Sammlung prämierter Kostüme des venezianischen Karnevals in der Werburg Spenge
Prunkvolle Fantasiegewänder

Spenge  (WB). Der Zeit entrückt, märchenhaft, bezaubernd. Die Kreationen des Engeraner Kostümbildners Horst Raack sind opulente Werke aus Stoff und Fantasie. Am Sonntag, 21. Juni, startet in der Scheune des Werburg-Ensembles eine Ausstellung mit 30 Roben des Autodidakten, von denen 28 beim renommierten Kostümwettbewerb in der Lagunenstadt Venedig prämiert worden sind.

Samstag, 20.06.2020, 11:01 Uhr aktualisiert: 20.06.2020, 11:30 Uhr
Sieben Kostüme umfasst das gesamte Ensemble „Tea ­Time“,­ bei dem der Hobby-Kostümbildner Horst Raack konsequent das Motto einer Teetafel verfolgt. Sie sind in der Spenger Museumsscheune der Werburg zu sehen. Foto: Daniela Dembert
Sieben Kostüme umfasst das gesamte Ensemble „Tea ­Time“,­ bei dem der Hobby-Kostümbildner Horst Raack konsequent das Motto einer Teetafel verfolgt. Sie sind in der Spenger Museumsscheune der Werburg zu sehen. Foto: Daniela Dembert

So oft wie niemand anders, nämlich sechsmal, hat Horst Raack mit seinen themengebundenen Kostümgruppen im Wettbewerb „La Maschera piu bella“ (deutsch „Die schönste Maske“) den ersten Platz belegt – und das als Ostwestfale. Besucher der Ausstellung dürfen sich also auf die weltgrößte Sammlung prämierter Kostüme des venezianischen Karnevals freuen.

Accessoires inklusive

„Hier stehen alle Kostüme, mit denen ich jemals in Venedig unterwegs war, samt Accessoires – also praktisch mein Lebenswerk“, sagt der gelernte Goldschmied. 2004 hatte er mit Ehemann Jochen Schlüter erstmalig beschlossen, den venezianischen Karneval zu besuchen. „Ich hatte zuvor einen Bericht darüber gesehen und wollte nicht nur als Tourist mit der Kamera dastehen, sondern Teil des Ganzen sein“, blickt Horst Raack zurück.

Auf dem Flohmarkt erwarb der Engeraner daraufhin einen alten Gehrock, der die Basis seines ersten Kostüms bildete. Hinzu kamen Vorhangstoff, Knöpfe, die er selbst bezog, und weiteres Material.

Barocke Mode

Weil er schon immer ein Faible für das 18. Jahrhundert gehegt hatte, war die Stilrichtung klar und ist es bis heute geblieben: Horst Raack schneidert Kostüme, die an die Mode des Barockzeitalters und des Rokoko angelehnt sind und von ihm ideenreich ergänzt werden. „Ich mag einfach das Prunkvolle, Verspielte, teils sehr fantasievoll Umgesetzte dieser Zeit“, erzählt der Hobby-Schneider.

Bei der Materialwahl für seine Kostüme geht Raack auch gern ungewöhnliche Wege, verarbeitet neben echten Pfauenfedern, antiker Spitze und teuren Seidenstoffen auch preiswerte Kunstfaser, Actionfiguren und Platzsets für seine detailverliebten Maskeraden.

Historische Fächer

Die ausgestellten Kostüme und Accessoires werden in der Spenger Werburg ergänzt durch historische Fächer und Originalkleidung des 18. Jahrhunderts.

„Wir sind stolz, diese Ausstellung, die eigentlich schon längst hätte starten sollen, zu präsentieren“, sagt Dr. Werner Best, Vorsitzender des Werburg-Vereins. Auch, wenn das Museum im Herrenhaus sowie das Café bis auf Weiteres geschlossen seien, wolle man den Menschen in der Corona-Krise ein tolles Angebot machen.

Eintritt frei

Mit der Stadt Spenge erarbeite der Verein derzeit ein Hygienekonzept, das in absehbarer Zeit auch eine Wiederöffnung des Museums zulasse.

Die Präsentation in der Scheune kann bis zum Sonntag, 4. Oktober, jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr unter Einhaltung von Abstandsgeboten und Maskenpflicht besucht werden. „Und weil das natürlich alles etwas unangenehm ist, ist der Eintritt kostenlos”, sagt Hans-Peter Tietze, Vorstandsmitglied des Werburg-Vereins. Bei guten Wetter soll es auch Sitzgelegenheiten für Gäste und ein Getränkeangebot auf dem Außengelände des Werburg-Ensembles geben.

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