Di., 10.09.2019

Seniorenbeirat und Martinsstift werben für Notfalldose Rettung aus dem Kühlschrank

Die grüne Notfalldose ist nicht größer als ein Marmeladenglas. Auf einem Infoblatt können Patienten wichtige Daten zu Medikamenten und Vorerkrankungen eintragen. So erleichtern sie dem Rettungsdienst die Arbeit. Ein kleines Klebeschild am Hauseingang zeigt, ob eine Notfalldose vorhanden ist.

Die grüne Notfalldose ist nicht größer als ein Marmeladenglas. Auf einem Infoblatt können Patienten wichtige Daten zu Medikamenten und Vorerkrankungen eintragen. So erleichtern sie dem Rettungsdienst die Arbeit. Ein kleines Klebeschild am Hauseingang zeigt, ob eine Notfalldose vorhanden ist. Foto: Christina Bode

Von Christina Bode

Spenge (WB). Im Notfall muss es schnell gehen: Wird der Rettungsdienst gerufen, können Sekunden manchmal Leben retten. Wer dann eine Notfalldose im Kühlschrank deponiert hat, der erleichtert den Sanitätern die Arbeit.

Sie ist nicht größer als ein Marmeladenglas und enthält die wichtigsten Informationen über den Patienten: Seit 2014 gibt es die Notfalldose, in der sich ein Infoblatt befindet. Welche Medikamente nimmt der Patient, hat er Vorerkrankungen oder eine Allergie, wo ist er versichert und wer ist der Hausarzt? Alle Informationen finden sich hier auf einen Blick und müssen nicht mühsam in Akten zusammengesucht werden.

Ein kleiner Aufkleber im Eingangsbereich des Hauses weist die Sanitäter auf die Dose hin. Damit sie schnell zu finden ist, gibt es einen festen Ablageplatz: den Kühlschrank. Auch hier kann ein weiterer Aufkleber auf den Standort hinweisen. Die Klebeschilder gehören neben dem Infoblatt zur Grundausstattung der grünen Notfalldose.

Mitglieder des Seniorenbeirats, des Rettungsdienstes, aus dem Martinsstift und Quartiersmanagerin Ute Meyer zu Lenzinghausen wollen auf die Notfalldose aufmerksam machen. Foto: Bode

Der Seniorenbeirat der Stadt Spenge, das Martinsstift und Quartiersmanagerin Ute Meyer zu Lenzinghausen wollen mit einer Kampagne auf die Notfalldose aufmerksam machen und die Verbreitung vorantreiben. In verschiedenen Seniorengruppen und Vereinen haben sie die Dose bereits vorgestellt. Am Aktionstag »Mobil ohne Auto« werden sie am kommenden Sonntag mit einem Infostand am ZOB in Spenge vertreten sein und Passanten die Handhabung erklären.

In Stressituationen alle Infos griffbereit haben

Dennis Langeloh ist Rettungssanitäter und weiß daher aus eigener Erfahrung: »Gerade in Stresssituationen haben Patienten, aber auch Angehörige, manchmal nicht direkt alle Infos parat.« Bei einigen Einsätzen in Spenger Haushalten hätte er bereits eine Notfalldose vorgefunden: »Es könnten aber noch deutlich mehr werden«, sagt er. Wenn die Informationen vernünftig gepflegt seien, könnte den Patienten schneller geholfen werden. Bei bestimmten Krankheitsbildern, zum Beispiel einem Schlaganfall, sei das manchmal wertvolle Zeit, die gewonnen werden könne. Die Notfalldosen seien allerdings nicht nur für Senioren ein wichtiges Instrument. Menschen jeden Alters – auch Kinder – könnten davon profitieren, sagt Langeloh.

»Im Notfall tut es auch ein Marmeladenglas, in dem Zettel mit Infos verstaut werden«, fügt Quartiersmanagerin Ute Meyer zu Lenzinghausen hinzu. In der Dose können jedoch nicht nur medizinische Daten hinterlegt werden. Auch, ob es eine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung gibt, ob Haustiere versorgt oder Kinder aus der Schule abgeholt werden müssen, kann dort aufgeschrieben werden. Um die Dose dem richtigen Patienten zuordnen zu können, sei es außerdem hilfreich, die Dosen mit Namen zu beschriften. So kann schnelle und effektive Hilfe geleistet werden.

Hier gibt es die Notfalldose

Der Seniorenbeirat der Stadt Spenge, Mitarbeiter des Martinsstiftes und Quartiersmanagerin Ute Meyer zu Lenzinghausen informieren beim Aktionstag »Mobil ohne Auto« am kommenden Sonntag über die Notfalldose. Mit einem Infostand sind sie am ZOB in Spenge anzutreffen. Gegen eine kleine Spende ist die Dose dort erhältlich. Auch auf dem Weihnachtsmarkt wollen sie mit einem Infostand vertreten sein. Außerdem gibt es die Dosen im Martinsstift sowie in allen Apotheken und bei einigen Hausärzten.

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