Azubis absolvieren praktische Gesellenprüfung und widerlegen Vorurteile
Leidenschaft für das Fleischerhandwerk

Spenge (WB). Ein bisschen angespannt sind Samson Ifada, Elias Sawatzki und Yutthachai Lumrat schon. Es gilt, ein Rinderhinterviertel auszulösen und fachgerecht zu zerlegen, eine Brühwurst herzustellen und einen gefüllten Braten als küchenfertiges Endprodukt zu liefern.

Montag, 29.06.2020, 18:00 Uhr
Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Matthias Kühn und Gastgeberin Christine Houppert freuen sich mit den Prüflingen Samson Ifada, Elias Sawatzki, Yutthachai Lumrat und Justin Scheffler über deren gelungene Werke. Foto: Dembert
Der Vorsitzende der Prüfungskommission, Matthias Kühn und Gastgeberin Christine Houppert freuen sich mit den Prüflingen Samson Ifada, Elias Sawatzki, Yutthachai Lumrat und Justin Scheffler über deren gelungene Werke. Foto: Dembert

Die drei sind die einzigen Auszubildenden zum Fleischer im Abschlussjahrgang in der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland und haben in der Fleischerei Wüllner in Spenge ihre praktische Gesellenprüfung abgelegt. Zeitgleich hat Justin Scheffler, Auszubildender bei Wüllner, seine Zwischenprüfung absolviert. Das Arbeiten und die fertigen Produkte standen unter der Begutachtung der Prüfungskommission, bestehend aus Vorstand und Meisterbeisitzer Matthias Kühn, Berufsschullehrerin Sandra Wilpsbäumer und Gesellenbeisitzer Tarek Borgstedt.

Kreativität ist gefragt

„Besonderen Wert legen wir auf exaktes, hygienisches Arbeiten und Wirtschaftlichkeit. Zudem werden Kreativität bei der Herstellung der Bratenfüllung und den Würzmischungen sowie das Anrichten der fertigen Produkte bewertet“, sagt Kühn. Die Prüflinge haben ganz unterschiedliche Wahlqualifikationen wie Kochen, Schlachten und Zubereiten einer regionalen Spezialität ausgesucht, in denen sie punkten möchten.

Warum so wenige junge Leute den Weg ins Fleischerhandwerk finden, hat nach Meinung der Prüfer viele Gründe. Zum einen werde von vielen Eltern eine akademische Laufbahn für ihre Kinder angestrebt. „Außerdem geht die Mär um, als Fleischer stehe man ständig knietief im Blut”, sagt Sandra Wilpsbäumer.

„Ein verantwortungsvoller Beruf“

Prüfling Yutthachai Lumrat ärgert sich über das Vorurteil, Fleischer seien stumpfsinnig, der Beruf monoton. „Gerade im Hinblick auf Hygiene ist das ein sehr verantwortungsvoller Beruf“, sagt der Abiturient, der ab September die Meisterschule besuchen wird. „Fleischer sein, ist Berufung“, meint der 26-Jährige. Die Arbeit sei durchaus körperlich anstrengend, erfordere aber auch filigranes Handling und biete eine Menge Tätigkeitsfelder zum Verwirklichen. Lumrat schätzt vor allem den beratenden Kundenverkehr.

„Die Arbeit ist abwechslungsreich und ich kann mich auch kreativ einbringen.“ Suppen kochen gehöre ebenso dazu wie Zerlegen von Schweinehälften, Marinieren von Grillfleisch und appetitliches Anrichten von Platten für den Partyservice.

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