Sa., 15.02.2020

Wolf-Dieter Fißenebert zieht sich zurück: 34 Jahre im Vorstand des Heimatvereins „Die Arbeit hat mir viel Freude bereitet“

Wolf-Dieter Fißenebert war 34 Jahre im Vorstand des Heimatvereins Spenge tätig. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 21. Februar, will er nicht erneut als Vorsitzender antreten. Dem Verein bleibt der 78-Jährige, der seit 40 Jahren Mitglied ist, aber weiterhin verbunden.

Wolf-Dieter Fißenebert war 34 Jahre im Vorstand des Heimatvereins Spenge tätig. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 21. Februar, will er nicht erneut als Vorsitzender antreten. Dem Verein bleibt der 78-Jährige, der seit 40 Jahren Mitglied ist, aber weiterhin verbunden. Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Spenge (WB). Wenn am Freitag, 21. Februar, der Heimatverein einen neuen Vorstand wählt, geht eine Ära zu Ende. Wolf-Dieter Fißenebert, seit 1986 dessen Vorsitzender, tritt nicht mehr zur Wiederwahl an. Der mittlerweile 78-Jährige hat in den Jahren viel bewegen können und blickt gerne auf die Zeit zurück.

„Es hat mir viel Freude bereitet, einen erfolgreichen Verein zu führen, Leute kennenzulernen und mich für das Gemeinwohl einzusetzen“, sagt Fißenebert. „Und ich habe von den Menschen, die an unseren Veranstaltungen teilgenommen haben, viel Positives zurückbekommen.“ Er sei froh, dass sich ein Kandidaten-Duo für seine Nachfolge gefunden habe. So könne er sich beruhigt zurückziehen.

Engagement beim TuS

Obschon Fißenebert zu den bekanntesten Gesichtern des Spenger Vereinslebens zählt und sich in der Heimatgeschichte bestens auskennt, ist er kein gebürtiger Spenger. „Als ich 1974 eine Stelle bei Hettich in Kirchlengern antrat, zog ich mit meiner Familie aus Bielefeld in die Mitte zwischen die beiden Orte“, blickt er zurück. Erste Kontakte zur einheimischen Bevölkerung knüpfte er in der Schulpflegschaft der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen und als Betreuer beim TuS Spenge. „Mein jüngerer Sohn spielte dort Handball, und so habe ich als sportbegeisterter Vater die Jugendmannschaft von der E- bis zur A-Jugend betreut“, erzählt er.

Zum Heimatverein kam er 1980 über die Wandergruppe. „Wir wurden von anderen Eltern eingeladen, mit auf dem Wittekindsweg zu wandern und waren von der offenen Atmosphäre so angetan, dass wir dabei geblieben sind“, erinnert sich der frühere Leiter der Lagerlogistik.

Einsatz für Werburg

In den Vorstand holte die damalige Vorsitzende Dr. Ursula Lübke Fißenebert 1986, als Ortshistoriker August Wehrenbrecht den 2. Vorsitz abgeben wollte. 2002 trat er dann Dr. Lübkes Nachfolge an. Der Verein zählt heute 222 Mitglieder, „wobei jeweils nur einer aus der Familie gezählt wird“, wie der Vorsitzende betont.

In seine Amtszeit fiel auch die Sanierung des Werburg-Ensembles. „August Wehrenbrecht und Dr. Ursula Lübke hatten sich schon sehr dafür eingesetzt, dass das Torhaus der Werburg nicht abgerissen wird“, so Fißenebert. Auch er engagierte sich für das historische Aushängeschild der Stadt: Von 2003 bis 2017 war er stellvertretender Vorsitzender des Werburg-Vereins und wirkte als solcher an der Sanierung des Herrenhauses mit.

Gut eingespieltes Team

„Wir haben Geld akquiriert, damit dieses Kleinod erhalten bleibt und mit seinem ehrenamtlich geführten Museum und Café zu einem Anziehungspunkt in Spenge wird“, erzählt er nicht ohne Stolz. Der Heimatverein trug sein Scherflein dazu bei, sammelte er doch im Anschluss an die plattdeutschen Stunden Tausende von Euro für die Kollegen vom Werburgverein.

Als Vorsitzender des Heimatvereins initiierte Fißenebert mit seinem „gut eingespielten Team“, das ihm viel Arbeit abgenommen habe, auch die historischen Rundgänge durch Spenge, die sowohl für Neubürger als auch für Alteingesessene gedacht sind.

Fahrten stets ausgebucht

Gerne erinnert sich Fißenebert neben den Tagesfahrten nach Worpswede, zum Schokoladen-Museum in Köln oder zum Strommuseum in Twistringen an die Reisen in die damalige DDR, nach Eisenach und Dresden. „Nach der Wende fuhren wir nach Weimar, Rügen, Görlitz und zur Mecklenburger Seenplatte“, blickt der Heimatfreund zurück.

„Die Fahrten waren immer sofort ausgebucht. Die Menschen standen vor Nottelmann Schlange. Nach einer Stunde waren die Karten weg.“ Auch heute ist der Heimatverein noch viel unterwegs, 2020 führt die Vier-Tages-Fahrt nach Hamburg und ins Alte Land – allerdings nur mit einem Bus.

Passionierter Radfahrer

Gewandert ist Fißenebert inzwischen auf so ziemlich allen bekannten Wegen, vom Hermannsweg über den Ruhrhöhenweg und den Rothaarsteig bis zum Weserweg. Für diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, gibt es seit einiger Zeit die Nachmittagswanderungen.

Er selbst hat in den vergangenen Jahren das Radfahren für sich entdeckt. 2019 ist er in der Gruppe mehr als 2000 Kilometer geradelt. Auch Reisen auf andere Kontinente reizen ihn: Seinen jüngeren Sohn, der in Tansania lebt, will er in diesem Jahr besuchen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7260350?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514632%2F