Verein Taka-Tuka-Land sieht wenig Nachfrage nach Notgruppen
Erzieher allein zu Haus

Spenge/Hiddenhausen (WB). Nicht nur für Eltern, auch für Erzieher ist die „Corona-Auszeit“ sehr ungewohnt. Doch der Verein „Taka-Tuka-Land“ mit seinen Kitas in Spenge und Hiddenhausen setzt klare Prioritäten: „Wichtig ist, dass jetzt alle gesund bleiben“, sagt Leiterin Nadine Kerber.

Samstag, 21.03.2020, 10:05 Uhr aktualisiert: 21.03.2020, 10:20 Uhr
In der Kita Taka-Tuka-Land in Spenge steht derzeit alles still. Die Erzieher müssen im Home-Office arbeiten und kommen auf Abruf in den Dienst, wenn ein Kind für die Notgruppe angemeldet wird. Allerdings wird diese Möglichkeit von berechtigten Eltern selten genutzt. Foto:
In der Kita Taka-Tuka-Land in Spenge steht derzeit alles still. Die Erzieher müssen im Home-Office arbeiten und kommen auf Abruf in den Dienst, wenn ein Kind für die Notgruppe angemeldet wird. Allerdings wird diese Möglichkeit von berechtigten Eltern selten genutzt.

Gerade gab es eine Verfügung des Landes, die besagt, dass Kita-Teams auch ohne die Kinder nicht in den Häusern anwesend sein und etwa Planungsarbeiten oder ähnliches verrichten sollen. „Es darf keiner hier sein, der nicht zur Betreuung in einer Notgruppe benötigt wird“, verdeutlicht Kerber.

Die Erzieherinnen und Erzieher arbeiten von zu Hause aus und kommen auf Abruf in die Kita, wenn sie gebraucht werden. Kerber: „Sie schreiben Berichte und bilden sich online weiter, aber es ist ganz klar, dass sie derzeit keine vollständige Arbeitsleistung erbringen können.“

Erzieher vermisst die Kinder

Für Erzieher Stefan Pabst aus dem Spenger Team ist das ein eigenartiges Gefühl: „Normalerweise arbeiten wir ja eher eng am Kind und verbringen weniger Zeit am Computer.“ Jetzt verschiebt sich der Schwerpunkt seiner Arbeit. „Man kann im Home-Office schon vieles machen, was im Kita-Alltag manchmal warten muss. Man bringt die Dokumentation von entwicklungsrelevanten Ereignissen auf den jüngsten Stand oder arbeitet an Projekten. Ich stelle ein Buch für die Eltern zusammen, das Lieder und Fingerspiele enthält, die die Kinder aus unserem Morgenkreis kennen.“ Aber er vermisse die Arbeit mit den Kindern. „Ich hoffe, dass das bald vorbei ist.“

Eine existenzielle Bedrohung für Kitas sieht Nadine Kerber nicht. Die Erzieher sollen weiterhin ihr Gehalt bekommen. Auch geht der Verein davon aus, dass die Landeszuschüsse weiter gezahlt werden.

Entschieden wird von Fall zu Fall

Obwohl an den beiden Standorten in Spenge und Hiddenhausen Eltern zu den sogenannten systemrelevanten Berufsgruppen gehören und demnach Anspruch auf eine Notbetreuung ihrer Kinder hätten, wurde diese bisher kaum in Anspruch genommen, so Kerber. „In dieser Woche hatten wir gar kein Kind in der Notgruppe, in der kommenden Woche werden wir eines in Hiddenhausen betreuen.“ Dann wird ganz normal gebastelt und gespielt – nur eben im sehr kleinen Kreis.

Sobald ein Kind in einer der Kitas betreut wird, müssen mindestens zwei Erwachsene im Haus anwesend sein. Das ist die gesetzliche Vorschrift zur Sicherung der Aufsichtspflicht. Die Verköstigung ist kein Problem dank der vollständig eingerichteten Küchen in den Kitas.

Nadine Kerber ist bei Problemen und Fragen für die Eltern per Telefon und E-Mail erreichbar. „Wir entscheiden von Fall zu Fall und von Tag zu Tag, ob ein Kind zu uns kommt“, erklärt Nadine Kerber. „Die Hürden sind relativ hoch. Auch Alleinerziehende müssen erst einmal schauen, wie sie selbst eine Betreuung organisieren könnten. Und man muss eine Bescheinigung vom Arbeitgeber vorlegen.“

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