So., 02.06.2019

»Grand Prix ParAthletics 2019« in der Schweiz: Physiotherapeutin aus Vlotho hat Sportler mit Handicap betreut Die Therapeutin der Nationalmannschaft

Athina Tsiamitrou ist Betriebsleiterin der Sport-Reha im Gesundheitszentrum am Sommerfelder Platz in Vlotho.

Athina Tsiamitrou ist Betriebsleiterin der Sport-Reha im Gesundheitszentrum am Sommerfelder Platz in Vlotho. Foto: Jürgen Gebhard

Von Jürgen Gebhard

Vlotho (WB). Die Weltelite der Leichtathleten mit Handicap hat sich im schweizerischen Nottwil zum sportlichen Wettkampf getroffen. Mit dabei als Physiotherapeutin für das deutsche Leichtalethik-Nationalteam war Athina Tsiamitrou von der Sport-Reha Vlotho.

Mit einigen hundert Athleten war der »Grand Prix ParAthletics 2019« das größte Sportevent des Jahres in Nottwil in der Nähe von Luzern. Am Start waren Spitzensportler mit sehr unterschiedlichen Handicaps, unter anderem mit sehr starken Sehbehinderungen, mit Amputationen oder auch Rollstuhlfahrer und kleinwüchsige Sportler. Im Jahr vor den Paralympischen Spielen in Tokio ging es darum, Quotenplätze für das eigene Land zu sichern. Die Teilnehmer kamen unter anderem aus den USA, China, Kanada, Saudi Arabien, Thailand, Indien, Australien und aus vielen europäischen Ländern. Als nächster wichtiger Termin im Kalender der Athleten steht im November die WM in Dubai an.

Wettkämpfe in den üblichen Disziplinen

»Zur deutschen Leichtalethik-Nationalmannschaft gehörten etwa 35 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren«, berichtet Athina Tsiamitrou. Die 42-Jährige war für vier Tage in die Schweiz gereist, um die Sportler als Physiotherapeutin zu betreuen. Als zweiter Physiotherapeut gehörte Richard Bille aus Leipzig mit zum deutschen Team.

Gleich nach der Anreise am Donnerstagabend bereiteten die Physiotherapeuten die Athleten auf die Wettkämpfe in den üblichen Leichtathletik-Disziplinen vor. Dazu gehörten in Nottwil Läufe über 100, 200, 400, 1500 und 5000 Meter ebenso wie Weitsprung, Hochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskus- und Sperrwerfen. An den drei Wettkampftagen in der Sportarena sind beide Physiotherapeuten des deutschen Teams immer von 8 bis 18 Uhr auf dem Platz gewesen, um die Leistungssportler fachgerecht zu behandeln und fit zu halten. Anschließend ging die Arbeit der Physiotherapeuten noch bis 20 Uhr im Hotel weiter.

Beeindruckt von den Leistungen

Athina Tsiamitrou ist Betriebsleiterin der Sport-Reha Vlotho im Gesundheitszentrum am Sommerfelder Platz. Sie hat bereits große Erfahrungen in der Sportler-Betreuung gesammelt: In den Jahren 2010 bis 2015 kümmerte sie sich um die Herforder Fußballfrauen der ersten und zweiten Bundesliga. Anschließend (von 2015 bis 2017) betreute sie die Handball-Bundesligisten aus Lübbecke. Die Verbindung zur deutschen paraolympischen Nationalmannschaft war jetzt durch Oliver Abt (Sport-Reha Herford) und den bekannten heimischen Behindertensportler Sebastian Dietz zustande gekommen.

In der von ihr geführten Sport-Reha Vlotho sind Menschen mit Handicaps die Ausnahme. Bei der Betreuung der Wettkampfsportler in der Schweiz musste sich Athina Tsiamitrou umstellen: Beispielsweise sei aufgrund der individuellen Handicaps die bei der Behandlung zu berücksichtigende Schmerzempfindlichkeit sehr unterschiedlich.

Wann immer sie dazu Zeit hatte, verfolgte Athina Tsiamitrou, die Wettkämpfe in den verschiedenen Disziplinen. Von der enormen Leistungsbereitschaft und den Erfolgen der Sportler ist sie noch immer sehr beeindruckt. »Hut ab!«, sagt sie voller Anerkennung. Ein wenig stolz ist sie auch darauf, dass mit Irmgard Bensusan (100 und 200 Meter) und Johannes Floos (100 Meter) zwei von ihr betreute Sportler neue Weltrekorde aufgestellt haben.

Große Wertschätzung erfahren

Durch ihre Arbeit habe sie eine große Wertschätzung der Athleten erfahren. Zum Beispiel hat sie einen blinden Sportler auf die Laufbahn geführt, das ihr dabei entgegen gebrachte Vertrauen habe sie sehr berührt. Und als Griechin ist Athina Tsiamitrou ist auch ein wenig stolz darauf, mit der deutschen Nationalmannschaft den Bundesadler auf der Jacke getragen zu haben.

Die Arbeit mit den Sportlern bei diesem besonderem Wettkampf sei »mega interessant« gewesen, blickt sie zurück. »Und wenn ich dazu Gelegenheit bekommen, möchte ich das gerne noch einmal machen.«

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