Mi., 22.05.2019

Mit Video: 250 Demonstranten empfangen in Vlotho etwa zehn Sympathisanten von Ursula Haverbeck Mit Trillerpfeifen gegen Rechtsextreme

Lautstark und friedlich demonstrieren etwa 250 Menschen gegen die Kundgebung der Rechten auf dem Sommerfelder Platz.

Lautstark und friedlich demonstrieren etwa 250 Menschen gegen die Kundgebung der Rechten auf dem Sommerfelder Platz. Foto: Moritz Winde

Von Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Etwa 250 Menschen sind in Vlotho dem Aufruf zum Protest gegen eine Kundgebung der Partei Die Rechte gefolgt . Die maximal zehn Rechtsextremen waren in einem Dortmunder Ford Transit angereist. Es blieb friedlich.

Innerhalb von weniger als 24 Stunden hatte das Bündnis gegen das Collegium Humanum den Protest organisiert. Etwa 250 Personen, zum allergrößten Teil Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, waren gekommen. Auch die Oberstufenschüler der Q1 des Weser-Gymnasiums bewiesen Haltung: Gemeinsam mit ihrem Schulleiter ließen sie den Unterricht ruhen und versammelten sich auf dem Sommerfelder Platz.

Haverbeck-Plakate

Die Rechtsextremen hatten ihren Wagen mitten auf dem Platz abgestellt. Sie bauten Plakate auf: »Israel ist unser Unglück« und – mit dem Bild ihrer Ikone – »Für ihre Meinung inhaftiert«. Zwei Redner versuchten, Ursula Haverbeck als sympathische Seniorin darzustellen, die ihre alten Tage in »Gesinnungshaft« verbringe. Ein junger Mann aus der Gruppe filmte die Demonstranten. Die Rechte wolle den Antrag an den Rat stellen, Vlotho in »Ursula-Haverbeck-Stadt« umzubenennen, kündigte einer der Redner an. Dann wurden Punkte aus dem Eurowahl-Programm verlesen. Genaues war nicht zu verstehen. Ob auch Sympathisanten gekommen waren, die das hören wollten, war nicht zu erkennen.

»Nazi raus«-Rufe

Die Reden gingen im Lärm der Trillerpfeifen und der »Nazi raus«-Rufe unter. Auf den mitgebrachten Plakaten und Spruchbändern war zu lesen: »Wir leugnen den Holocaust nicht«, »Vielfalt statt Rassismus« oder »Kein Bock auf Nazis«. Nach 45 Minuten verabschiedeten sich die Rechten, packten ihre Plakate ein, stiegen in den Kleinbus und fuhren zur nächsten Veranstaltung.

Wie bereits Anfang Mai bei einer ähnlichen Veranstaltung vor der JVA Bielefeld richtete sich die Partei Die Rechte gegen die Inhaftierung der verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Die 90-Jährige Vlothoerin sitzt seit einem Jahr im Gefängnis. Sie war seit 1999 bis zum Verbot in 2008 Leiterin des im Jahr 1963 von ihrem Ehemann Werner-Georg Haverbeck, einem früheren NS-Funktionär, gegründeten Collegium Humanums. In dem Tagungshaus auf dem Winterberg gingen Holocaust-Leugner und andere Rechtsextreme ein und aus. Aus einer Protestbewegung heraus entstand das Bündnis gegen das Collegium Humanum. Dessen Engagement führte schließlich zum Verbot durch den Bundesinnenminister.

 

 

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