Fr., 09.11.2018

Betrunkener verursachte Unfall an Bahnstrecke in Borlefzen – Führerschein entzogen Geldstrafe: Gericht verurteilt 41-Jährigen

Einen Unfall an der Bahnstrecke bei Borlefzen hat das Amtsgericht in Bad Oeynhausen verhandelt. Dabei war das unbesetzte auf dem Gleis liegende Autowrack von einem Zug erfasst worden.

Einen Unfall an der Bahnstrecke bei Borlefzen hat das Amtsgericht in Bad Oeynhausen verhandelt. Dabei war das unbesetzte auf dem Gleis liegende Autowrack von einem Zug erfasst worden.

Vlotho/Bad Oeynhausen (WB/ste). Ein 41-jähriger Mindener musste sich wegen Fahrens im bedingt fahruntüchtigem Zustand vor dem Amtsgericht in Bad Oeynhausen verantworten. Er hatte im Mai einen schweren Unfall an der Bahnstrecke in Borlefzen verursacht.

Der Autofahrer war am 25. Mai in einem silbergrauen Volvo V40 aus Richtung Möllbergen nach Vlotho unterwegs. Aufgrund von einem alkoholbedingten Sekundenschlaf kam sein Wagen gegen 20.50 Uhr in Höhe der Ortsgrenze zu Porta Westfalica von der Straße ab. Er durchfuhr den Straßengraben, überschlug sich und wurde auf die naheliegenden Bahnschienen geschleudert. Der 41-Jährige konnte sich aus dem auf dem Dach liegenden Wagen befreien. Kurz darauf erreichte der Regionalzug RB 77 die Unfallstelle. Der Lokführer leitete eine Notbremsung ein, doch der Unfallwagen wurde etwa 150 Meter auf den Bahnschienen mitgeschleift. Laut Gericht sei dabei ein Sachschaden von etwa 15.000 Euro entstanden. Die Polizisten vor Ort veranlassten eine Blutprobe. Dem Unfallverursacher konnte etwa ein Promille Blutalkoholwert nachgewiesen werden.

Fahrlässige Straßenverkehrsgefährdung

Am Donnerstag stand der Fahrer des Volvos wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung vor dem Amtsgericht. Vor Gericht zeigte der Angeklagte sich einsichtig und entschuldigte sich für seine Tat. Er gab zu, an diesem Abend trotz starker Müdigkeit gefahren zu sein. Er wäre auf dem Rückweg von der Arbeit gewesen und hätte unter Stress auf der Arbeit gelitten, klagte vor allem über zu lange Arbeitszeiten. Viel getrunken habe er an diesem Abend nicht. Zwei Bier wären es gewesen. Der Richter stellte diese Aussage in Frage. »Zwei Bier? Oder waren es mehr?«

Ein Zeuge berichtet

Ein Zeuge sagte aus, er wäre an der Unfallstelle eingetroffen, noch bevor der Zug mit dem Autowrack kollidierte. Er hätte beobachtet, wie der Angeklagte Bierflaschen aus seinem Auto geholt und diese entsorgt habe. Der Mindener wurde wegen fahrlässlicher Straßenverkehrsgefährdung zu einer Geldstrafe und zwölf Monaten Führerscheinentzug verurteilt. Der Richter: »Es hätte mehr passieren können, der Zug hätte entgleisen können.« Der Anwalt betonte: »Seit dem Unfall hat sich viel geändert«. Der Angeklagte stehe nun anders zum Alkohol, er habe auch einen neuen Arbeitsplatz, so der Anwalt.

 

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