Lisa Winkler und Lucas Ottehenning aus Spenge wollen mit umgebauten Sprinter nach Skandinavien
Ein Camper namens Rudi

Spenge (WB) -

Auch wenn es von außen nicht so aussieht: In diesem Van verbirgt sich fast die Ausstattung eines kleines Häuschens – mindestens aber alles, was es für eine lange Tour durch Skandinavien braucht.

Dienstag, 19.01.2021, 05:30 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 14:58 Uhr
Der Urlaub beginnt für Lisa Winkler und Lucas Ottehenning, sobald sie auf der Straße sind. Immer dabei: Hundedame Josie.
Der Urlaub beginnt für Lisa Winkler und Lucas Ottehenning, sobald sie auf der Straße sind. Immer dabei: Hundedame Josie.

In den vergangen sechs Monaten haben Lisa Winkler und Lucas Ottehenning aus Spenge den Sprinter zum unikalen Camper „Rudi“ umgebaut. Nun hofft das Paar, im Sommer mit Hündin Josie zur Jungferntour aufbrechen zu können.

Es sollte nicht irgendein Wohnmobil sein – das stand fest als die beiden sich 2020 ihren Wunsch nach einem eigenen Camper erfüllten. Im Mai begann das Paar mit dem Herzensprojekt: Der Umbau eines leeren Vans zu Camper „Rudi“, wie sie ihn tauften. Keine finanzielle Entscheidung, sondern eine aus Leidenschaft. „Ein Gebrauchter hätte etwa auch so viel gekostet, wie wir in den Umbau gesteckt haben“, berichtet Ottehenning.

„Aber wir wollten, dass der Camper unseren Bedürfnissen entspricht“, ergänzt Winkler. Und so wurde Rudi mit einem Budget um die 22.000 Euro zum Unikat mit hochwertigen Materialien – Von Sitzen aus Leder über Schränke aus Echtholz-Furnier bis zum Fischgräten-Parkett in Wenge. Eingerichtet im skandinavischen Landhausstil, passend zum Geschmack und geplanten Reiseziel des Paares.

Auch in Praktikabilität schlägt Rudi manch anderen Camper. Denn spätestens nach ihrer letzten Reise mit einem gemieteten Gefährt wussten Lisa Winkler und der erfahrene Van-Camper Lucas Ottehenning, was sie bei der Ausstattung eines eigenen Wagens für sich besser machen könnten.

Dazu gehört für das Spenger Paar eine ausziehbare Treppe und ebenso ein Stauraum in der Heckgarage mit Fächern und ausziehbarem Schubkasten. Ein weiteres ausgewähltes Detail sind die Polster an den Hecktüren, „damit wir uns für den Morgen-Kaffee bequem anlehnen können.“ Auch das Bad mit Dusche, Toilette und Waschbecken sei für einen Wagen in dieser Größe nicht selbstverständlich. „Wir wollten autark sein“, sagen die beiden Hobby-Camper.

Deswegen hätten sie viel Platz für Wasservorräte eingeplant und eine Heizung installiert. All das wird ihnen beim Wildcampen in Skandinavien, wo das Jedermannsrecht gilt, zugutekommen. So können sie die Natur in vollen Zügen, flexibel und unabhängig genießen. „So ein Land kennenzulernen, ist etwas Besonderes“, meint Winkler.

Die Vorfreude haben die vielen Wochenenden Umbau neben ihren Vollzeitjobs für die Immobilienmanagerin und den Holztechniker weniger zur Arbeit und mehr zum schönen Paar-Projekt gemacht. Am meisten Zeit haben sie in die Planung gesteckt, was sich bei der Umsetzung ausgezahlt hat. Jenen, die auch einen Umbau planen, rät Winkler, sich die eigenen Anforderungen früh klar zu machen. „Wir hatten konkrete Vorstellungen, haben uns viel Inspiration geholt und in exakten 3D-Skizzen ausgearbeitet“, erklären die Hobby-Camper. Erst als jedes Detail feststand, ging‘s los.

Dabei machten die 28-Jährigen alles selbst: Den Ausbau des Innenraums, das Einsetzen der Fenster und der Deckenverkleidung, die Möbel und Elektrik. Für kurze Zeit wurden Ottehenning und Winkler zu Lackierern, Polsterern und Installateuren. Mentale Unterstützung holten sie sich von einer lebhaften Van-Camper-Community auf Instagram, zu der sie unter dem Namen „scanvantion“ gehören. Vieles war „learning by doing“, aber mit bemerkenswertem Ergebnis: Camper Rudi ist fast tourbereit. Nach sechs Monaten fehlen nur noch Kleinigkeiten.

Mitgenommen vom Umbau haben die beiden Erinnerungen an ein gelungenes Projekt und viele Ideen für den nächsten Van, den sie irgendwann gestalten wollen. Erstmal freuen sich Lisa Winkler und Lucas Ottehenning mit Hündin Josie vor allem auf ihr nächstes Ziel: Die Lofoten in Norwegen. Abhängig von der Pandemie-Entwicklung solls im Sommer losgehen. „Dank Rudi sind wir ja flexibel.“

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