Do., 26.03.2020

Christine und Stefan Parusel sorgen sich um ihre Existenz Keine Einnahmen: Reiterhof in Not

Christine Parusel kümmert sich derzeit mit ihrem Mann Stefan allein um ihre 40 Pferde. Normalerweise kämen jede Woche mehr als 120 Kinder zum Reitunterricht auf den Hof am Niedermühlenweg. Aktuell ist es still hier.

Christine Parusel kümmert sich derzeit mit ihrem Mann Stefan allein um ihre 40 Pferde. Normalerweise kämen jede Woche mehr als 120 Kinder zum Reitunterricht auf den Hof am Niedermühlenweg. Aktuell ist es still hier.

Von Christina Bode

Spenge (WB). Normalerweise herrscht auf dem Reiterhof Wortmann immer Trubel. Um die 130 Kinder und Jugendliche kommen jede Woche zum Reitunterricht. In den nächsten drei Wochen hätten mehr als 100 Kinder ihre Osterferien auf dem Reiterhof am Niedermühlenweg verbracht. Doch aktuell herrscht dort Stille.

„Unser Hauptgeschäft ist durch die Corona-Krise komplett weggebrochen. Wir haben keine Einnahmen mehr“, sagt Christine Parusel, die mit ihrem Mann Stefan den Reiterhof betreibt.

Keine Pensionspferde

Es sind nicht nur die Einnahmen, die den Parusels fehlen, seitdem aufgrund der Pandemie kein normaler Betrieb mehr stattfinden darf. Dagegen stehen auch immens hohe Kosten. „Wir haben keine Pensionspferde, durch die wir Einnahmen erzielen würden. Alle 40 Pferde gehören uns selber. Und die müssen versorgt werden, brauchen Futter und Wasser, Tierarzt und Hufschmied müssen kommen. Die Tiere müssen fit bleiben, sie sind schließlich unsere Existenzgrundlage“, sagt Christine Parusel.

Die Spengerin fühlt sich von der Politik im Stich gelassen. „Wir zahlen immer unsere Steuern und Rechnungen pünktlich, aber bislang gibt es keine vernünftige Unterstützung“, sagt Christine Parusel. Es sei ja überhaupt nicht absehbar, wie lange diese Situation andauert und wie Hilfspakete konkret aussehen. „Schulden zu machen ist doch keine Hilfe. Kredite zu vergeben ist nur ein Aufschieben von Insolvenzen“, sagt Parusel.

Verkauf keine Option

Die Pferde zu verkaufen sei für sie keine Option. „Wir sind für die Sommerferien wieder ausgebucht. Um den Betrieb am Laufen zu halten, brauchen wir unsere Pferde.“ Abgesehen davon würde sich in der aktuellen Lage nicht ohne Weiteres ein Käufer finden. „Selbst wenn ich sie schlachten lassen würde – was ethisch für mich nicht vertretbar ist – würde sich das finanziell nicht lohnen“, sagt Parusel. Auch wenn sie noch so sparsam wirtschafte, blieben ihr trotzdem hohe Kosten. „Es muss Notprogramme geben, die wirklich helfen. Ich brauche das Geld nicht für mich, sondern für die Tiere“, sagt die Spengerin.

Der Betrieb laufe normalerweise super, „wir haben nicht schlecht gewirtschaftet, aber aktuell haben wir einfach keine Chance, Geld einzunehmen“, sagt sie. Sie wolle ihren Verdienstausfall gar nicht ausgeglichen haben. „Nur unsere Kosten müssen gedeckt werden.“

Zweites Zuhause

Christine Parusel hofft, dass sich der Hof Ende April wieder mit Leben füllt. Bis dahin kommen täglich Schülerinnen, um die Pferde zu bewegen – unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im 30-minütigen Abstand. „Macht euch keine Sorgen um die Ponys und Pferde, die sind tagsüber auf den Ausläufen und putzmunter. Wir möchten auch nach der Krise weiterhin euer zweites Zuhause sein“, mit diesen Worten wendet sich das Paar auf seiner Homepage an die Schülerinnen. Beide hoffen, dass bald Normalität einkehrt. Im Internet bitten sie bis dahin um Spenden.

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