Sa., 15.09.2018

Naturschutzbeirat und Fachausschuss bereisen Schutzgebiete – mit Video Heimat für Eidechse, Heuschrecke und Co.

Gabriele Potabgy (vorne links) führt die Mitglieder von Naturschutzbeirat und Kreisumweltausschuss unter Leitung von Ulrich Richter und Christian Antl (Mitte) durch das Gebiet am Eiberg.

Gabriele Potabgy (vorne links) führt die Mitglieder von Naturschutzbeirat und Kreisumweltausschuss unter Leitung von Ulrich Richter und Christian Antl (Mitte) durch das Gebiet am Eiberg. Foto: Joachim Burek

Von Joachim Burek

Vlotho (WB). Die Heidelandschaft am Eiberg in Vlotho ist einmalig im Kreis Herford. Sie ist ein ungewöhnlicher Anblick in der von Acker- und Grünland geprägten Kulturlandschaft des Ravensberger Hügellandes und bietet Lebensraum für seltene Flora und Fauna. Um den Erhalt dieses Naturschutzgebietes kümmert sich die Biologischen Station Ravensberg mit einem genau auf die Landschaft zugeschnittenen Pflegekonzept.

Der Naturschutzbeirat sowie der Umweltausschuss des Kreises Herford nahmen dies zum Anlass, auf ihrer Bereisung von Schutzgebieten auch Station am Vlothoer Eiberg zu machen. Weitere Haltepunkte der Tour waren außerdem das Naturdenkmal Steinbruch Uffeln sowie das Naturschutzgebiet Rehmerloh-Mennighüffer Mühlenbach in Kirchlengern. »Wir gehen einmal im Jahr gemeinsam mit der Politik auf diese Informations-Rundreise, um uns Projekte im Kreisgebiet anzuschauen, in denen etwas Sinnvolles für den Naturschutz geleistet wird. Ziele sind dabei nicht zuletzt, die Politiker für die Belange dieser Projekte bei späteren Entscheidungen zu sensibilisieren«, sagte Ulrich Richter, Vorsitzender des Naturschutzbeirates beim Rundgang.

Erste Station: Am Eiberg

An der ersten Station am Eiberg wurden die Mitglieder des Umweltausschusses unter Leitung von Christian Antl, die Beiratsmitglieder sowie Karl-Heinz Diekmann und Klaus Kernebeck vom Kreis Herford von Gabriele Potabgy von der Biologischen Station Ravensberg begrüßt. Sie gab einen Überblick über die Entwicklung des Naturschutzes am Eiberg in den vergangenen Jahren. »Die Fläche hier ist als einzige von den ausgedehnten Heide- und Ödlandschaften im Kreis erhalten, die es Anfang des 20. Jahrhunderts noch gab«, berichtete sie. Das Besondere sei, das man sie kaum in diesem nährstoffreichen Lössgebiet erwarte und die Heide hier statt auf Sand auf Lösslehm und Mergel wachse. Die geschützten Gebiete des Eiberg seien seinerzeit vor der Aufforstung verschont geblieben. Neben dem gefährdeten Wacholder komme hier Borstgras, Dreizahn, Arznei-Thymian oder auch die Kratzdistel und Goldistel vor. Auch der gefährdeten Zauneidechse, der Kleinen Heideheuschrecke sowie Brutvögeln wie dem Neuntöter und Baumpieper werde am Eiberg Lebenraum geboten. Gabriele Potabgy: »Die Entwicklung der Magerrasenstandorte, die Einzäunung der Heideflächen, Abplaggen von Teilflächen, Einsaat von Heideschnittgut und die Beweidung durch Heidschnucken gehört hier zu unserem Pflegekonzept, um diese Landschaft zu erhalten.«

Naturdenkmal Steinbruch Uffeln

Beim zweiten Halt der Bereisung gab Klaus Kernebeck vom Kreis der Delegation einen Überblick über die Maßnahmen am Naturdenkmal Steinbruch Uffeln, das unter anderem Heimat und Brutgebiet für den Uhu ist. Nach dem Kauf des Areals durch Kreis und Biologischer Station stehen hier 66.ooo Quadratmeter für den Artenschutz zur Verfügung«, sagte er. Noch in diesem Oktober sei die Einzäunung des Areals für die Beweidung durch Schafe und Ziegen vorgesehen. Für das kommende Jahr seien dann umfangreicher Rückschnitt der Flächengehölze geplant, um den Steinbruchflächen frei zu halten.

Kommentar

Der dramatische Rückgang der Insekten, das Verschwinden von heimischen Vogelarten, wie zum Beispiel der Schwalbe, sind in aller Munde. Die Ursachen liegen auf der Hand: eine ausgeräumte Landschaft, Mono-Kulturen und fehlende Blühflächen. Diese Faktoren entziehen vielen Tier- und Pflanzenarten die Lebensgrundlage. Dies zu beklagen ist das eine. Projekte, wie der Erhalt von Lebensräumen, das ist praktischer Naturschutz. Diese Vorhaben zu fördern und bei der Politik dafür zu werben, ist dringend geboten. Joachim Burek

 

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