Di., 21.01.2020

Ulrich Gressog und Markus Malitte sind mit E-Bikes unterwegs Pastoren auf Diensträdern

Der Himmel ist bewölkt, der Wind bläst böig und Regen ist angesagt. Ulrich Gressog und Markus Malitte sind kleidungstechnisch gewappnet, denn die Pastoren legen Dienst- und Privatfahrten jetzt sehr konsequent mit dem Fahrrad zurück.

Der Himmel ist bewölkt, der Wind bläst böig und Regen ist angesagt. Ulrich Gressog und Markus Malitte sind kleidungstechnisch gewappnet, denn die Pastoren legen Dienst- und Privatfahrten jetzt sehr konsequent mit dem Fahrrad zurück. Foto: Daniela Dembert

Von Daniela Dembert

Spenge (WB). Es ist eine Frage des Lebensstils. Die Pastoren Markus Malitte und Ulrich Gressog haben sich entschieden, ihre Dienststrecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Einen Ansporn hat die Landeskirche ihren Pastoren gegeben, indem sie die Neuanschaffung eines E-Bikes mit bis zu 1000 Euro bezuschusst hat.

Kirchenkreis und Landeskirche unterstützen Anschaffung

Der Kirchenkreis Herford hat diesen Betrag bis maximal 2400 Euro aufgestockt. Umweltschutz und die Förderung der Gesundheit seien die Grundlagen für dieses Angebot, erklärt Malitte. Das Zweirad habe den Status eines Dienstfahrzeugs, werde zweimal jährlich gewartet. Die Umstellung auf das tägliche Radeln habe ihn vor Hürden gestellt, blickt Malitte zurück.

Mehr Fahrzeit als mit dem Auto sei einzuplanen. Außerdem sei das konsequente Radeln nicht zuletzt eine Frage der Logistik. „Man schaut ständig nach dem Wetterbericht und richtet sich kleidungstechnisch darauf ein”, sagt er. Die zusätzlichen Klamotten, Arbeitstasche, eventuell ein Laptop, eine Flasche Wasser – all dies will verstaut und mitgenommen werden. Eine Zeit lang dauere es, bis man sich umgestellt habe und für alle Eventualitäten gerüstet sei, sagt Malitte.

Fitnessprogramm und Entschleunigung

Ulrich Gressog bewältigt schon seit Jahr und Tag aus Überzeugung die meisten Wegstrecken mit dem Fahrrad. „Ich weiß genau, wenn ich nach einer langen Sitzung auf mein Rad steige und 20 Minuten bis nach Hause unterwegs bin, lasse ich viele Dinge währenddessen hinter mir.” Positiver Nebeneffekt dieser Entscheidung sei, einen Teil seines Fitnessprogramms während der Dienstzeit absolvieren zu können, meint Markus Malitte. Die Bewegung mit Blick in die Natur bringe oft gute Gedanken und ein ausgeglichenes Gefühl.

Neben aller Naturnähe und Entschleuningungsromantik sagt Gressog aber auch ehrlich: „Radfahren ist nicht immer nur schön. Fährt man im Winter morgens bei Regen und Dunkelheit mit Tropfen auf der Brille, wird durch Gegenlicht von Autoscheinwerfern geblendet und muss aufpassen, dass man nicht auf dem nassen Laub ausrutscht, dann macht’s echt keinen Spaß!” Bei Schnee und Glatteis bleiben die Zweiräder daher einfach stehen.

„Mit dem Kauf des E-Bikes habe ich mich selbst in die Pflicht genommen”, erläutert er. Denn zum einen sei der Anreiz zu radeln größer, wenn man wisse, man ist schneller als mit dem herkömmlichen Rad, zum anderen habe er sich zur Nutzung verpflichtet – Führung eines Fahrtenbuches inklusive. Die Verbindlichkeit gegenüber dem Kirchenkreis beinhalte, das Vehikel wieder abgeben zu müssen, sollte es nicht mehr genutzt werden. „Für mich war das ein schrecklicher Gedanke”, gesteht Ulrich Gressog. Sollte er irgendwann nicht mehr in der Lage sein zu radeln, wolle er sein Fahrrad trotzdem behalten. Deshalb habe er sein privates Bike mit einem E-Antrieb ausrüsten lassen statt ein neues Rad zu kaufen.

Den passionierten Radler reißt der Anblick seines Rades sogar zu poetischen Betrachtungen hin. Ein Foto, das er von seinem an der Straßenlaterne lehnenden Drahtesel gemacht hat, nennt er „schöne Aussicht”.

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