Regenbogen-Gesamtschule Spenge: Lehrer und Schüler kommunizieren per Video und Chat
Guten Morgen, Herr Steffek!

Spenge (WB). Patricia und Noah (19) besprechen mit ihrem Lehrer David Steffek die Abiturvorbereitung. Wie bereiten wir uns auf die mündlichen Prüfungen vor? Was können wir noch wiederholen? Das Besondere: Sie sitzen nicht gemeinsam im Klassenzimmer der Regenbogen-Gesamtschule, sondern unterhalten sich digital per Video-Konferenz.

Mittwoch, 18.03.2020, 07:00 Uhr
Regenbogen-Gesamtschule Spenge: Lehrer und Schüler kommunizieren per Video und Chat: Guten Morgen, Herr Steffek!

Seit Montag sind die Schulen geschlossen, die Mädchen und Jungen haben Aufgaben bekommen und müssen ihren Schulstoff alleine von zu Hause aus durchnehmen. Dabei stehen die Gesamtschüler digital in regelmäßigem Kontakt mit ihren Lehrern.

Schul-Cloud wurde bereits genutzt

Für die Spenger ist diese Arbeitsweise gar nicht so neu. „Wir nutzen unsere Schul-Cloud bereits seit eineinhalb Jahren und mussten aufgrund der aktuellen Situation gar nicht erst umrüsten“, sagt David Steffek. Der 31-Jährige steht seinen Schülern ebenso wie alle anderen Kollegen in Echtzeit für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung.

„Die Schüler haben von ihren Fachlehrern Aufgaben bekommen – von manchen für eine Woche, von manchen für einen längeren Zeitraum. Jeder erledigt die Aufgaben in seinem Tempo – nicht analog zum Stundenplan. Bei Fragen können uns die Schüler über den Chat, per Mail oder auch in der Videokonferenz erreichen“, erklärt der Lehrer für Informatik und Pädagogik.

Ergebnisse werden digital zurückgemeldet

Die Ergebnisse würden dann digital zurückgemeldet. In den höheren Jahrgängen sei dieses System bereits im Schulalltag etabliert gewesen, nun würden auch die jüngeren Schüler darüber kommunizieren – und das ohne Probleme. „Wenn jemand Schwierigkeiten hat, helfen wir natürlich auch bei technischen Fragen gerne weiter“, sagt Schulleiter Hartmut Duffert und denkt dabei an eine junge Schülerin, die ihr Passwort vergessen hatte. „Das haben wir schnell in den Griff gekriegt.“ Er sei froh, dass das System so gut funktioniere und man bereits seit einiger Zeit damit arbeite.

An vielen Schulen würden Lehrer ihre Schüler mindestens bis zu den Osterferien nicht sehen und lediglich Aufgaben übermitteln. „Es ist wichtig, dass wir die Schüler jetzt nicht alleine lassen und sie begleiten“, sagt David Steffek.

Vorbereitung auf Abiturprüfungen

Vor allem im Hinblick auf die anstehenden Abschluss- und Abiturprüfungen sei das wichtig, stimmt ihm Duffert zu. Sollte sich nichts ändern, würden die ersten Abiturprüfungen direkt nach den Osterferien geschrieben. „Der erste Termin ist für den 21. April angesetzt“, sagt Duffert.

Nur kurze Zeit später, am 7. Mai, beginnen die Abschlussprüfungen für die zehnten Jahrgänge. „Diese Prüfungen müssen natürlich gut vorbereitet werden“, sagt der Schulleiter. Die Vorabi-Klausuren seien zum Glück geschrieben, sagt Steffek. Die meisten Schüler würden aber im Abitur zum ersten Mal mündlich geprüft. „Damit sie wissen, was sie erwartet, planen wir, die mündlichen Prüfungen digital zu simulieren“, erklärt Steffek.

Lehrer verabreden sich digital

Austauschen können sich auf der Plattform übrigens nicht nur die Schüler mit ihren Lehrern, sondern auch untereinander. „Wir haben Teams und Lerngruppen gebildet, die sich gegenseitig helfen können“, erklärt Hartmut Duffert. Und auch Lehrer tauschen sich dort untereinander aus. „Viele unserer Lehrer sind in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen organisiert. Die verabreden sich nun auch digital“, sagt er.

Um die Grundvoraussetzung fürs Lernen zu schaffen, hätten am Freitag alle Schüler ihre Bücher mit nach Hause genommen. „Unser neunter Jahrgang war gerade im Praktikum. Das haben wir am Montag abgebrochen. Die Schüler haben dann am Dienstag ihre Bücher aus der Schule geholt“, berichtet Duffert.

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