Spezialist für Süßigkeitenverpackungen setzt auf „Schade Face Shield“
Transparente Alternative zur Maske

Spenge ( WB). Dort, wo sonst formgerechte Blister für Pralinenschachteln, Schutzhüllen für Schaumküsse und andere Kunststoffverpackungen für die Süßwarenindustrie vom Band laufen, werden nun auch transparente Gesichtsschutze hergestellt.

Donnerstag, 30.04.2020, 12:01 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 12:10 Uhr
Kopfumfang passgenau einstellen, aufsetzen und sich sicher fühlen. Kim Nussbaum trägt das leichte, unauffällige und die Sicht nicht einschränkende Face Shield, das die Firma Schade herstellt. Gewöhnlich verpacken die Spenger Süßigkeiten in Folie.Foto: Schade
Kopfumfang passgenau einstellen, aufsetzen und sich sicher fühlen. Kim Nussbaum trägt das leichte, unauffällige und die Sicht nicht einschränkende Face Shield, das die Firma Schade herstellt. Gewöhnlich verpacken die Spenger Süßigkeiten in Folie. Foto: Schade

Die im Spenger Industriegebiet ansässige Firma Schade hat anlässlich der Corona-Krise ihre Produktpalette um einen Artikel erweitert, der so gar nichts mit ihrem eigentlichen Kerngeschäft zu tun hat: Der Betrieb fertigt das „Schade Face Shield“, ein transparentes, leichtes Visier zum Eigen- und Fremdschutz gegen Tröpfcheninfektionen.

Keine Sichteinschränkung

„Wir hatten zunächst für unsere Mitarbeiter nach Alternativen zum Mundschutz gesucht. An den Produktionsmaschinen ist es warm und stickig und das Tragen von Mund-Nase-Masken wird wirklich unangenehm“, erzählt Kim Nussbaum. Auch seien die üblichen Schutzmasken für Brillenträger wegen des Beschlagens der Gläser nur suboptimal.

Das Face Shield bedeckt Gesicht und Hals, ohne Einschränkung der Sicht. Es besteht aus zwei Teilen: einem Halteband mit Lochung zum passgenauen Einstellen des Kopfumfangs und dem daran befestigten Visier. „Beides ist hergestellt aus PET, dem gleichen Material wie Einwegflaschen, und kann im Verpackungsmüll entsorgt und dem industriellen Recycling zugeführt werden“, informiert Nußbaum.

Hilfe bei Atemproblemen

Die Assistentin der Geschäftsleitung sieht die Visiere in vielen Bereichen als interessante Alternative zur Mund-Nase-Maske. „Für Menschen, die mit Atemproblemen zu kämpfen haben, ist das Visier eine bessere Option, weil es das Atmen nicht erschwert.“ Auch für Bereiche, in denen es besonders wichtig ist, die Mimik des Gegenübers gut zu erkennen, sei das Shield bestens geeignet. „Wir denken da an Schulen und auch an Behinderteneinrichtungen.“

Generell könnte das Visier für alle Menschen, die im Kontakt zu Kunden stehen und ihr Gesicht nicht zu einem guten Teil verhüllt wissen wollen, interessant sein. Man wolle auch für Privatkunden fertigen, die mittlerweile schon direkte Anfragen an das Unternehmen stellten, so Nußbaum. Bei den 16 Mitarbeitern der Firma Schade sei das Tragen des hauseigenen Face Shields längst selbstverständlich.

Maschine angeschafft

Zum Ende kommender Woche will das Unternehmen seinen Lagerbestand auf 80.000 Visiere vergrößern. Für die Produktion, die ungleich aufwendiger ist als die Herstellung der Lebensmittelverpackungen, hat das Familienunternehmen sogar eine neue Maschine, eine Rollenstanze, angeschafft.

Kim Nussbaum, deren Vater seit 1985 im Betrieb tätig ist und diesen 2004 vom Gründer übernahm, ist vom Nutzen der Investition überzeugt. „Wir gehen davon aus, dass der Bedarf noch länger bestehen wird. Aber die Stanze kann später auch für andere Produktionen eingesetzt werden.“

Zwar sei das Shield nicht für den medizinischen Bereich gedacht und habe auch keine Zertifizierung als Arbeitsschutzmaterial, betont Nussbaum. Doch es habe auch schon Anfragen gegeben für die Verwendung des Face Shields als Arbeitsschutz.

Kommentare

jochar  schrieb: 30.04.2020 18:08
Leider keine Alternative
Tolle Sache, wenn auch nicht ganz neu. Allerdings "schade", dass ein Face Shield nicht die gesetzliche Anforderung einer Mund-Nasen-Maske erfüllt und somit keine Alternative sondern lediglich eine Erweiterungsoption zum eigenen Schutz darstellt. Ich selbst bin Brillenträgern beruflich zur Nutzung einer Mund-Nasen-Maske gezwungen und würde diesen Schirm sofort nutzen ... leider sieht der Gesetzgeber das etwas anders. Auf Nachfrage bei der zuständigen Behörde wurde mir aktuell mitgeteilt, dass diese wirkliche Lösung keine Lösung im Rahmen der Definitionen der aktuellen Erlasse und Verordnungen darstellt.
1 Kommentare
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