Anwohner starten Unterschriftenaktion – Großanlage am Buhn geplant
Bürger protestieren gegen Windradbau

Vlotho/Porta Westfalica (WB). Eine Windkraft-Großanlage mit 200 Metern Nabenhöhe und 60 Metern Flügellänge soll am Buhn in Richtung Möllbergen entstehen. Eine Bürgerinitiative gegen Windkraft am Buhn hat sich gegründet, um den Bau der Anlage zu verhindern.

Mittwoch, 12.09.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 12.09.2018, 09:12 Uhr
Noch ein Windrad außer dem in Vennebeckerbruch, das den Blick auf die Porta beeinträchtigt, ist für Franz Müller, Karin Liebau, Rolf Liebau und Jochen Schwarze (von links) eine Horrorvorstellung. Auch viele Anwohner vom Buhn in Uffeln sind wegen des geplanten neuen Windrades besorgt. Foto: Gisela Schwarze
Noch ein Windrad außer dem in Vennebeckerbruch, das den Blick auf die Porta beeinträchtigt, ist für Franz Müller, Karin Liebau, Rolf Liebau und Jochen Schwarze (von links) eine Horrorvorstellung. Auch viele Anwohner vom Buhn in Uffeln sind wegen des geplanten neuen Windrades besorgt. Foto: Gisela Schwarze

Mitglieder dieser Bürgerinitiative, die in der Schmiedestraße und im Westenholzweg wohnen, sammeln zurzeit Unterschriften gegen das Projekt. Die Liste soll dem Portaner Bauausschuss am 17. September vorgelegt werden.

Viele Anwohner aus Uffeln protestieren

Zu den Mitgliedern der Initiative gehören Karin und Rolf Liebau, die an der Schmiedestraße wohnen und direkte Erfahrungen mit der benachbarten Windkraftanlage in Vennebeckerbruch gesammelt haben.

Franz Müller hat sich ebenfalls angeschlossen: »Die meisten aus der Bürgerinitiative haben ebenso wie ich nichts gegen Windenergie. Allerdings sollten die Anlagen in unbewohnten Gegenden errichtet werden.«

Direkt an seinem Grundstück verläuft die Grenze zwischen den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke. Franz Müller wohnt in Vlotho-Uffeln, damit im Kreis Herford und in unmittelbarer Nähe zum geplanten Windrad.

Bürgerinitiative aktiviert

Franz Müller ist der Ansicht: »Der Preis für die Einspeisung von Strom wird von Jahr zu Jahr geringer, deshalb werden die Anlagen immer höher. Grenzgebiete zwischen Kommunen oder Kreisen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten sind offensichtlich bevorzugte Standorte.«

Der Vlothoer macht es sich zur Aufgabe, in Möllbergen und Uffeln von Haus zu Haus zu gehen und über den, wie er es nennt, »Windwahnsinn in Porta« zu informieren.

Die meisten Mitglieder der Bürgerinitiative hat er rekrutiert. »Da gibt der Landschaftsverband Unsummen fürs Kaiser-Wilhelm-Denkmal aus und dann wird die traumhafte Gegend durch Megawattwindmühlen verunstaltet«, sagt er. »Die Anwohner vom Westenholzweg und von der Schmiedestraße wissen ja gar nicht, was auf sie zukommt, wenn die Anlage tatsächlich errichtet würde.«

Beeinträchtigungen befürchtet

»Die vorgesehene Windkraftanlage ragt 185 Meter über die Oberkante vom Buhn hinaus«, sagt Rolf Liebau. »Wir können ein Lied von den Beeinträchtigungen durch eine Windkraftanlage singen, uns wurde das Rad in Vennebeckerbruch mitten in die idyllische Aussicht zur Porta gesetzt. Auf unser traumhaftes Panorama müssen wir verzichten«, sagt Karin Liebau.

Alle Gewächse auf dem Grundstück hätten sie möglichst hoch wachsen lassen, um das rotierende Rad nicht sehen zu müssen. »Schlimm ist es abends, wenn wir uns draußen aufhalten. Auch wenn ich mich mit dem Rücken zu den Blinklichtern setze, sehe ich die roten Lichter ständig«, beschreibt sie.

Jochen Schwarze ist Sprecher der Bürgerinitiative gegen Windkraft am Buhn. Druckfrisch präsentierte jetzt den Flyer »Der Windwahnsinn in Porta Westfalica«. Sein Eigentum und das der Familie Leopold seien durch den vorgesehenen geringen Abstand zur Wohnbebauung am meisten betroffen.

»Nein zur Windkraft am Buhn«

»Mit uns nicht, wir sagen nein zu Windkraft am Buhn«, sind sich Karin und Rolf Liebau, Franz Müller und Jochen Schwarze einig. Zum Widerstand gegen die Genehmigungsbehörden und die Initiatoren der geplanten Großanlage gehören laut Jochen Schwarze auch seine juristischen Schritte gegen landschaftliche Verunstaltung und gesundheitliche Beeinträchtigung.

Einen versierten Fachanwalt habe er bereits eingeschaltet. »Diesseits und jenseits der Weser sind Vlothoer und Kalletaler Bürger betroffen«, weiß er.

In den nächsten Tagen wird ein von der Möllberger Straße aus zu sehendes Banner »Windkraft am Buhn – mit uns nicht« in der Größe von drei mal einem Meter aufgestellt.

Hoffen auf Vlothoer Unterstützung

Große Hoffnung setzen nun die Mitglieder der »Bürgerinitiative gegen Windkraft am Buhn« auf Unterstützung durch Vlothoer und Kalletaler Ratsmitglieder. Vlotho und Erder seien massiv betroffen, denn der Schattenschlag einer Großanlage reiche bis auf die lippische Weserseite und beeinträchtige die Erderaner.

Auch vom Winterberg aus, auf dem der beliebte Bergcampingplatz »Schöne Aussicht« liegt, läge die Windkraftanlage im Blick. Aus der Campingplatz-Betreiberfamilie äußerte sich Lara Dreischmeier: »Solch eine große Anlage fände ich ebenso schrecklich wie unsere Gäste. Wir möchten eine schöne Aussicht behalten und nicht auf ein riesiges Windrad schauen.«

 

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