Presbyter und Orgelbauer unterzeichnen Restaurierungsvertrag
Barockorgel soll 2021 wieder erklingen

Spenge (WB). Nach Jahren des Spendensammelns und der Vorarbeiten ist es nun endlich so weit: Der Vertrag zwischen der Kirchengemeinde Spenge und der Orgelbaufirma Ahrend aus Leer über die Restaurierung der Wallenbrücker Barockorgel – der drittältesten Orgel in Westfalen – ist abgeschlossen.

Donnerstag, 19.03.2020, 03:03 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 08:24 Uhr
Pfarrer Markus Malitte (von links), Orgelbauer Hendrik Ahrend sowie die Presbyter Ingo Thiele und Martin Schönbeck unterzeichnen den Vertrag zur Restaurierung der Wallenbrücker Barockorgel.Foto: Ruth Matthes
Pfarrer Markus Malitte (von links), Orgelbauer Hendrik Ahrend sowie die Presbyter Ingo Thiele und Martin Schönbeck unterzeichnen den Vertrag zur Restaurierung der Wallenbrücker Barockorgel.

Vertreter des Presbyteriums, des Orgel-Fördervereins und Orgelbaumeister Hendrik Ahrend haben in der Wallenbrücker Marienkirche den Auftrag über die 215.000 Euro (netto) teuren Arbeiten unterzeichnet. Der Großteil der Kosten wird von der Finanzgemeinschaft des Kirchenkreises übernommen. 80.000 Euro an Spenden hat die Gemeinde bereits gesammelt.

Gehäuse wird restauriert

Voraussichtlich im Sommer 2021 wird die Orgel erstmals wieder erklingen. In sie werden 261 historische Pfeifen aus dem 17. Jahrhundert eingearbeitet. Auch Originalteile des Orgelgehäuses, das derzeit noch auf der Empore steht, werden restauriert.

Das Instrument soll zunächst im Hauptwerk – dem oberen Teil des Orgelgehäuses – neun Register erhalten. Unter einem Register versteht man eine Pfeifenreihe mit einer bestimmten Klangfarbe. Ahrend soll im unteren Teil jedoch Vorbereitungen für ein Brustwerk mit weiteren Pfeifen treffen. Das Geld dafür ist, so Pfarrer Markus Malitte, noch nicht vorhanden. Er hofft aber, mit der Zeit auch diese Mittel akquirieren zu können.

Pfeifen mit Bleifraß

Wie Orgelbauer Ahrend erklärt, wird er mit zehn Mitarbeitern in den nächsten zwei Monaten zunächst das Gehäuse abbauen und die Pfeifen aus ihrem Lager holen und beides in seiner Werkstatt in Leer restaurieren. Nur Teile des Gehäuses sind historisch, weitere kamen in den 1970-er Jahren hinzu. Diese neueren werden entfernt und durch Teile ersetzt, die nach vorhandenen Skizzen originalgetreu nachgebaut werden.

Die 261 erhaltenen Pfeifen, die nach Ahrends Einschätzung ein Drittel der ursprünglichen Anzahl ausmachen dürften, leiden unter Bleifraß. Dieser muss zunächst behoben werden. Die vorhandenen Register ergänzt Ahrend dann um neue Pfeifen, die er der damaligen Zeit entsprechend nachbaut. Die Bleiplatten, die er dafür benötigt, gießt er selbst.

Disposition von 1755

Informationen über die einzelnen Register, aber auch über technische Details wie die Art der Spiel- und Registertraktur, die Manualverteilung und die verwendete Stimmung kann Ahrend historischen Angaben aus dem Jahre 1755 entnehmen. „Damals wurde die Orgel von Christian Clausing repariert und umgebaut. Sie hatte neun Register im Hauptwerk und sechs im Brustwerk, zwei Manuale und Pedal“, erklärt Pfarrer Markus Malitte.

Historisch getreu nachgebaut werden in Leer auch die Windlade, auf der die Pfeifen stehen, die Register- und Spielmechanik und der Spieltisch. Der Betrieb gilt als Experte für die Restaurierung norddeutscher Orgeln.

Aufbau in Werkstatt

„Die Einzelteile werden dann bei uns in der Werkstatt zu einer kompletten Orgel zusammengebaut, deren Intonation ich dort auch vornehme“, erläutert der Orgelbauer das Vorgehen. „Ist das abgeschlossen, wird das Instrument wieder auseinandergenommen, nach Wallenbrück transportiert, hier wieder aufgebaut und nochmals von mir, dem Raum entsprechend, intoniert. So erreichen wir, dass die Klangfarben des Instrumentes optimal zur Geltung kommen.“

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