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Di., 31.05.2016

Trauer um ehemaligen Landrat des Kreises Herford Gerhard Wattenberg verstorben

Gerhard Wattenberg ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Gerhard Wattenberg ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Foto: Jürgen Gebhard

Von Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Aufrichtig, ehrlich und zuverlässig: Mit diesen Worten hat Gerhard Wattenberg im November vorigen Jahres den damals verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt beschrieben. Diese Eigenschaften trafen auch auf ihn zu: Im Alter von 89 Jahren ist der ehemalige Landrat des Kreises Herford und der ehemalige Bürgermeister von Vlotho verstorben.

Er war Ratsherr (ab 1969), Bürgermeister (1984 bis 1994), Landrat (1989 bis 1999) und hat sich wie kaum ein anderer über Jahrzehnte in seiner Heimat engagiert. Bis ins hohe Alter war er politisch aktiv. Zuletzt war er noch Vorsitzender des Seniorenbeirates seiner Heimatstadt. Diesen Posten legte er im Februar 2012 nieder und verabschiedete sich damit nach 42 Jahren endgültig aus der Kommunalpolitik.

Kommunalpolitiker seit 1969

»Es fällt mir nicht leicht, das Amt abzugeben«, sagte Gerhard Wattenberg. Ausschließlich persönliche Gründe hatte der damals 85-Jährige für seine Entscheidung angeführt. Er wolle mehr Zeit für seine nach einem Schlaganfall pflegebedürftig gewordene Ehefrau Anni haben. »Da ist es nun an der Zeit, einen Punkt zu machen«, sagte er.

Seit 1969 hat sich der Eisenbahner und Gewerkschaftsfunktionär Gerhard Wattenberg als Kommunalpolitiker für die Bürger eingesetzt: Er fing als SPD-Ratsherr an, von 1984 bis 1994 war er Bürgermeister, von 1989 bis 1999 Landrat des Kreises Herford.

Gerhard Wattenberg war ein Politiker vom alten Schlag: geradlinig, ehrlich und streitbar. Er war Sozialdemokrat aus tiefster Überzeugung und ging notwendigen Diskussionen nie aus dem Weg. Das Wohl seiner Mitbürger stand für ihn im Vordergrund.

Fußballfan und Ehrenmitglied

Sein großes Hobby war der Sport: Am 1. Januar 1942 trat der Ur-Vlothoer in den damaligen SuS Vlotho-Winterberg ein. In jungen Jahren war er aktiver Fußballer, übernahm verschiedene Vorstandsposten und wurde später Ehrenmitglied.

Bei jedem Heimspiel seines Vereins, dem heutigen SC Vlotho, war er auf dem Platz, zuletzt vor drei Wochen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er das Aufstiegsspiel am vorigen Sonntag nicht mehr besuchen.

 

 

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