Mi., 13.02.2019

Ornithologen zählen 30 verschiedene Arten am Großen Weserbogen Expedition zu den Wintervögeln

Zünftig mit Ferngläsern und rutschfestem Schuhwerk ausgerüstet, erkundeten Naturfreunde die Vogelwelt am Großen Weserbogen.

Zünftig mit Ferngläsern und rutschfestem Schuhwerk ausgerüstet, erkundeten Naturfreunde die Vogelwelt am Großen Weserbogen. Foto: Gisela Schwarze

Von Gisela Schwarze

Vlotho (WB). Trotz stürmischen Wetters haben die Vogelfreunde aus Vlotho, Bad Oeynhausen und Porta Westfalica, am Samstagmorgen am Großen Weserbogen eine stattliche Anzahl unterschiedlicher Arten an gefiederten Freunden beobachten können.

30 Vogelarten zählte der Ornithologe Jörg Hadasch abschließend auf, die durch Ferngläser und mit bloßem Auge gesichtet wurden. Aus Nachbarkommunen hatten die befreundeten Vereine »AG Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen« und »Naturschutz und Heimatpflege Porta« (NHP) zur 19. gemeinsamen Wintervogelexkursion am Südlichen See eingeladen. Unter der bewährten Leitung des Vlothoer Ornithologen Jörg Hadasch beobachteten und bestimmten sie im Costedter Naherholungsgebiet Stand- und Wasservögel.

Ornothologische Vielfalt

Die ornithologische Vielfalt rings um den Südlichen See beeindruckte wieder einmal alle teilnehmenden Naturfreunde. Zünftig mit Ferngläsern, wetterfester Kleidung und rutschfestem Schuhwerk ausgerüstet, erlebten die aufmerksamen Beobachter während der etwa zweistündigen Exkursion Wintervögel zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

Die heimischen gefiederten Freunde und die in Costedt lediglich überwinternde Vogelwelt präsentierten sich vielfältig vor den Augen der Veranstaltungsteilnehmer. Kanadagänse und Schnatterenten zeigten sich in Scharen.

Saat- und Rabenkrähen

Die mit Ferngläsern entdeckte Saatkrähe beispielsweise sei unterhalb des Schnabels nackt und trage ein langes Gefieder über den Krallen. Das unterscheide sie von den Rabenkrähen. »Saatkrähen sind bei uns erheblich seltener als die häufigen Rabenkrähen«, wies Jörg Hadasch, Biologielehrer an der Gesamtschule in Spenge, auf das typische Merkmal der Krähenart hin. In die 30-teilige Aufzählung der beobachteten Vögel konnte der Exkursionsleiter unter anderem Schellenten, Gänsesäger, Zwergtaucher, Blässgänse und Graugänse einreihen. »Die Graugänse sind 1978/79 von Jägern ganz bewusst hier bei uns ausgesetzt worden«, verwies der Biologe auf die zahlreichen Gänse. Inzwischen habe die Population überhand genommen.

Im Areal der ornithologischen Vielfalt wies er auf Graureiher, Kormorane, Blässhühner, Lach- und Sturmmöwen als »Normalos« hin. Die Lachmöwen über ihnen erkannten die Exkursionsteilnehmer schnell und konnten sie leicht von den Sturmmöwen unterscheiden. »Die Lachmöwen haben einen schwarzen Kopf und einen weißen Strich am Bug«, erklärte Jörg Hadasch.

Storchen-Brutpaare

Als Besonderheit stufte Erwin Mattegiet von der Bad Oeynhausener AG Natur unter den gesichteten Wasservögeln die Schnatterente und den Zwergtaucher ein. Weil der engagierte Naturfreund gleichzeitig dem Aktionskomitee »Rettet die Weißstörche« angehört, hieß er es sich in Sichtweite des Costedter Vogelhorsts nicht nehmen, über die angestiegene Storchenpopulation im Mühlenkreis zu berichten: »Die Anzahl der 65 Brutpaare im Jahr 2017 ist im Jahr 2018 auf 74 gestiegen.« Leider sei das Pfahlnest am Großen Weserbogen seit drei Jahren nicht mehr von Störchen besetzt worden. »Zum Unwillen der Storchenfreunde haben es die wegen ihrer Aggressivität wenig beliebten Nilgänse besetzt«, fügte Erwin Mattegiet bedauernd hinzu.

 

 

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