereiche: Menschenrettung, Brandbekämpfung und Gebäudekühlung, Entrauchung und Verletztenbetreuung.

Löscheinheitenübergreifende Übungen seien essenziell für das Zusammenwirken im Ernstfall, erklärt Wehrführer Thomas Reschke: »Viele Kameraden arbeiten außerhalb, so dass es üblich ist, dass bei Alarmierungen Einsatzkräfte aus mehreren Einheiten zusammenkommen.«

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