Di., 31.03.2020

Ricarda Kurschel ist neue Vorsitzende des Heimatvereins Spenge „Auch Familien sind willkommen“

Der große Findling vor dem Werburg-Museum erinnert an das 50-jährige Bestehen des Spenger Heimatvereins im Jahr 1987. Ricarda Kurschel möchte den Verein nun auch für jüngere Mitglieder interessant machen.

Der große Findling vor dem Werburg-Museum erinnert an das 50-jährige Bestehen des Spenger Heimatvereins im Jahr 1987. Ricarda Kurschel möchte den Verein nun auch für jüngere Mitglieder interessant machen. Foto: Christina Bode

Spenge (WB). 34 Jahre lang war Wolf-Dieter Fißenebert Vorsitzender des Spenger Heimatvereins. Im Februar hat Ricarda Kurschel den 78-Jährigen abgelöst. Wie sie den Verein in die Zukunft führen möchte, erzählt die 33-Jährige im Interview mit WB-Redakteurin Christina Bode.

Frau Kurschel, stellen Sie sich doch einmal vor.

Ricarda Kurschel: Ich heiße Ricarda Kurschel und bin 33 Jahre alt. Ich lebe mit meinem Mann und meinen zwei kleinen Kindern (zwei und vier Jahre) seit fast zehn Jahren in Spenge. Spenge ist für uns zur Heimat geworden, obwohl ich gleich um die Ecke in Dreyen groß geworden bin. Seit meiner Ausbildung zur Immobilienkauffrau bei der WWS Herford war ich dort in der Buchhaltung tätig und werde im Oktober nach Beendigung meiner Elternzeit auch dort wieder anfangen. Meine Freizeit verbringe ich mit meiner Familie. Sollte ich doch einmal „Mama-Auszeit“ haben, dann lese ich gerne und werkel in meinem Garten rum. Im Moment dreht sich bei uns alles ums Bauen. Wir wollen dieses Jahr noch ein Haus bauen – aber keine Angst, wir bleiben Spenge-City erhalten.

 

Was war Ihre Motivation dafür, den Vorsitz von Wolf-Dieter Fißenebert zu übernehmen?

Kurschel: Als Wolf-Dieter und meine Mutter über den Fortbestand des Heimatvereins gesprochen haben, hat Mama mich mit ins Spiel gebracht. Ihr als neu gewählte Vorsitzende des Gartenbauvereins und auch Mitglied des Heimatvereins liegt das Vereinswesen besonders am Herzen. Wir waren uns alle einig, dass so ein traditioneller Spenger Verein nicht aussterben darf. Mir ist die Vorstandsarbeit durch den Gartenbauverein nicht unbekannt. Nach Rücksprache mit dem „alten“ Vorstand durften wir beide im vergangenen Jahr schon an den Vorstandssitzungen teilnehmen, um einen Einblick in die Vorstandsarbeit zu gewinnen.

Der Verein

Der Heimatverein Spenge wurde am 25. Oktober 1937 gegründet. Erster Vorsitzender war Amtsbürgermeister Wilhelm Frentrup. Aktuell zählt der Verein 224 Mitglieder. Hauptbestandteil des Programms sind Wanderungen, die zum Teil gemeinsam mit dem Heimatverein Bardüttingdorf durchgeführt werden. Neben den Nachmittagswanderungen treffen sich die Wanderer auch, um eine größere Route in Teilstücken zu erwandern. In diesem Jahr ist das der Ahornweg im Osnabrücker Land. Darüber hinaus bietet der Verein historische Rundgänge durch Spenge, Radtouren, Tagesausflüge und plattdeutsche Stunden an und beteiligt sich an der Organisation von Festen. Ricarda Kurschel weist darauf hin, dass alle Veranstaltungen und Ausflüge der Heimatvereine Spenge und Bardüttingdorf zunächst bis zum 31. Mai abgesagt sind.

 

Was gefällt Ihnen besonders am Spenger Heimatverein?

Kurschel: Ich war von Anfang an sehr beeindruckt von der Teamarbeit im Vorstand, hier steht das Motto „nur gemeinsamen schaffen wir es“ über allem. Es kommt die Zeit, dass die jüngeren Einwohner nichts mehr über die sogenannten „alten Zeiten“ in Spenge wissen. Der Verein ist bemüht, nicht nur das Geschichtliche zu bewahren, auch die plattdeutsche Sprache soll nicht in Vergessenheit geraten. Der Heimatverein nimmt an vielen öffentlichen Veranstaltungen aktiv teil, ohne dass man davon etwas mitbekommt – zum Beispiel am Narzissenfest. Wir sind als neue Mitglieder herzlichst empfangen worden. Wenn man sich alte Fotos anschaut, sieht man, wie viele Kinder früher mitgewandert sind. Heute sieht das anders aus. Meine Kinder sind wie selbstverständlich in der Gruppe aufgenommen worden. Also: Familien mit Kindern sind herzlich willkommen!

Das Durchschnittsalter des Vereins ist relativ hoch. Wie wollen Sie es schaffen, jüngere Menschen für den Heimatverein zu begeistern?

Kurschel: Wir wollen unser Programm langsam für ein jüngeres Publikum attraktiv machen. Uns erst einmal bei jungen Familien, jungen Spengern bekannt machen. Vereinsarbeit ist für viele nicht vorstellbar, aber vielleicht kann man die Bürger im Rahmen von einzelnen Projekten ansprechen. Man muss nicht Mitglied sein, um an den Veranstaltungen teilzunehmen.

 

Was sind Ihre Ziele/Vorhaben für die nächsten Jahre?

Kurschel: Als erstes wünschen wir uns, dass es all unseren Mitgliedern weiterhin gut geht und alle die Corona-Krise heil überstehen. Wir wollen unseren Verein in die Zukunft führen. Als ersten Schritt werden wir in nächster Zeit „Online“ gehen. Wir sind dabei, eine Internetseite aufzubauen. Wir werden den Verein nicht von heute auf morgen neu erfinden. Unser Ziel sollte sein, ihn für jüngere Mitglieder interessant zu machen. Spenge ist die Heimat von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und der Heimatverein möchte/sollte für alle da sein.

 

Ihre Mutter ist Vorsitzende des Gartenbauvereins Spenge. Sind auch gemeinsame Aktionen beider Vereine geplant?

Kurschel: Ja. Wir hatten schon gemeinsam den Kindertag für den 5. April geplant, der ja nun abgesagt werden musste. Es wird in den nächsten Jahren immer mal wieder gemeinsame Aktionen geben. Aber ganz wichtig an dieser Stelle ist zu sagen, dass beide Vereine selbstständig bleiben. Wir wollen nur Synergie-Effekte nutzen. Wollen wir mal ehrlich sein: beide Vereine haben Nachwuchsprobleme, die Veranstaltungen beziehungsweise Busse werden nicht mehr voll. Warum soll man nicht zusammen an einen Ort fahren, so können alle davon profitieren. Bei Aktionen wie dem Kindertag brauchen wir auch immer tatkräftige Unterstützung von Mitgliedern, aber für viele ist dies nicht mehr möglich, also warum nicht auch auf die Mitglieder des anderen Vereins zurückgreifen?

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