Spenger Archäologen planen Kolloquium in der Werburg – hochkarätige Teilnehmer
Jordanische Gäste kommen erst 2021

Spenge (WB). Seit 2004 ist Hannelore Kröger regelmäßig nach Jordanien gereist, um dort Stätten des frühesten Christentums zu erforschen. Am Montag kommender Woche sollten Gäste aus aller Welt in die Spenger Werburg kommen, um mit Kröger und ihrem Ehemann Dr. Werner Best über die Funde in Jordanien, aber auch die moderne Gestaltung von Museen zu diskutieren. Doch daraus wird erst einmal nichts.

Dienstag, 28.04.2020, 11:00 Uhr
Hannelore Kröger und Werner Best besprechen sich an der Grabungsstätte im jordanischen Städtchen Dayr Alla. Foto:
Hannelore Kröger und Werner Best besprechen sich an der Grabungsstätte im jordanischen Städtchen Dayr Alla.

Ein Jahr lang haben Kröger und Best am Programm gearbeitet, Unterlagen für Visa zusammengestellt, Unterkünfte und Flüge gebucht. Doch die Corona-Pandemie machte den Spengern nun kurz vorher einen Strich durch die Rechnung. Hochkarätige Gäste seien es gewesen, die den Weg nach Spenge finden wollten, berichtet Hannelore Kröger. Chefs aus der Bodendenkmalpflege und des Tourismuswesens aus Jordanien, aber auch der Schweiz, den Niederlanden oder USA hatten ihr Interesse an dem Kolloquium bekundet – so viele, dass einigen sogar abgesagt werden musste.

Funde und Spuren aus Altem Testament

Als Ausgrabungsleiterin eines Teams, das aus Mitgliedern der Technischen Universität Dortmund und dem Archäologischen Seminar der Philipps-Universität Marburg besteht, hat Hannelore Kröger sich in den vergangenen 16 Jahren auf die Suche nach Funden und Spuren der Siedlung Pnuël gemacht, die im Alten Testament mehrfach genannt wird. Sie liegt im Unteren Jabboktal in Jordanien, etwa eine Stunde nordwestlich der Hauptstadt Amman gelegen.

„Tatsächlich haben wir dort Gebrauchskeramik gefunden, die man gut auf das 9./10. vorchristliche Jahrhundert datieren kann“, berichtet Hannelore Kröger. Ebenso sei eine Abfallgrube gefunden worden, die naturwissenschaftlich datiert werden könne, ergänzt Werner Best, der seiner Frau als stellvertretender archäologischer Ausgrabungsleiter des Projekts „Tulul adh Dhahab“ assistierte. „Womit niemand gerechnet hatte war, dass wir eine befestigte Anlage aus dem 2. oder 1. Jahrhundert vor Christi – einen so genannten Peristylhof – entdeckt haben, der durch einen Brand oder Krieg zerstört worden ist“, so Best.

Archäologie für die Öffentlichkeit

Obwohl die Forschungen bereits 2005 begonnen haben, stünden sie noch ganz am Anfang. Unterstützt werden sie finanziell vom Verein zur Förderung der Archäologie im Unteren Jabboktal, dem Hannelore Kröger vorsteht. Dies sei einer der Gründe gewesen, das Kolloquium in Spenge auszurichten. „Aber auch, um am Beispiel der Werburg zu zeigen, wie man Archäologie für die Öffentlichkeit darstellen kann“, sagt Werner Best. Museen in Jordanien seien aktuell eher wissenschaftliche Sammlungen mit Konzepten wie hierzulande vor 30 bis 40 Jahren. Im Rahmen des Kolloquiums habe man zeigen wollen, wie Museen in Deutschland gestaltet sind, zum Beispiel mit Forscherlaboren oder Museumsshops wie in der Werburg.

Bodendenkmäler konservieren

Darüber hinaus wollten sich die Gäste anschauen, wie man ausgegrabene Bodendenkmäler schützt und konserviert. Hierzu sollte zum Beispiel die Kreuzkirche auf dem Wittekindsberg bei Minden besucht werden. „Am Beispiel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals wollten wir zeigen, wie man den Tourismus richtig ankurbeln kann“, sagt Best: „Wir hoffen, dass wir die Pandemie im nächsten Jahr soweit in den Griff bekommen haben, dass das Kolloquium Pfingsten 2021 stattfinden kann.“

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