Sa., 12.10.2019

Sanierung des Blücherplatzes in Spenge – Wasserspiel kostet jährlich 10.000 Euro Nur CDU stimmt gegen Siegerentwurf

Im Siegerentwurf des Landschaftsarchitekten Franz Reschke (Berlin) sind für den Blücherplatz ein Wasserspiel und eine Tribüne vorgesehen.

Im Siegerentwurf des Landschaftsarchitekten Franz Reschke (Berlin) sind für den Blücherplatz ein Wasserspiel und eine Tribüne vorgesehen. Foto: Lageplan: Franz Reschke

Von Ruth Matthes

Spenge (WB). Die Sanierung des Blücherplatzes wird so realisiert, wie es der Gewinnerentwurf des Architektenwettbewerbs vorsieht. Das hat der Rat der Stadt Spenge am Donnerstagabend nach angeregter Diskussion gegen die Stimmen der CDU beschlossen.

Vor allem die gestiegenen Kosten für die Realisierung des Entwurfes hatten die Christdemokarten veranlasst, gegen die Umsetzung der Pläne des Büros Franz Reschke zu stimmen. Wie berichtet, hatte es 2014/15 eine Kostenschätzung gegeben, die sich auf 900.000 Euro, bzw. 1,1 Millionen inklusive Nebenkosten belief. »Diese Summe wurde den beteiligten Architekten des Wettbewerbs auch an die Hand gegeben, allerdings nicht als Vorgabe, die unbedingt einzuhalten sei«, erklärte Fachbereichsleiter Bernd Pellmann auf Anfrage. Mittlerweile gehe Reschke allerdings von Bruttokosten – das heißt inklusive Mehrwertsteuer und Planungskosten, von 1,75 Millionen Euro aus, so Pellmann. Als Gründe nennt er unter anderem die gestiegenen Preise im Hoch- und Tiefbau und das Wasserspiel, das bei den ursprünglichen Plänen keine Rolle gespielt habe.

Wasserspiel kostet jährlich 10.000 Euro

Dieses Wasserspiel war bereits in der Hauptausschuss-Sitzung von der CDU kritisch hinterfragt worden. Die Unionsfraktion hatte sich seinerzeit gegen den Architektenwettbewerb gestellt und hat nun Sorge um die Folgekosten des Wasserspiels. Auf Wunsch der CDU hatte Bürgermeister Bernd Dumcke die laufenden Kosten erfragt. Wie er dem Rat erklärte, belaufen sie sich voraussichtlich auf bis zu 10.000 Euro pro Jahr.

Kritik der CDU

Den CDU-Fraktionsvorsitzenden Lars Hartwig bestärkte diese Zahl in der Haltung gegen den Reschke-Entwurf. Er warf dem Architekten vor, im Wettbewerb bewusst falsche Zahlen genannt zu haben. »Wir fühlen uns hinters Licht geführt«, sagte er. Wenn man von 25 Jahren Laufzeit ausgehe, komme man inklusive der Investitionskosten schon auf mehr als 2 Millionen Euro. »Das ist für eine Kommune, der gerade erst aus der Haushaltsicherung heraus ist, einfach zu viel«, erklärte sein Parteikollege Reinhold Hübers. »Das wird ein Fass ohne Boden und anderswo fehlt das Geld«, betonte Hartwig.

Den Vorwurf der SPD, auch Mitglieder der CDU hätten in der Jury gesessen, die sich einmütig für den Entwurf »Stadtbühne« ausgesprochen hatte, wollte Ruth Pilgrim nicht auf sich sitzen lassen. Die CDU-Ratsfrau betonte, wenn sie gewusst hätte, dass die Umsetzung nicht 1,1 Millionen Euro, sondern fast 1,8 Millionen kosten wird, hätte sie definitiv für ein anderes Modell votiert.

Kostenexplosion beklagt

Sprecher aller Fraktionen bedauerten in ihren Stellungnahmen die Kostenexplosion, sprachen sich aber letztlich doch dafür aus, weiter an dem Projekt festzuhalten. SPD-Ratsherr Alexander Luttermann gab zu, dass »wir die Finanzierung kritischer hätten hinterfragen« müssen. »1,8 Millionen Euro sind viel Geld, aber wenn wir am Wettbewerbssieger festhalten, bekommen wir die 70-prozentige Förderung über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept. Das heißt, wir zahlen 550.000 Euro, von denen wir 350.000 Euro ohnehin schon ausgegeben haben und nicht zurückbekommen«, erklärte er. Ziehe der Rat nun einen Schlussstrich, hätte er das Geld in den Sand gesetzt und müsse den maroden Platz immer noch sanieren. »Für 200.000 Euro mehr bekommen wir einen höchst attraktiven Ort, der zum Verweilen einlädt«, argumentierte Hans-Jürgen Fischer (SPD) und Ralf Kinnius (UWG) meinte, dass Projekt jetzt nicht weiterzuführen, sei töricht.

Zwanzig Ja-, zehn Nein-Stimmen und eine Enthaltung

»Unsere Bürger zahlen schon hohe Steuern, wir sollten ihnen dafür auch mal etwas bieten«, appellierte Rainer Kalla an die CDU, die sich über solche Töne von der FDP wunderte. Mit 20 Ja- und zehn Nein-Stimmen bei einer Enthaltung sprach sich der Rat schließlich dafür aus, den nötigen Förderantrag an das Programm ISEK für 2020 zu stellen.

Kommentare

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6994159?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514632%2F