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Do., 17.11.2016

Gespräche mit möglichen Investoren – Vertragsabschluss mit Genossenschaft ausgesetzt Neue Interessenten für den Bahnhof

Im Oktober hat der Bürgerbahnhofsverein mit Hilfe einer professionellen Foto-Drohne Aufnahmen vom Dach des Bahnhofs erstellen lassen. Das Dach über dem Empfangsgebäude und die linke Seite weisen erhebliche Schäden auf. Eine Dachsanierung ist dringend notwendig.

Im Oktober hat der Bürgerbahnhofsverein mit Hilfe einer professionellen Foto-Drohne Aufnahmen vom Dach des Bahnhofs erstellen lassen. Das Dach über dem Empfangsgebäude und die linke Seite weisen erhebliche Schäden auf. Eine Dachsanierung ist dringend notwendig. Foto: ep-production.de/Michael Pohl

Von Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Es gibt neue Hoffnung für den maroden Vlothoer Bahnhof: Zwei weitere mögliche Investoren haben sich im Rathaus gemeldet, die Interesse an dem Objekt haben. Außerdem hat der Bund gerade 45.000 Euro aus Denkmalschutzmitteln bewilligt.

Die beiden neuen Interessenten kommen nach Aussage von Bürgermeister Rocco Wilken aus der Region. Man habe vereinbart, zum jetzigen Zeitpunkt keine Namen oder Details zu einer möglichen Nutzung in der Öffentlichkeit zu nennen. Einer dieser beiden neuen potenziellen Investoren habe angekündigt, bis Mitte Dezember eine Grobplanung und bis Mitte Februar eine Detailplanung vorzulegen. Der per Ratsbeschluss vom 3. Juli 2014 angestrebte Vertrag zu Besitzübertragung an die Genossenschaft sei inzwischen unterschriftsreif. Aufgrund der aktuellen Entwicklung liege er jedoch derzeit auf Eis. Verwaltung, Politik, Bahnhofsverein und Genossenschaft würden Anfang nächsten Jahres gemeinsam darüber entscheiden, ob ein neuer Investor oder aber die Genossenschaft zum Zuge kommen solle. Wilken: »Wir machen das gemeinsam. Ich bin optimistisch, wir kriegen das hin.«

Die Verantwortlichen von Bahnhofsverein und Genossenschaft betonen, dass es ihnen vorrangig um den Erhalt des Baudenkmales gehe. Auch sie sehen sich als Investoren. Dr. Jan Knoop (Aufsichtsrat der Genossenschaft): »Schließlich sind wir nach wie vor bereit, einen siebenstelligen Betrag zu investieren.« Auch falls ein anderer Investor an den Start gehen sollte, sei das Ziel erreicht worden, den denkmalgeschützten Bahnhof zu sichern. Dann werde man sich zurückziehen.

Die Mitglieder des Bahnhofsvereins hätten in den vergangenen Jahren großes Engagement gezeigt und bereits einiges für den Erhalt des Bahnhofs geleistet. Besonders drängend sei jetzt die Dachsanierung. Hierfür waren ursprünglich 144.000 Euro angesetzt worden. Die Auswertung der zwischenzeitlich erstellten Drohnenfotos habe gezeigt, dass das Dach tatsächlich in einem etwas besseren Zustand sei als befürchtet. Jochen Störmer (stellvertretender Vorsitzender der Genossenschaft): »Die eine Seite ist noch weitgehend in Ordnung. Das Dach über dem Empfangsgebäude und die andere Seite weisen erhebliche Schäden auf. Dadurch gelangt dort ständig Wasser in den Innenraum.«

Für die Dachsanierung hatte die Genossenschaft bereits vor längerer Zeit 72.000 Euro aus einem Denkmalschutzprogramm des Bundes beantragt. Störmer: »Der Bahnhof war grundsätzlich als förderungswürdig anerkannt worden. Weil es zu viele Anträge gab, wurden wir nicht berücksichtigt.« Nach der jetzt ausgesprochenen Bewilligung von 45.000 Euro wolle man versuchen, weitere Mittel bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu akquirieren.

Ebenso wie Genossenschaft und Bahnhofsverein kennt auch die Stadt Vlotho noch keinerlei Details des angekündigten Förderbescheids des Bundes. Rocco Wilken: »Ich habe von den 45.000 Euro bisher nur aus der Zeitung erfahren.«

Der Ratsbeschluss vom 3. Juli 2014

1. Der Beschluss des Rates (Anmerkung der Red.: Abrissbeschluss)… wird aufgehoben.

2. Nach Gründung der Genossenschaft wird dieser Genossenschaft das Grundstück Bahnhof Vlotho durch notariellen Vertrag zunächst in Besitz übergeben.

3. Die Verwaltung schließt einen Vertrag mit der Genossenschaft, dessen Wirksamkeit zunächst auf maximal zwei Jahre begrenzt ist. Dieser Zeitraum dient der Genossenschaft zur Beschaffung des Eigenkapitals. Der Vertrag enthält die Übernahme aller Nebenkosten für das Grundstück durch die Genossenschaft. Er enthält ebenso eine unter Umständen notwendige Rückübertragung an die Stadt, ohne sie finanziell zu belasten, insbesondere erfolgt keine Erstattung bis dahin erfolgter Investitionen durch die Genossenschaft.

4. Der Eigentumsübergang erfolgt, wenn das angestrebte Eigenkapital der Genossenschaft in Höhe von 1,5 Mio. Euro vollständig nachgewiesen ist.

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