Diskussionsabend des SPD-Stadtverbands zum Thema ÖPNV – Ticket-App in Arbeit
Spenge besser an Bielefeld anbinden

Spenge (WB). „ÖPNV kann eine Antwort sein auf die Frage, wie der Verkehr künftig klimafreundlicher wird“, davon ist SPD-Kreistagsmitglied Wolfgang Günther überzeugt. Dafür müsse er aber an Attraktivität gewinnen.

Freitag, 26.06.2020, 14:02 Uhr aktualisiert: 26.06.2020, 15:00 Uhr
Hier treffen sich die Busse: am zentralen Omnibus Bahnhof in Spenge. Die Bürger wünschen sich vor allem eine noch bessere Anbindung nach Bielefeld. Sie sollte verlässlich getaktet und zu familienfreundlichen Preisen bis in die Innenstadt möglich sein. Foto: Hülsegge
Hier treffen sich die Busse: am zentralen Omnibus Bahnhof in Spenge. Die Bürger wünschen sich vor allem eine noch bessere Anbindung nach Bielefeld. Sie sollte verlässlich getaktet und zu familienfreundlichen Preisen bis in die Innenstadt möglich sein. Foto: Hülsegge

Der SPD-Stadtverband hatte für Mittwochabend zu einer Informations- und Diskussionsrunde mit Achim Overath, dem Geschäftsführer der Minden-Herforder-Verkehrsgesellschaft (mhv), ins Bürgerbegegnungszentrum nach Lenzinghausen geladen.

Erschwingliche Tickets

Aktuell werde der Nahverkehr im Konzessionsverfahren nach Beschlüssen der Politik besetzt, erklärte Overath. Die Taktung nach Bielefeld sei halbstündig, auf dieser Strecke seien viele Berufs- und Schulpendler unterwegs. Tariflich habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Man habe für erschwingliche Tickets im Kreis Herford gesorgt, stellte der Experte den Ist-Zustand dar.

Als Themen, die in Zukunft angegangen werden müssten, führte Overath das Lichten des Tarifdschungels, die Wasserstoff- und E-Mobilität sowie den On-Demand-Verkehr an.

Direktverbindung

Seitens der Veranstaltungsbesucher wurde der Wunsch nach einer Verbesserung der Anbindung nach Bielefeld laut. „Eine Direktverbindung mit durchgehender Taktung zu familienfreundlichen Preisen in die Bielefelder Innenstadt würde die Attraktivität des ÖPNV-Angebots enorm steigern und sicher auf viel Interesse stoßen“, meinte Pfarrer Ulrich Gressog.

Insgesamt wurde von den Besuchern bemängelt, dass die Anbindungen nach Bielefeld und Herford jeweils ein separates Ticket erforderten. Hier arbeite man an einer App-Lösung, die weitere Bereiche mit einbeziehe, erklärte Overath. Vorbild sei das „Landei-Ticket“, das derzeit im Mühlenkreis Minden-Lübbecke als Pilotprojekt mit einer optionalen Einbindung einer E-Bike-Anmietung erprobt werde.

Bürgerbuserweiterung

Der ÖPNV darf auch kosten, findet Bürgermeister Bernd Dumcke: „Kommunen haben in den vergangenen Jahren Wert darauf gelegt, dass möglichst viele Linien eigenwirtschaftlich betrieben werden. Mit Blick auf den Klimaschutz stellt sich die Frage, ob Kommunen nicht investieren sollten, um den ÖPNV attraktiver zu machen.“ Von seiner Seite gebe es grünes Licht für die Anschaffung eines zweiten Bürgerbusses, um auch, wie vielfach gefordert, die Ortsteile Lenzinghausen und Hücker-Aschen abzudecken. „Meiner Einschätzung nach wird die Bürgerbuserweiterung auch in der Politik breite Zustimmung finden, wenn die Rahmenbedingungen gegeben sind“, meint das Stadtoberhaupt.

Derzeitige Hürde: Richtung Bünde ist schon ein gewerblicher Anbieter unterwegs, dem man nicht einfach die Grundlage entziehen könne, wandte Overath ein. „Ich bin aber zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann, die für alle zufriedenstellend ist.“

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