Projektentwickler sucht Interessenten für geplanten Neubau im Spenger Zentrum
Kein Ärztehaus auf dem Seippel-Gelände

Spenge (WB). Ein Ärztehaus sollte auf dem ehemaligen Seippel-Gelände im Zentrum von Spenge entstehen, direkt gegenüber des Rathauses. So war zumindest der Plan des Investors, der Gustav Bokermann Projektierungs- und Immobiliengesellschaft aus Bielefeld. Allerdings gibt es keine Ärzte, die sich in Spenge ansiedeln wollen oder dürfen.

Mittwoch, 16.09.2020, 05:20 Uhr
Auf dem zentralen Seippel-Gelände, direkt gegenüber des Spenger Rathauses, sollte ursprünglich ein Ärztehaus entstehen. Diese Pläne sind nun vom Tisch. Der Projektentwickler sucht nach interessierten Mietern. Foto: Christina Bode
Auf dem zentralen Seippel-Gelände, direkt gegenüber des Spenger Rathauses, sollte ursprünglich ein Ärztehaus entstehen. Diese Pläne sind nun vom Tisch. Der Projektentwickler sucht nach interessierten Mietern. Foto: Christina Bode

„Wir hätten gerne Ärzte in dem geplanten Gebäude gehabt. Erste Interessenten haben sich aber anders entschieden“, sagt Projektleiter Ulrich Inderwisch. Zwei Drittel des Gebäudes seien ursprünglich für Ärzte eingeplant gewesen. Nun müsse das komplette Gebäude überplant werden, erklärt er.

Drei Etagen und Tiefgarage

Die ursprüngliche Idee sei es gewesen, im 700 Quadratmeter großen Erdgeschoss und im Obergeschoss (800 Quadratmeter) Praxen unterzubringen, oben im Staffelgeschoss sollte Wohnraum entstehen. Parkplätze für das Gebäude sollten in einer Tiefgarage auf dem etwa 2500 Quadratmeter großen Grundstück geschaffen werden.

Keine neuen Fachärzte

Doch wie Jana Elbert, Mitarbeiterin der Pressestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, erklärt, sei es nicht so einfach, neue Ärzte in Spenge anzusiedeln. Nach einem Schlüssel werde berechnet, wie viele Ärzte sich in einem bestimmten Bereich niederlassen dürfen. „Die hausärztliche Versorgung wird auf der Ebene von Mittelbereichen geplant. Zum Mittelbereich Herford gehören Enger, Spenge, Hiddenhausen und Herford“, erklärt sie. Hier liege der Versorgungsgrad bei 84 Prozent. Zwölf Hausärzte dürften sich noch ansiedeln.

Die fachärztliche Versorgung hingegen werde auf Kreisebene geplant. „In den meisten Fachgruppen gibt es hier keine Niederlassungsmöglichkeiten mehr“, sagt Elbert. Lediglich Neurologen oder ärztliche Psychotherapeuten dürften neue Praxen eröffnen, anderen Fachärzten sei es höchstens erlaubt, nach Spenge umzuziehen.

Mieter gesucht

Ulrich Inderwisch möchte möglichst an seiner Gebäudeplanung festhalten und führt indes Gespräche mit möglichen neuen Mietern. „Wir wollen versuchen, das Erdgeschoss an Läden zu vermieten. Für das Obergeschoss suchen wir Anwälte, Steuerberater oder ähnliches, die in das Gebäude ziehen möchten“, sagt Inderwisch.

Derzeit warten die Projektplaner auf die Zustimmung des Rates zur Änderung des Bebauungsplanes. „Der ursprüngliche Bebauungsplan ist uralt. Auf zentrumsrelevanten Grundstücken wird heutzutage anders gebaut“, erklärt er. Wenn es nach den Investoren ginge, wäre das Gebäude bereits im Frühjahr 2022 bezugsfertig. „Bis es wirklich losgehen kann, müssen aber noch einige Gespräche geführt und einige offene Fragen geklärt werden“, sagt Inderwisch.

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