Fr., 21.02.2020

Fachbereichsleiter Bernd Pellmann geht nach 47 Jahren in Pension „Stadtentwicklung ist mein Ding“

Bernd Pellmann hat sich bei der Stadt Spenge mehr als vier Jahrzehnte lang um die Stadtentwicklung gekümmert. „Mich würde es freuen, wenn sich die Pläne zur Gestaltung des Blücherplatzes bald umsetzen ließen“, sagt er. „Der Stadt würde es gut tun, wenn ein derart markanter Punkt aufgewertet würde.“

Bernd Pellmann hat sich bei der Stadt Spenge mehr als vier Jahrzehnte lang um die Stadtentwicklung gekümmert. „Mich würde es freuen, wenn sich die Pläne zur Gestaltung des Blücherplatzes bald umsetzen ließen“, sagt er. „Der Stadt würde es gut tun, wenn ein derart markanter Punkt aufgewertet würde.“ Foto: Ruth Matthes

Von Ruth Matthes

Spenge (WB). Jeder Bauantrag, den die Spenger in den vergangenen vier Jahrzehnten im Rathaus gestellt haben, ist über seinen Tisch gegangen, kein Bebauungsplan, den er nicht aufgestellt hat: Die Bauplanung und Entwicklung seiner Heimatstadt hat Bernd Pellmann sein gesamtes Arbeitsleben lang umgetrieben. Ende März geht der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters in Pension.

„Als ich 1977 nach der Bundeswehr zurück ins Rathaus kam, wo ich auch meine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert hatte, gab es noch keine rechtsverbindlichen Bebauungspläne“, erzählt der 63-Jährige. Es war seine Aufgabe, sie erstmals aufzustellen – und später unzählige Male zu verändern.

Flugplatz Nagelsholz

Im Lauf der Jahre brachte es Pellmann vom Sachbearbeiter zum Leiter des Fachbereichs II. Dieser umfasst die Abteilungen Stadtentwicklung, Infrastruktur und Bauen, Ordnung sowie Gebäudebewirtschaftung. Die Stadtentwicklung war stets Teil seiner Zuständigkeit: „Das war immer mein Ding. Das Thema liegt mir einfach am Herzen.“ Auch als Pellmann 2002 zum Ordnungsamtsleiter ernannt wurde, sorgte er dafür, dass er weiterhin die Stadtentwicklung mitgestalten konnte: Das Amt für Ordnung und Stadtentwicklung war geboren.

Als besondere Herausforderungen hat der Vater von Zwillingstöchtern die Diskussion um den Flugplatz Nagelsholz in Erinnerung. „Seit den 60er Jahren war dies ein Streitthema. Erst in den 80er Jahren wurde die Planung, gegen die sich Spenge stets gewehrt hatte, von der Landesregierung für tot erklärt.“

Umbau Lange Straße

In den vergangenen Jahren hat vor allem der Umbau der Langen Straße inklusive des Baus zweier Kreisverkehre Pellmann beschäftigt. Das Projekt, bei dem es erstmals zu einem Bürgerbegehren kam, zog sich über Jahre hin. „Damals habe ich jeden Hauseigentümer an der Straße besucht, um Überzeugungsarbeit zu leisten“, erinnert sich der 63-Jährige. „Es freut mich, wenn ich heute von ehemaligen Gegnern des Projektes höre, dass es doch ganz schön geworden sei.“

Nah am Bürger war Pellmann auch bei seinen Einsätzen als Standesbeamter. „Einmal habe ich mich vor einer Trauung aus dem Torhaus ausgesperrt und musste mich vom Trauzeugen zu einer Kollegin fahren lassen, in der Hoffnung, dass sie einen Ersatzschlüssel hatte“, erzählt er. Sie hatte, und so kam es doch noch zur Hochzeit. Die Verspätung kam dem Brautpaar ganz recht: Es hatte nämlich im Stau gestanden.

Schwere Schicksale

In seiner Zeit als Ordnungsamtsleiter hat Pellmann auch den Bereitschaftsdienst eingeführt. „Ich denke, es ist wichtig, dass die Verwaltung in Notfällen 24 Stunden erreichbar ist“, sagt er. Auch er beteiligte sich am Notdienst. Bei den Einsätzen habe er einige bewegende Schicksale erlebt. „Ich war dabei, wenn Menschen in die Psychiatrie gebracht wurden, weil sie sich und andere gefährdeten und habe mich um Unterkünfte gekümmert, wenn Menschen nach einem Brand obdachlos waren.“ Dabei habe er die Arbeit der Feuerwehr sehr zu schätzen gelernt.

Drei Verwaltungsleiter hat der ehemalige Geschäftsführer des TuS Spenge im Laufe seiner Dienstzeit erlebt. Der erste war Stadtdirektor Günter Hemminghaus, der ihn „persönlich-menschlich, aber auch beruflich hat erwachsen werden lassen“, wie er heute sagt. „Er hat mich gefördert, aber auch mal rundgemacht.“

Nachfolgerin Sabrina Held

Bernd Pellmann selbst besitzt kein Parteibuch und hat stets auf Neutralität gesetzt. „Nicht, dass ich keine politische Heimat hätte, aber für mich stand immer das Fachliche im Vordergrund. Ich war stets auf Ausgleich bedacht.“

Beim Abschied aus dem Rathaus schwingt Wehmut mit. „Ich habe hier gerne gearbeitet und bin glücklich, dass ich mitgestalten konnte“, sagt er. Doch auch im Ruhestand wird er sich nicht langweilen. Der Enkel (6) wird ihn auf Trab halten und auch eine ehrenamtliche Tätigkeit werde er sicher aufnehmen. „Ganz kann ich das Mitgestalten doch nicht lassen.“ Die Nachfolge von Bernd Pellmann tritt Sabrina Held an, die derzeit noch Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung ist.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7277196?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514632%2F