Nach Schließung: Mode-Läden in Spenge und Enger setzen auf digitale Präsenz
Einkaufen im lokalen Internetshop

Spenge/Enger (WB). Seit Mittwochmorgen dürfen die Bekleidungsgeschäfte wegen der Corona-Pandemie nicht mehr öffnen. Das trifft auch die Läden „Crosby“ in Spenge und „Catari“ in Enger schwer. Die Inhaber, Janne und Kerstin Struck sowie Jürgen Fellbaum, setzen in der Not aufs Internet.

Freitag, 20.03.2020, 09:02 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 09:10 Uhr
Kerstin Struck, Janne Struck und Annette Kassebaum (von links) vor ihrem geschlossenen Laden „Crosby“ in Spenge. Sie setzen jetzt auf die digitalen Verkaufswege. Foto: Ruth Matthes
Kerstin Struck, Janne Struck und Annette Kassebaum (von links) vor ihrem geschlossenen Laden „Crosby“ in Spenge. Sie setzen jetzt auf die digitalen Verkaufswege. Foto: Ruth Matthes

„Wir haben die Bestellungen für Frühjahr und Sommer schon aufgegeben. Doch wie sollen wir die Ware jetzt verkaufen?“, fragt Jane Struck von Crosby. „Die Lieferanten kommen uns zwar jetzt entgegen und behalten die Ware erst einmal, aber irgendwann müssen wir sie abnehmen.“

Bestellungen online

Um zumindest einige Modelle an die Kunden zu bringen, hoffen die beiden Bekleidungsexpertinnen und Mitarbeiterin Annette Kassebaum auf die digitalen Medien. „Erst einmal sind wir natürlich weiterhin telefonisch zu erreichen und nehmen Bestellungen auf“, sagt Janne Struck. Außerdem setzen Mutter und Tochter auf ihren Online-Shop. „Den bestücken wir regelmäßig mit neuen Waren und geben Tipps für das neue Outfit“, verspricht Janne Struck.

Auch Spielzeug und Dekoartikel werden dort künftig zusätzlich angeboten. „Die Kinder brauchen doch gerade in Corona-Zeiten neues Spielzeug, um sich die Zeit zu vertreiben“, sagt die Inhaberin. Dazu gebe es einen Gutscheincode für versandkosten­freie Lieferung. „Im näheren Umkreis bringen wir die Ware auf Wunsch auch selbst vorbei und legen sie vor die Tür“, sagt Kerstin Struck.

Vorführ-Videos

„Crosby“ ist außerdem über Facebook und Instagram zu erreichen. „Über unser Diensthandy schicken wir den Kunden auch gerne Fotos von den Kleidungsstücken oder machen Facetime-Termine, bei denen wir ihnen die Kleidung dann im Video am eigenen Leib vorführen“, erzählt Janne Struck.

Kunden, die Geburtstagskisten für ihre Kinder im Laden haben, schicken sie gerne Fotos von den Spielsachen, die noch nicht gekauft wurden. „Dann können sie den Kindern wenigstens einen Gutschein für diese Geschenke basteln“, sagt Kerstin Struck. Sie hofft, dass sie ihr Geschäft, das seit 30 Jahren besteht, mit diesen Aktionen über die Runden bringen kann.

Hoffnung auf Geldspritze

Ähnlich geht es Jürgen Fellbaum, der mit seinen beiden „Catari“-Läden seit Ende Februar auch im Internet präsent ist. Mit Hilfe von Digitalcoach Thomas Dickenbrok hat sich der Engeraner Kaufmann auf den Weg ins weltweite Netz gemacht. „Wir hoffen, über den Shop ein bisschen Umsatz machen zu können“, erklärt Fellbaum. „Derzeit arbeiten wir daran, ihn noch zu erweitern.“ Auch er bringt die Waren auf Wunsch nach Hause. Es sei wichtig, bei den Kunden in Erinnerung zu bleiben.

Er fürchtet jedoch, dass Mode nicht das ist, was bei den Menschen derzeit Priorität habe. Fellbaum hofft, dass die versprochene staatliche Hilfe für die betroffenen Einzelhändler zügig Realität wird: „Wir brauchen eine sofortige Geldspritze.“ Die Entscheidungen, wer schließen müsse und wer nicht, kann er schwer nachvollziehen. „Wieso Friseure, die viel näher am Kunden dran sind, öffnen dürfen, und wir nicht, erschließt sich mir nicht“, sagt Jürgen Fellbaum.

Überleben vor Ort

Wie Kerstin Struck hofft er, dass die Corona-Krise möglichst bald beendet ist und die Branche es schafft, sie durchzustehen. Struck appelliert an die Kunden. „Wenn Sie in den nächsten Wochen über das Internet Waren bestellen, dann bitte über die Online-Shops der kleineren Händler – denn damit helfen sie uns vor Ort zu überleben.“

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