Wallenbrücker Völker waren Witterung ausgesetzt – Belohnung von 300 Euro aus
Wer stößt Bienenkästen um?

Spenge (WB). Als Martin Morgret am vergangenen Mittwoch zu seinem Bienenstand in der Nähe der Jellinghausstraße in Wallenbrück kam, war der Ärger groß. Die Bienenkästen, die auf einer Palette standen, waren umgestoßen und mit den ungeschützten Unterseiten der kalten und feuchten Witterung ausgesetzt.

Dienstag, 27.10.2020, 05:30 Uhr
Martin Morgret kontrolliert die Bienenkästen in der Nähe des Wallenbrücker Friedhofs. Wie groß der Schaden durch die umgestoßenen Bienenkästen ist, kann er noch nicht genau beziffern. Fest steht aber, dass viele Bienen zu Tode gekommen sind. Foto: Dembert
Martin Morgret kontrolliert die Bienenkästen in der Nähe des Wallenbrücker Friedhofs. Wie groß der Schaden durch die umgestoßenen Bienenkästen ist, kann er noch nicht genau beziffern. Fest steht aber, dass viele Bienen zu Tode gekommen sind. Foto: Dembert

„Wer macht denn sowas? Vielleicht eine Mutprobe?“, fragte sich der verärgerte Hobbyimker und erstattete Anzeige bei der Polizei.

300 Euro Belohnung

Sein Ärger über den sinnlosen Vandalismus ist so groß, dass er jetzt eine Belohnung von 300 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, aussetzt. „Dieser Betrag entspricht in etwa dem Schaden, der an meinen Völkern und den Kästen entstanden ist“, sagt er.

Die beiden Bienenstände wurden von der Palette gestoßen.

Die beiden Bienenstände wurden von der Palette gestoßen. Foto: Morgret

Seit vielen Jahren kooperiert Morgret eng mit Landwirten und Gärtnern und hat seine Bienenvölker auf deren Wunsch an verschiedene, meist nicht öffentlich zugängliche Standorte verteilt. „Es ist immer gut, sowohl für die Bienen als auch für deren Umgebung, wenn sie exklusiv auf ein Gebiet angesetzt werden, um die Blüten effektiv zu bestäuben, denn Hummeln und Wildbienen sind zwar auch sehr gute Bestäuber, bringen aber nicht die Leistung eines Honigbienenvolkes“, erklärt der Spenger Imker.

Es geht also weniger darum, den eigenen Honigertrag zu optimieren, als der Natur etwas unter die Arme zu greifen und eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge auf natürlichem Weg zu erzielen.

Zweifel an Standort

Konkret hatten die beiden beschädigten Bienenvölker in diesem Jahr dazu beigetragen, ein Margeriten- und ein Wiesenkerbelfeld zu bestäuben, die angepflanzt wurden, um Samen für Saatgutmischungen zur Autobahnrandbegrünung zu erwirtschaften. Das im Sommer schneeweiße Margeritenfeld ist weithin bekannt. „Jetzt muss ich überlegen, ob ich an dieser Stelle überhaupt noch Bienenvölker abstellen kann“, sagt Martin Morgret.

Wie sehr die Aktion seinen beiden Völkern zugesetzt hat, kann der Spenger noch nicht sagen. Das zeigt sich erst im kommenden Frühjahr. „Ich habe viele tote Bienen weggefegt, die entweder durch Quetschung zu Tode gekommen sind oder durch Unterkühlung und Regen. Sicher ist die vorhandene Brut auch abgestorben“, vermutet er.

Königinnen geschützt?

Die Unterseiten von Bienenkästen sind lediglich mit einer Gaze als Mäuseschutz bespannt, ansonsten aber zur Luftzirkulation offen. Viel Brut sei zu dieser Jahreszeit meist nicht mehr in den Bienenstöcken, jedoch hätten diese späten Tiere helfen können, das Volk über den Winter zu bringen. Nach den Königinnen hätte Morgret zwar schauen, nicht aber erkennen können, ob sie krank geworden sind. Ihm bleibt zu hoffen, dass sie von ihrem Staat ausreichend geschützt und umsorgt werden konnten.

Hinweise zur Beschädigung der Bienenkästen nehmen die Polizeidienststelle Enger und Martin Morgret persönlich unter 05225/ 9077 entgegen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7649324?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198393%2F2514632%2F
Bundespräsident macht Bevölkerung Mut
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt sich einen Mund-Nasen-Schutz auf.
Nachrichten-Ticker