Fr., 04.05.2018

Ordnungspartnerschaft: Gemeinsame Übung von Polizei und Weser-Sekundarschule Spürhunde durchsuchen Klassenzimmer

Zwei Stunden lang durften die Schüler nicht in das Gebäude der WSV zurückkehren. Schulleitung und Polizei sprechen von einer erfolgreichen Übung.

Zwei Stunden lang durften die Schüler nicht in das Gebäude der WSV zurückkehren. Schulleitung und Polizei sprechen von einer erfolgreichen Übung. Foto: Joachim Burek

Von Heike Pabst und Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Was so dramatisch ausgesehen hat, war eine groß angelegte Übung: 495 Schüler mussten am Mittwochmorgen die Weser-Sekundarschule (WSV) für zwei Stunden verlassen, die Polizei durchsuchte das Gebäude mit Spürhunden.

Hintergrund der Brandschutz- und Durchsuchungsübung ist die im März besiegelte Ordnungspartnerschaft zwischen der Stadt Vlotho, der Polizeibehörde des Kreises Herford und der Polizeiwache Vlotho . Wie Polizeisprecher Steven Haydon mitteilte, beinhaltet die Kooperationsvereinbarung »unter anderem die enge Zusammenarbeit zwischen der Weser-Sekundarschule und der Polizei in Vlotho.« Die Ordnungspartnerschaft solle nicht bloß auf dem Papier bestehen, sondern nun auch in der Praxis mit Leben erfüllt werden.

Um möglichst realistische Rahmenbedingungen zu erhalten, wurden die Schüler der Sekundarschule bewusst nicht vorab über die Übung informiert. Die Schulleitung nutzte die Gelegenheit, einen Brandalarm und die geordnete Evakuierung zu trainieren.

Ab 9 Uhr mussten die Schülerinnen und Schüler ihre Klassenräume und das gesamte Schulgebäude verlassen. Nach dem Ende der Übung konnte ab 11 Uhr der Unterricht fortgesetzt werden.

Schulleitung probt neues Brandschutzkonzept

Mit dem Verlauf ist der stellvertretende Schulleiter Thomas Nolte sehr zufrieden: »Das ist hervorragend gelaufen.« Die Schüler wären in Gruppen eingeteilt worden. Nach nur fünf Minuten hätte die erste Gruppe die Schule durch den ehemaligen Realschulausgang verlassen und sich auf dem hinteren Tartanplatz neben der Sporthalle eingefunden.

Innerhalb von 15 Minuten hatten sich alle Schüler dort versammelt. Der Tartanplatz solle nach dem neu ausgearbeiteten Brandschutzkonzept der WSV künftig der zentrale Sammelplatz sein.

»Es ging bei der Übung auch darum: Gelingt es uns, die Schüler zwei Stunden vor der Schule sicher zu beaufsichtigen und zu verhindern, dass sie beispielsweise wieder ins Gebäude zurücklaufen«, so Nolte. Man habe zudem Glück gehabt, dass das Wetter schön war: So konnten sich die Schüler klassenweise auf dem Kunstrasenplatz bewegen. »Bei schlechtem Wetter würden wir im Notfall die Schüler in die Turnhalle führen, vorbehaltlich des Einverständnisses der Feuerwehr und der Stadt.«

Die Ergebnisse der Übung würden nun mit dem Schulträger und einem schulinternen Krisen-Team ausgewertet.

Polizei setzt den Schwerpunkt auf Durchsuchung

»Für die Polizei Vlotho stand bei dieser gemeinsamen Übung die Koordinierung und Durchführung der Durchsuchung des geräumten Gebäudes im Vordergrund. Hierbei kamen insbesondere Diensthunde der Polizei zum Einsatz«, informiert Polizeisprecher Haydon weiter.

Die Hunde sind darauf trainiert, verschiedene Substanzen und Gegenstände finden zu können. Die Diensthundeführer der Kreispolizeibehörde Herford wurden durch Beamte und deren Hunde der Nachbarkreise Lippe, Bielefeld, Höxter und Gütersloh unterstützt.

Nichts Verbotenes gefunden

Auch aus Sicht der Polizei ist alles reibungslos verlaufen. Weder verdächtige noch verbotene Gegenstände oder Drogen wurden in der WSV gefunden.

Einige Eltern haben die Aktion auf Facebook kritisiert. Sie sprachen von einer »Drogenrazzia« an der Schule. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Schulleitung und die Polizei, ihnen sei das deutliche Signal wichtig, »dass gerade der Schutzbereich Schule keinen rechtsfreien Raum zulässt.«

Kommentar

Die Wesersekundarschule hat den Ernstfall geprobt. Aus Sicht der Schule war es vor allem eine Übung, um das neue Brandschutzkonzept auszuprobieren und zu optimieren. Aus Sicht der Polizei war es eine Demonstration der Stärke. Denn dass es an der Schule ein ernsthaftes Drogenproblem gibt, ist spätestens seit der Unterzeichnung der Ordnungspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei öffentlich bekannt. Wer an der Weser-Sekundarschule mit Drogen unterwegs ist, ist gewarnt: Die Polizei weiß, was hier läuft und schaut nicht weg. Wer gefasst wird, muss mit Konsequenzen rechnen. Jürgen Gebhard

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