Feuerwehr Spenge rückt 135 Mal aus – nicht alle Löschgruppen waren alarmsicher
Fast 50 Prozent weniger Einsätze

Spenge (WB).Zu 48 Prozent weniger Einsätzen musste die Spenger Feuerwehr 2019 ausrücken. Dieser Einbruch lässt sich leicht erklären: „Spenge wurde 2019 glücklicherweise von Unwetterereignissen verschont“, sagt Thomas Reschke, Leiter der Feuerwehr.

Mittwoch, 09.09.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 05:20 Uhr
Ein ein Hektar großes Stoppelfeld brannte Ende Juli in Bardüttingdorf. Das Feuer drohte, auf ein benachbartes, nicht abgeerntetes Feld, überzugreifen. Foto: Feuerwehr
Ein ein Hektar großes Stoppelfeld brannte Ende Juli in Bardüttingdorf. Das Feuer drohte, auf ein benachbartes, nicht abgeerntetes Feld, überzugreifen. Foto: Feuerwehr

Mit 135 Einsätzen sind die Einsatzzahlen damit wieder auf dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen fünf Jahre. „Besondere, nicht alltägliche, Einsätze waren dabei zum Beispiel eine Hilfeleistung an einem speziellen Sattelauflieger mit einer Undichtigkeit am hydraulischen Hubdach im Februar oder ein ausgedehnter Flächenbrand eines Getreidefeldes im Juli“, erinnert sich Reschke.

Nicht alltäglich war auch ein Dachstuhlbrand nach einem Blitzeinschlag in einem Wohnhaus im August. Durch das Eingreifen der Feuerwehr konnten am Jahresende auch vier Bewohner eines Mehrfamilienhauses gerettet werden, in dem es einen Brand im Keller gegeben hatte.

Viele Flächenbrände

Aufgrund des trockenen Sommers seien auffällig viele Flächenbrände zu verzeichnen gewesen, sagt Reschke. Die Schadenssumme aller Brandeinsätze im Stadtgebiet belief sich laut Reschke auf etwa 250.000 Euro.

Zu deutlich weniger Verkehrsunfällen musste die Feuerwehr ausrücken (2019: 3; 2018: 10) und gleich 52 Insekteneinsätze weniger hatten die Männer und Frauen zu bewerkstelligen. Nahezu gleich blieb die Zahl der Menschen in Notlagen, die Hilfe benötigten (2019: 17; 2018: 13), der Einsätze im Bereich gefährlicher Stoffe und Güter (2019: 16; 2018: 18) und auch sonstiger Hilfeleistungen (2019: 11; 2018: 14). 18 Fehlalarme (2018: 23) durch Brandmeldeanlagen in Firmen, Altenheimen oder Schulen gingen bei der Spenger Wehr ein.

Hohe Anforderungen an Feuerwehr

„Die teilweise nicht unerheblichen psychischen Belastungen bei den Einsätzen forderten alles von den Einsatzkräften ab und die Feuerwehr kam immer wieder mit ihren Materialressourcen an die Grenze des Möglichen“, sagt Reschke. Teilweise hätten Einsätze zeitlich so kurz hintereinander gelegen, dass Atemschutzgeräte und Einsatzkleidung noch in der Reinigung gewesen seien.

In den letzten zehn Jahren hat sich der Personalstand der Feuerwehr Spenge um 13 Mitglieder verringert. Während es 2009 noch 158 Aktive gab, sind es jetzt 145 aktive Mitglieder. „Wegzüge oder Austritte aus Altersgründen konnten durch Neueintritte und Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr nicht vollständig ausgeglichen werden“, sagt Reschke. So werde die Mitgliederwerbung auch weiterhin ein wichtiges Thema sein.

Ausrückzeiten größtenteils eingehalten

Denn insbesondere tagsüber seien aufgrund der hohen Pendlerzahl immer weniger Feuerwehrleute vor Ort und stünden nicht rechtzeitig zur Verfügung, sagt Reschke. In Spenge-Mitte, Lenzinghausen und Hücker-Aschen könnten die geforderten Ausrückzeiten größtenteils eingehalten werden, Bardüttingdorf und Wallenbrück waren nicht zu 100 Prozent tagesalarmsicher.

Entlastung habe ein neues Gesetz gebracht, das eine Unterstützungsabteilung für die Feuerwehr möglich macht. „Sechs Ehrenamtliche arbeiten seitdem sozusagen in der zweiten Reihe, kümmern sich bei Einsätzen um die Verpflegung oder übernehmen Fahrten“, berichtet Reschke.

Gerätehaus-Umbau große Belastung

Eine harte Belastungsprobe für den Löschzug Mitte sei die Umbaumaßnahme am Gerätehaus Spenge-Mitte während des laufenden Betriebs gewesen. Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit konnte das Gerätehaus im Herbst wieder vollständig genutzt werden.

311.756 Euro stehen für den Brand- und Katastrophenschutz zur Verfügung. „Das sind 21,20 Euro pro Einwohner“, erklärt Reschke. Im Vorjahr waren es 34,94 Euro. Diese Aufwendungen seien notwendig, um einen allgemeingültigen Standard an Sicherheit zu ermöglichen.

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