Melitta stellt Produktion teilweise um – Spenger Wolf PVG liefert Vlies
Atemmasken in Form von Filtertüten

Spenge/Minden (WB). Eigentlich stellt die Wolf PVG in Spenge Staubsaugerzubehör und Filtersysteme her. Jetzt hat die Tochterfirma der Melitta Group ihre Kapazitäten hochgefahren, um Material für dringend benötigte Atemmasken zu produzieren.

Mittwoch, 15.04.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 14:38 Uhr
Wie Filtertüten sehen die Atemmasken aus, die Melitta derzeit in Minden produziert. Die Spenger Firma Wolf stellt das feingliedrige Vlies her, aus dem die Masken bestehen. Dafür wurden die Kapazitäten deutlich hochgefahren. Foto: Melitta
Wie Filtertüten sehen die Atemmasken aus, die Melitta derzeit in Minden produziert. Die Spenger Firma Wolf stellt das feingliedrige Vlies her, aus dem die Masken bestehen. Dafür wurden die Kapazitäten deutlich hochgefahren. Foto: Melitta

Die Mindener Firma stellt jetzt – wie berichtet – Atemmasken in Filtertütenform her. „Mit unseren Produktionskapazitäten sind wir in der Lage, in kürzester Zeit sehr hohe Mengen an Atemmasken herzustellen“, sagt Jero Bentz, Mitglied der Unternehmensleitung der Melitta Group. „Unser Unternehmen ist seit Jahrzehnten darauf spezialisiert, neben Filtertüten auch andere Filtermaterialien wie beispielsweise Staubsaugerbeutel und andere industrielle Spezialpapiere wie Tapetenvliese oder Vormaterialien für Luftfilter – auch für den medizinischen Sektor – zu entwickeln und zu produzieren.“

Masken werden noch optimiert

Die Melitta-Atemmaske besteht aus einem dreilagigen Vlies, das eine so genannte Meltblownlage enthält, die bereits für OP-Masken zertifiziert wurde. Befestigt werden diese Masken aktuell mit einem Clip oder Gummibändern. „Wir sind noch dabei, die Masken zu optimieren. Da aber gerade der dringende Bedarf da ist, musste erst einmal alles sehr schnell gehen“, sagt Annika von Hollen, Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation. Melitta habe so schnell handeln können, weil das Unternehmen vorhandene Maschinen nutzt und nur mit einem anderen Material ausstattet.

Und genau dieses wird in Spenge hergestellt. „Das Meltblown-Vlies wurde sowieso für Staubsaugerbeutel produziert“, erklärt von Hollen. In Spenge habe man jetzt die Produktionskapazitäten hochgefahren, um zusätzlich auch Material für Masken herstellen zu können. „Dort wird seit Wochen im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet“, sagt Annika von Hollen. Schneidemaschinen seien angepasst und zusätzliche vorhandene Maschinen in Betrieb genommen worden. Neben dem Material für die eigenen Masken, stellt die Wolf PVG auch Vlies für die Mindener Firma Sitex her, die damit ihre ebenfalls neu entwickelten Stoff-Atemmasken bestückt.

Erste Million ist schon fertig

In der vergangenen Woche hat Melitta bereits die erste Million Masken produziert. Die bestehenden Kapazitäten ließen in Kürze eine Herstellung von bis zu einer Million Masken pro Tag erwarten, sagt Jero Bentz. Diese Stückzahlen könnten sukzessive um ein Vielfaches erhöht werden, sofern die Vormaterialien ausreichend zur Verfügung stünden.

Melitta sei aktuell dabei, ein Vertriebssystem aufzubauen. Vor allem aus dem medizinischen Bereich kämen unfassbar viele Anfragen. Die in der ersten Woche produzierten Masken will die Firma an alle Mitarbeiter weltweit verteilen, eine Million Masken sollen außerdem an medizinische Einrichtungen gespendet werden. Die medizinische Sparte soll auch künftig vorrangig mit den Masken beliefert werden. Zunächst werden sie nicht an private Endverbraucher ausgegeben, sagt Annika von Hollen.

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