Mo., 09.09.2019

Trotz Sanierungsarbeiten konnten Besucher sich das Vlothoer Haus Malz ansehen Gleichzeitig Denkmal und Baustelle

Geöffnete Türen gaben bei der Führung am Tag des offenen Denkmals Einblicke in die Ausstattung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses: hier ein Blick ins Wohnzimmer, das früher als Laden genutzt wurde.

Geöffnete Türen gaben bei der Führung am Tag des offenen Denkmals Einblicke in die Ausstattung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses: hier ein Blick ins Wohnzimmer, das früher als Laden genutzt wurde. Foto: Gisela Schwarze

Von Gisela Schwarze

Vlotho (WB). Trotz umfangreicher Sanierungsarbeiten haben Besucher das Haus Malz am Tag des offenen Denkmals in Vlotho besichtigen können. Als »Baustellenführungen« bezeichnete Elke von Wüllenweber von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) die drei Veranstaltungen, die zumindest das Malzsche Erdgeschoss und den Bürgergarten mit Leben erfüllten.

»Der frühere Eigentümer Dr. Ulrich Malz schenkte der DSD-Stiftung 2003 das Haus samt allem Inventar. Er gründete unter ihrem Dach die Stiftung Haus Malz. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bemüht sich nun um den Erhalt, die Instandsetzung und die Pflege des ehemaligen Kaufmannshauses«, informierte Elke von Wüllenweber.

Als Wohnhaus, Kontor und Warenlager sei das im Jahr 1684 erbaute zweigeschossige Patrizierhaus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, ein Dielenhaus, errichtet worden, erfuhren die zahlreichen Besucher von der DSD-Mitarbeiterin.

Zu besichtigen waren die Räumlichkeiten im vorderen Erdgeschoss. »Die rückwärtigen Zimmer mit der Küche sind zurzeit ausgeräumt wegen der umfassenden Sanierung der hinteren Giebelwand«, lautete die Begründung.

Wärmefach für das Essen

Auch die Räume in der ersten Etage sind von der Baumaßnahme in Mitleidenschaft gezogen. »Die Möbel hinter der im Bau befindlichen Rückwand wurden entfernt und vom Gewicht her möglichst gleichmäßig auf der Decke über dem Erdgeschoss verteilt«, so die Erklärung. Besichtigen konnten die Besucher das spätere Wohnzimmer, das bis 1919 ein Laden zum Verkauf von »Colonialwaren« war.

Der Verkauf erfolgte zur Diele hin über eine Klappe, die abends geschlossen wurde. Die Kunden konnten den Laden nicht betreten. Im Esszimmer fand ein Wärmefach in der Heizung große Beachtung. »Das habe ich noch nie gesehen. Das ist super praktisch«, staunten vor allem die Hausfrauen über das geräumige Fach, in dem Speisen warm gehalten werden konnten.

Bürgermeister sichert Hilfe zu

Elke von Wüllenweber schilderte die bisher am Haus vollzogenen Restaurierungsmaßnahmen und würdigte dabei die hilfreiche Unterstützung der Stadt Vlotho. Das freute den bei der sonntäglichen Führung anwesenden Bürgermeister Rocco Wilken sehr.

In einem anschließenden Gespräch versicherte er weitere Hilfsmaßnahmen, um das Denkmal bewahren zu können. Das Dielenhaus steht seit dem Jahr 1985 unter Denkmalschutz. Bis dahin hatte Familie Malz das Haus bewohnt. Der 2000 Quadratmeter große parkähnliche Garten hinter dem Denkmal hat sich als gern besuchter Bürgergarten an der oberen Langen Straße etabliert.

Ist die Baumaßnahme an der rückwärtigen Hauswand des Malzschen Hauses erst einmal beendet, kehrt im Bürgergarten von der Optik her wieder Idylle pur ein. » Bisher wird das Haus Malz als Museum genutzt, uns von der Stiftung schwebt vor, es auf die Dauer nach getätigten Renovierungsarbeiten mit möglichst viel Leben zu füllen . Wir denken da an Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte«, erfuhren die Besucher über Zukunftspläne für das Baudenkmal.

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