Di., 14.01.2020

In der Schäferwiese entsteht ein Retentionsbodenfilter für 3,5 Millionen Euro Spenges nächste Großbaustelle

Die Bäume wurden bereits gerodet, im März soll mit dem Bau begonnen werden.

Die Bäume wurden bereits gerodet, im März soll mit dem Bau begonnen werden. Foto: Christina Bode

Von Christina Bode

Spenge (WB). In Enger gehen die Arbeiten langsam dem Ende zu, Spenge steht die nächste Großbaustelle direkt bevor: Auch hier wird mit dem Bau eines Retentionsbodenfilterbeckens in den Umweltschutz investiert. 3,5 Millionen Euro kostet die Maßnahme.

So manchem Spaziergänger ist es schon aufgefallen, dass auf der Schäferwiese gegenüber der Kläranlage Bäume gefällt wurden. „Die Aufsichtsbehörden sehen Handlungsbedarf, Abwasser zu filtern“, sagt Sabrina Held, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Infrastruktur und Bauen bei der Stadt Spenge. Da es immer mehr versiegelte Flächen gebe, müsse die Stadt Spenge nach der geänderten EU-Wasserrahmenrichtlinie bis zum Herbst 2021 eine Filteranlage für Abwasser in Betrieb nehmen. „Das ist notwendig, damit wir uns wohnbautechnisch weiterentwickeln können“, sagt sie. Die Stadt habe keine andere Wahl.

Schäferwiese wird abwassertechnisch genutzt

Da die Schäferwiese bereits seit den 90er Jahren abwassertechnisch genutzt werde und in direkter Nachbarschaft zum Klärwerk, aber auch zum Mühlenbach liegt, entstehen das 2380 Quadratmeter große Retentionsbodenfilterbecken sowie ein nachgeschaltetes, 3000 Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken an dieser Stelle.

Sabrina Held und Jens Nickolaus stellen die Pläne vor. Foto: Bode

Derzeit laufen die Ausschreibungen, im März soll mit dem Bau des Beckens begonnen werden. Ingenieur Jens Nickolaus erklärt das Vorgehen: „Aktuell fangen wir das Regenwasser in zwei Regenüberlaufbecken auf. Einmal am Kreisel Lange Straße/Ravensberger Straße und auf dem Grundstück der Kläranlage.“ Schmutzwasser fließe direkt zur Kläranlage. Wenn sich bei Regen Schmutz- und Regenwasser vermischen, wird es in den Überlaufbecken aufgefangen. Von beiden Becken wird das Wasser in den Mühlenbach geleitet. „Zwar wird der grobe Schmutz abgefangen, das Wasser wird aber noch nicht gefiltert“, sagt Nickolaus. Diese Aufgabe soll das Retentionsbodenfilterbecken künftig übernehmen.

Becken wird mit Schilf bepflanzt

„In ein paar Jahren wird man das Becken gar nicht mehr als solches erkennen“, ergänzt Sabrina Held. Es werde großflächig mit Schilf bepflanzt, der neben einer Sand- und Kiesschicht die Aufgabe übernimmt, das Wasser zu filtern. Und auch der Rest der Schäferwiese werde renaturiert. Das Bauende ist für Februar 2021 terminiert, bis der Schilf Wurzeln gefasst hat und das Filterbecken in Betrieb genommen werden kann, wird es wohl Herbst.

Das Wasser werde dann von der Langen Straße und der Kläranlage zu einem Vereinigungsbauwerk geleitet. „Von dort aus wird der Filter beschickt“, erklärt Nickolaus. Eine Beschickungsrinne laufe mittig durch das Filterbecken, damit das Wasser gleichmäßig verteilt und der Schilf bewässert wird. „Dränagerohre leiten das Wasser zum Regenrückhaltebecken weiter, von wo es dann in den Mühlenbach geleitet wird.“

Keine Straßensperrungen

Große Straßensperrungen wie in Enger – hier muss die Niedermühlenstraße voll gesperrt werden – seien nicht zu erwarten. „Während der Kanalbauarbeiten und beim Bau des Vereinigungsbauwerks muss der Martinsweg teilweise gesperrt werden. Der Verkehr auf der Neuenkirchener Straße wird aber ungehindert fließen können“, sagt Held.

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