Mo., 05.08.2019

20.000 Umsonst & Draußen-Fans feiern ein friedliches Fest am Kraftwerk Veltheim – mit Video Bands rocken die Weserwiesen

Am frühen Samstagabend bringt der Indie-Pop von »In My Days« die Fans vor der Weserbühne auf Betriebstemperatur.

Am frühen Samstagabend bringt der Indie-Pop von »In My Days« die Fans vor der Weserbühne auf Betriebstemperatur. Foto: Frank Lemke

Von Frank Lemke

Vlotho/Porta Westfalica (WB). Geld regiert die Welt. Nationen führen Kriege. Die Welt kann ein ungemütlicher Ort sein, in dem einige Menschen an einer Utopie festhalten: eine Welt in Frieden. Beim U&D-Festival an der Weser haben am Wochenende wieder etwa 20.000 Musikfans diesen Traum gelebt.

Lara Langer aus Vechta ist deswegen nach Veltheim gekommen. Die 20-Jährige tanzte mit bunten Fächern in den Händen zu Trance-Musik: »Diese Welt ist eine andere als die da draußen. Im Alltag arbeiten die Menschen oft gegeneinander. Hier auf dem Festival sind wir eine große Gemeinschaft, in der jeder so akzeptiert wird wie er ist«, sagte sie.

1975 begann es mit 5000 Besuchern

Der Verein Festivalkult lebt diese Philosophie seit 44 Jahren. Bei dem ersten Festival im Jahr 1975 feierten 5.000 Gäste zwei Tage lang in Vlotho. Seitdem ist aus dem lockeren Miteinander eine feste Gemeinschaft geworden, die zwei Wochen lang ehrenamtlich die gesamte Infrastruktur auf- und wieder abbaut, sich um die Bands sowie Besucher kümmert und so den Traum der Utopie wahr werden lässt.

 

Karsten Weishaar leitet als erster Vorsitzender den Verein: »Die Besucher machen mit. Alle achten aufeinander. Dieses Jahr haben wir fast keinen Müll auf dem Gelände, nicht einmal Zigarettenstummel«, sagte der 47-Jährige. Der Freitag sei zwar sehr verregnet gewesen. Dafür seien Samstag umso mehr Gäste gekommen. Selbst nachts um 1 Uhr trafen immer noch Leute mit Rucksack und Zelt auf dem Rücken ein, um dabei zu sein. Die beteiligten Behörden – Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und DRK – vermeldeten Samstagabend nicht einen Vorfall von aggressiven Gästen.

Newcomer begeistern

»Dieses Jahr ist sehr harmonisch«, sagte Christoph Schweppe von der Band Acumen. »Und das Essen ist verdammt gut«, meinte sein Gitarrist Benedikt Dreßler. »Egal ob Gäste, Backstage-Crew oder andere Künstler.« Das U&D ist für die Newcomer-Band »Acumen« die Gelegenheit gewesen, vor einem großen Publikum aufzutreten. Am Samstagnachmittag hat die Band aus Lemgo die Bahndammbühne gerockt. Der Traum lebt weiter. Der Verein will kommendes Jahr wieder ein großes Festival auf die Beine stellen.

 

 

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