Sa., 10.11.2018

Gedenkstunde am Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof Opfer nie vergessen

Gemeinsam mit den Neuntklässlern des Weser-Gymnasiums legen Bürgermeister Rocco Wilken (rechts) und Pfarrerin Angela Winkler (2. von rechts) Kränze am Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof an der Wasserstraße in Vlotho nieder.

Gemeinsam mit den Neuntklässlern des Weser-Gymnasiums legen Bürgermeister Rocco Wilken (rechts) und Pfarrerin Angela Winkler (2. von rechts) Kränze am Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof an der Wasserstraße in Vlotho nieder. Foto: Joachim Burek

Von Joachim Burek

Vlotho (WB). Mit einer Gedenkstunde am Mahnmal des jüdischen Friedhofs an der Wasserstraße haben Vertreter von Mendel-Grundmann-Gesellschaft, der Stadt Vlotho, aus Politik, Schule und Vereinen an die Gräuel der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnert.

Pfarrerin Angela Winkler als stellvertretende Vorsitzende der Mendel-Grundmann-Gesellschaft und Bürgermeister Rocco Wilken legten Kränze am Mahnmal nieder. Neuntklässler des Weser-Gymnasiums, die sich mit ihrem Religionslehrer Volker Junghärtchen im Unterricht mit dem Thema beschäftigt hatten, lasen im Anschluss an die Ansprachen, die Namen der 43 ehemaligen jüdischen Mitbürger Vlothos vor, die im Dritten Reich Opfer des Holocausts geworden sind.

Erinnern, erzählen, gedenken

»Es ist heute gut und wichtig, hier am Mahnmal des jüdischen Friedhofes zu sein und an den 9. November 1938 zu erinnern«, sagte Pfarrerin Winkler. »Überall in Deutschland brannten an diesem Tag die Synagogen und die Gewaltwelle erreichte am 10. November auch Vlotho. Damit begann auch in Vlotho die Verfolgung der jüdischen Mitbürger, die mit ihrer Deportation und Ermordung endete«, fuhr sie fort. Gemeinsam zu erinnern, zu erzählen und zu gedenken sei heute wichtiger denn je, gerade vor dem hintergrund des angekündigten Aufmarsches der Rechtsradikalen am Samstag in Bielefeld. Ebenso wichtig sei es aber, dass die Menschen heute dazu nicht mehr schwiegen und wie die Bielefelder Kaufleute gegen die Rechten Stellung bezögen und Gesicht zeigten. 80 Jahre nach der Reichspogromnacht dürfe sich die Geschichte nicht wiederholen. »Daher dürfen wir die Namen unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger nie vergessen«, appellierte sie.

Herausforderung an die junge Generation

Auch Bürgermeister Rocco Wilken bezeichnete es mit Blick auf die anwesenden Schüler als große Herausforderung für die junge Generation, den Bezug zu den Ereignissen von damals zu wahren. »Wir alle müssen Verantwortung für die Taten der Vorfahren übernehmen und für Demokratie und Freiheit einstehen«, sagte er.

 

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