Erste Sanierungsarbeiten an der Mühle in Hücker-Aschen – Holzbalken und Mauern thermisch behandelt
Mit Wärme gegen Käfer und Würmer

Spenge(WB). Die Sanierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Wallholländer Mühle in Hücker-Aschen haben begonnen. In den vergangenen Tagen haben Mitarbeiter der Firma IRT (Innovative Restaurierungstechnik) aus Lippstadt zum Auftakt das Mauerwerk und die Holzkonstruktion der Mühle mit Wärme behandelt, um Schädlinge zu vertreiben.

Donnerstag, 30.04.2020, 18:00 Uhr
Die Dieckmannsche Mühle in Hücker-Aschen wird in den nächsten Monaten saniert. Der erste Schritt ist gemacht. Foto: Ruth Matthes
Die Dieckmannsche Mühle in Hücker-Aschen wird in den nächsten Monaten saniert. Der erste Schritt ist gemacht. Foto: Ruth Matthes

Heiße Luft darf nicht entweichen

Wie Michael Matzker, Projektleiter der Stadt Spenge, erklärt, haben die Fachleute zunächst alle Öffnungen hermetisch abgedichtet und die Kappe der Mühle mit Spezialfolie eingehaust, damit auch dort keine heiße Luft entweichen konnte. Im Gebäude wurde ein mit Schweröl betriebenes Heizgerät aufgebaut, mit dem das Innere der Mühle langsam auf 55 Grad erwärmt wurde, so Matzker.

„Bei dieser Temperatur sterben alle Holzschädlinge – hier waren es der Hausbock und der Holzwurm“, ergänzt Andrea Gerdes von der Firma IRT. „Auch der Hausschwamm hält dieser Temperatur nicht stand.“ Um im Holz 55 Grad zu erreichen, benötige es eine maximale Einlauftemperatur von 75 Grad.

Zwölf Temperaturfühler hatten ihre Kollegen zuvor an den Balken angebracht, um kontrollieren zu können, dass auch alle betroffenen Balken ausreichend stark erwärmt wurden. Nach ein paar Stunden war die thermische Behandlung beendet. Die Kappe ist mittlerweile wieder freigelegt worden. Äußerlich weist nichts mehr auf die ersten Restaurierungsarbeiten hin.

Frage der Kosten

„Damit ist auch das Mauerwerk trockener geworden, über dessen weitere Behandlung derzeit noch Abstimmungsgespräche mit dem zuständigen Denkmalpflegern des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) anstehen“, erklärt Matzker. Zur Diskussion stehe, ob die Mauern erneut geschlämmt werden, um sie abzudichten, oder ob es sinnvoller und denkmalgerecht wäre, das gesamte Gebäude mit Schindeln zu bedecken. „Das ist auch eine Frage der Kosten“, so der Projektleiter.

Als nächstes sollen nun die Zimmererarbeiten folgen. „Die Einbauten werden herausgenommen und zwischengelagert, der Zwischenboden herausgenommen und marode Balken ersetzt“, führt er aus. „Die Ausschreibungen dafür sind vorbereitet. Hier fehlt nur noch das letzte ‚Go­‘ des LWL.“

Seit Ende 2018 geschlossen

Seit November 2018 ist die Dieckmannsche Mühle von 1861 am Gehlenbrink/Ecke Windmühlenweg geschlossen. Gutachter Christoph Probst hatte damals akute Einsturzgefahr signalisiert. Das Hauptproblem liege im Übergang zwischen dem Mauerwerk und der eigentlichen Mühlenkonstruktion.

Nachdem die Stadt im Januar 2019 von den Fördermöglichkeiten im Rahmen der Dorferneuerung erfahren hatte, holte sie Kostenvoranschläge für die Sanierung ein, die sich auf eine Gesamtsumme von 306.000 Euro beläuft. Der Antrag auf 65-prozentige Förderung wurde gestellt und positiv beschieden, so dass die Stadt nun mit 200.000 Euro vom Land kalkulieren kann. Die restlichen 35 Prozent hat der Rat für die Mühlensanierung in den Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt.

Dass die Fördermittel fließen, hat die Stadt nicht zuletzt dem Engagement des aktiven Heimatvereins Hücker-Aschen zu verdanken, der mit viel bürgerschaftlichem Engagement dafür sorgt, dass die Mühle ein echter Ortsmittelpunkt ist.

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