Do., 20.02.2020

Stadt soll mit gutem Beispiel vorangehen – Idee: Wartehäuschen bepflanzen Grüne wollen Schottergärten verbieten

Zahlreiche Baumscheiben in der Eschstraße sind mit Schotter bedeckt. Hier sollte die Stadt als gutes Vorbild vorangehen, meinen die Grünen. Sie sind der Ansicht, dass die Steine durch bodendeckende Gewächse ersetzt werden sollen.

Zahlreiche Baumscheiben in der Eschstraße sind mit Schotter bedeckt. Hier sollte die Stadt als gutes Vorbild vorangehen, meinen die Grünen. Sie sind der Ansicht, dass die Steine durch bodendeckende Gewächse ersetzt werden sollen. Foto: Ruth Matthes

Von Christina Bode

Spenge  (WB). Die „Gärten des Grauens“ sollen aus dem Stadtbild verschwinden. Dieser Meinung sind die Spenger Grünen. Die Rede ist von Schottergärten. Mit gleich vier Anträgen, die dem Klimaschutz dienen sollen, wendet sich Fraktionsvorsitzender André Schröder an den Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss.

André Schröder spricht von einem bedenklichen Geröllwüsten-Trend, der seit einiger Zeit auch in Spenge zu beobachten sei. Bepflanzte Garten- oder Vorgartenflächen würden zunehmend mit Kies oder Schotter bedeckt und somit in einen pflegeleichten, aber lebensfeindlichen Zustand versetzt.

„Diese Umgestaltung ist im doppelten Sinn kontraproduktiv“, schreibt Schröder. Einerseits im Hinblick auf den Klimawandel, denn offene Flächen würden vor allem in den heißen Sommern die Wärme weniger gut speichern und nachts schneller abkühlen. Außerdem würden auch kleine Flächen bei entsprechender Gestaltung Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Lebensraum und Nahrung bieten.

Anreiz für Privatleute

Er fordert darum die Verwaltung auf, in zukünftigen Bebauungsplänen die Gestaltung in Form von Schottergärten zu verhindern und verbindliche begrünte Mindestflächen festzuschreiben. Über eine Kampagne könnte über die negativen Auswirkungen von Verschotterung informiert werden. Außerdem schlägt er vor, einen Anreiz für Privatpersonen zu schaffen, ihre Schottergärten in naturnahe Gärten umzugestalten. „Das könnte so aussehen, dass den ersten zehn Privatpersonen Schotter und Steine kostenlos abgefahren werden“, sagt er. Sollte es Fördergelder geben, die der Sache dienlich sind, bittet er die Verwaltung, diese auch einzusetzen.

Darüber hinaus sollte die Stadt als gutes Vorbild vorangehen. In der Arndt- und der Eschstraße seien Baumscheiben mit Schotter bedeckt worden. „Wir sind uns durchaus bewusst, dass begrünte Flächen einen gewissen Pflegeaufwand und damit Kosten verursachen. Der Aufwand dürfte sich aber bei einer Bepflanzung mit dauerhaft bodendeckenden Gewächsen in Grenzen halten“, meint Schröder. Die Stadt soll deshalb den Schotter wieder entfernen und die Baumscheiben mit blühenden Bodendeckern bepflanzen.

Grüne Wartehäuschen

Viele holländische Städte machen es vor: Sie bepflanzen die Dächer von Wartehäuschen an Bushaltestellen mit Blumen, um Raum für Insekten zu schaffen. „Eine gute Idee“, finden die Grünen, denn: Die genutzten Sedum-Pflanzen sähen nicht nur gut aus, sie würden auch Feinstaub aus der Luft filtern und Regenwasser speichern. Sie seien gegen Hitze und Trockenheit resistent und benötigten nur Regen zur Bewässerung und somit kaum weitere Pflege.

Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob bei den Wartehäuschen, die erneuert werden sollen, eine Begrünung möglich ist und auch, ob es schon Häuschen gibt, die bepflanzt werden könnten. Alternativ könnte die Dachfläche auch für die Installation von Solaranlagen genutzt werden.

Kostenlose Bienengewächse

Ein Beispiel möchten sich die Spenger Grünen an ihrer Nachbarstadt nehmen. Die Stadt Enger gibt im Frühjahr Bienennährgehölze an private Grundstückseigentümer ab. Die Spenger Verwaltung soll nun prüfen, ob die Haushaltslage eine ähnliche Aktion zulässt.

Über alle Anträge soll im nächsten Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss, der am Dienstag, 25. Februar, um 18 Uhr im Rathaus tagt, diskutiert werden.

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