Wahlkampf-Auftakt der SPD mit Landrat Müller in Lenzinghausen
Pflege des Katzenholzes unerlässlich

Spenge  (WB). Zu einer Diskussionsrunde mit Landrat Jürgen Müller hatte die Spenger SPD am Mittwochabend ins Bürgerbegegnungszentrum nach Lenzinghausen eingeladen. Anwesend waren auch die beiden Kreistagsmitglieder Sieghart Kröger und Wolfgang Günther.

Freitag, 29.05.2020, 10:01 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 17:20 Uhr
Im Gespräch mit Landrat Jürgen Müller (2. von links): die Kreistagsabgeordneten Sieghart Kröger (links) und Wolfgang Günther (2. von rechts) sowie Bürgermeister Bernd Dumcke und die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sylke Tech.Foto: Daniela Dembert
Im Gespräch mit Landrat Jürgen Müller (2. von links): die Kreistagsabgeordneten Sieghart Kröger (links) und Wolfgang Günther (2. von rechts) sowie Bürgermeister Bernd Dumcke und die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Sylke Tech.

Das Kreisoberhaupt stand Rede und Antwort zu Themen wie Sicherheit, Mobilität, Digitalisierung, Klimaschutz und Wald, medizinische Versorgung und Pflege. Allem voran stand ein Überblick zur Corona-Krise.

Kommunikationsproblem

Einen sehr engen Austausch habe es zwischen ihm und den neun Bürgermeistern des Kreises in dieser Zeit gegeben. Zusammen, betonte Müller, habe man Entscheidungen gefällt und sei bei der Umsetzung der Schutzverordnung stets einen einheitlichen Kurs gefahren.

„Schwierig waren in den vergangenen Wochen und Monaten nicht die Entscheidungen, die auf Bundes- und Landesebene getroffen wurden, sondern die Kommunikation“, erzählte Müller aus der Praxis. Die Anleitung zur Umsetzung von Beschlüssen habe immer auf sich warten lassen. „Das hat es für die Verwaltungen schwer gemacht, denn man hat sich einer Erwartungshaltung der Bürger gegenüber gesehen, ohne konkrete Anweisungen zu haben“, führte Müller aus.

Ärztemangel im Kreisgebiet

Alles in allem habe man die Lage im Kreis aber sehr gut im Griff. „Notbetten mussten wir nie einrichten“, sagt Müller und lobte ausdrücklich die enge Zusammenarbeit der drei Krankenhäuser des Kreises untereinander. Das Akutzentrum zur Behandlung von Covid 19-Infizierten werde jetzt wegen zu geringer Auslastung wieder geschlossen, aber eine große Zahl an Medizinern stehe auf Abruf bereit.

Der Blick auf das Gesundheitswesen im Allgemeinen fällt nicht so rosig aus. Es herrsche Ärztemangel. Müller hob hervor, der Kreis Herford sei sehr bemüht, durch verschiedene Maßnahmen – etwa ein Zuschuss für Praxisneueröffnungen – Ärzte im Kreis anzusiedeln.

Ökosystem Wald

Auch das Katzenholz war Thema der Diskussionsrunde. Als waldärmster Kreis in Westfalen habe Herford noch einigen Nachholbedarf. In der Diskussion um Pflegearbeiten in Bestandsgehölzen gebe es immer wieder Kontroversen zwischen denen, die das Ökosystem Wald unangetastet lassen wollen und denen, die es für die Naherholung rüsten wollen, so Müller. Bürgermeister Bernd Dumcke klarer Standpunkt, der in der Runde Zustimmung erntete: „Das Katzenholz ist die grüne Lunge Spenges. Menschen suchen den Wald gerne auf. Gewisse Pflegemaßnahmen sind unerlässlich, denn Wege müssen gefahrlos begehbar sein.“

In Sachen Mobilität setzt der Landrat auf mehr Radverkehr zwischen Arbeiten und Wohnen, will Radverbindungen ausbauen und strebt die Entwicklung eines interkommunalen Mobilitätskonzepts für den ÖPNV an. Müller meinte: „Wie man von einer Kommune in die nächste kommt, ist Kreisangelegenheit.“

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