Spenger Georg Pohlmann erinnert an den Tag der ungleichen Lebenserwartung
Im Einsatz für die Männer

Spenge (WB) -

„Frauen haben in den vergangenen Jahrzehnten gelernt, für ihre Rechte zu kämpfen, doch auch wir Männer müssen dafür sorgen, dass es uns gut geht“, sagt Georg Pohlmann. Der Spenger ist seit sieben Jahren Mitglied in der Fachgruppe Ältere Männer des Bundesforums Männer, das dem Familienministerium angegliedert ist.

Montag, 30.11.2020, 05:30 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 09:02 Uhr
Georg Pohlmann vor einem seiner Bilder zum Thema Berührung. Der 71-Jährige ist Mitglied des Bundesforums Männer.
Georg Pohlmann vor einem seiner Bilder zum Thema Berührung. Der 71-Jährige ist Mitglied des Bundesforums Männer. Foto: Ruth Matthes

Er ruft im Vorfeld des „Tages der ungleichen Lebenserwartung“ am 10. Dezember Männer dazu auf, über die Gründe dafür nachzudenken, weswegen sie im Schnitt fünf Jahre kürzer leben als Frauen. „Rechnet man die Lebenserwartung auf ein Jahr um, so leben Frauen bis Silvester und Männer bis zum 10. Dezember.“ Forschungen zeigten, dass Männer unter anderem einen riskanteren Lebensstil und gefährlichere Ar­beitsstellen haben, sich stärker in die Arbeit stürzen, ungesünder leben, weniger über Probleme reden und öfter Selbstmord begehen.

Der 71-Jährige weiß, wovon er spricht, erlitt er doch mit 50 Jahren einen Burnout, der sich drei Jahre lang hinzog. „Diese Lebenskrise hat mir klar gemacht, dass es außer Arbeit noch viele andere Dinge im Leben gibt“, sagt der frühere Maschinenbautechniker.

Er überlegte schon frühzeitig, wann und wie er in Rente gehen könnte. Mit 59 Jahren war es dann so weit. „Ich habe mir zunächst ein Atelier eingerichtet, denn ich wollte eigentlich immer Künstler werden, durfte es aber nicht“, erzählt Pohlmann. Über die Malerei habe er angefangen, sich auszudrücken. Er war in Indien, erlernte Meditation und Yoga. Schließlich absolvierte Pohlmann eine Ausbildung zum systemischen Familienberater. Die Selbsthilfe-Männergruppe, der er sich nach dem Burnout angeschlossen hatte, leitete er am Ende selbst. Bis zu seinem 70. Geburtstag war er in der Familienberatung aktiv – abgesehen von vielen ehrenamtlichen Aktivitäten, durch die er vielen Spengern auch bekannt ist, wie zum Beispiel im Orga-Team des Weihnachtsmarktes, dem er noch heute angehört.

„Im Indischen gibt es den Spruch: Wenn jeder dafür sorgt, dass es ihm gut geht, geht es allen gut“, erklärt er. „Und mir geht es gut, wenn ich sehe, dass ich anderen dazu verhelfen kann, dass es ihnen besser geht.“

Schwerpunktthema des Tages der ungleichen Lebenserwartung ist 2020 „Gute Arbeit macht gesund – schlechte Arbeit nimmt (das) Leben“. Im Vorfeld des 10. Dezember gibt es täglich unter www.tag-der-ungleichen-lebenserwartung.de Kurzvideos zum Themenkomplex.

Ein weiteres Thema liegt Pohlmann am Herzen: „Es gibt nicht nur Gewalt gegen Frauen, sondern zu 20 Prozent auch von Frauen gegen Männer“, erklärt er. „Neben der Notrufnummer für Frauen müsste auf den Bäckertüten der Aktion ‚Gewalt kommt nicht in die Tüte‘ auch das Hilfe-Telefon für Männer stehen: 0800/1239900.“

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